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Warum viele Deutsche Wolf Biermann nicht lieben

Freitag 06 Januar 2012 at 5:16 pm.

Nur wer sich ändert bleibt sich treu

Von Matthias Horwath

Der gebürtige Hamburger Wolf Biermann wird aus einem kommunistischen Elternhaus heraus  in die Welt geworfen. Sein jüdischer Vater geht 1943 ins Zyklon-Gas der Nazis. Mit  der  Zerstörung Hamburgs im selben Jahr bliebe für ein sechsjähriges Kind eigentlich nichts mehr übrig als Zerstörung generell.  Wolf,  der junge Mann, ist  klein von Wuchs und ein Vaterloser: ein früher Kontext für seine narzistischen Größenphantasien. Biermann folgt jedoch dem Ruf seines familiären Glaubens an den Kommunismus und geht nach einer Jugend in Hamburg in den vielversprechenden Berliner Osten der 50er Jahre. Hoffnung keimt auf nach  Aufbruch, Aufbau und Klartext gegen den Geist des  Nationalsozialismus. Er will in die SED, engagiert sich zunächst auf der Bühne, singt erste Lieder gemeinsam u.a. mit Manne Krug. Biermann begegnet dem Geist Brechts auf den Bühnen des zerstörten Berlins. Die graue Realität gilt als einzig zulässige Kulisse. Eisler, Weill, Dessau und die Musik des spanischen Widerstands gegen Franco geraten zu  künstlerischen Eltern, die als Gegenpol die Ästhetik der frühen DDR prägen. Die andere Seite des Poles wird jedoch die eigentliche Macht: Die Nomenklatura der Herrschenden in der DDR besteht zu erheblichen Teilen aus zwiespältigen Verrätern an der ursprünglich kommunistischen Überzeugung. Entsolidarisiert in Stalins Moskau wurde jeder ausgeliefert,  der nicht in das enge Korsett einer kranken Führung um Stalin, Berija und Molotov passt. „Kurzer Prozess“ wird damals und  späterhin auch der Leitbegriff des unheilbaren Stalinisten und späteren Stasichefs Erich Mielke.

Viele deutsche Kommunisten in Moskau wurden vor den Nazis nicht  beschützt, sondern abgeknallt, immer von hinten. „Kollaborateure“ sind die, die übrig bleiben. Das mörderische Regime in der Sowjetunion wird scheinbar legitimiert durch den verbrecherischen Krieg Hitlers, den die imperiale Sowjetunion allerdings  achtundreißig  gemeinsam mit Deutschland plant und der dann schon einundvierzig  auf sie selber zurückfällt ... Die geheimen Zusatzprotokolle zwischen der Sowjetunion und Hitler sind so in der DDR nie ein Thema der Aufklärung, sondern eins, welches mit aller Gewalt unter dem Deckel der Verschwiegenheit gehalten wird. Der neue Staat wird somit mit einer zentralen Lüge von denen ins Leben gerufen, die mehrheitlich auch für diese Lüge standen: die Führer der KPdSU und die der Sozialistischen Einheitspatei Deutschlands. 

Biermann darf bei seiner Einreise ins kommunistische Paradies getrost die Naivität und Unwissenheit unterstellt werden, die so vielen Menschen, die sich früh in der FDJ und später in der SED engagierten, eigen war.  Sie wollten vorerst ehrlich aufräumen mit einem System,  das ein Verbrechen ungeahnten Ausmaßes mit dem der angeschlagenen Marktwirtschaft der dreißiger Jahre ins eheliche Bett zwang. Das Gewaltpotential, das im Marxismus/Leninismus steckt, nämlich Andersdenkende kaltzustellen, wurde allerdings auch vom jungen Biermann nicht  abgelehnt. 

Doch selbständiges, unabhängiges Denken und der Mut, sich zu Veränderungen in diesem Denken zu bekennen, prägt Wolf Biermann von Anfang an.  Das Berufsverbot ab Mitte der Sechziger führt den „Wolf“ jedoch immer weiter in die Auseinandersetzung mit dem System, an das er allerdings bis zu seiner Zwangsausbürgerung 1976 fest glaubt. 

Den ganzen Essay lesen Sie in der Ausgabe 01/2012 

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