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SENSATIONELL

Samstag 07 September 2013 um 16:36 Uhr von beatOpa in ZEITGESCHICHTE
" S E N S A T I O N E L L ! " 

Für eben einmal sagenhaft wenig 2,00€, noch nicht einmal eine Schachtel Zigaretten ist dafür zu becommen, connte der Herr Consul erneut eine der legendären Ausgaben des formidablen 
PANKE-SPIEGEL erwerben und wird sich nunmehr zur geistigen Läuterung in die Consularische Bibliothec zurückziehen, um sich zu erbauen und von dem herrlichen geistigen Wachsthum zu erfahren, wie es nur solche vorzüglichen Zeitungen ermöglichen, wie es der PANKE-SPIEGEL unseres Herausgebers und Chefreacteurs, dem Herrn Commerzienrat Thomas Steierhoffer BeatOpa, eine solche ist!

PS: Der Herr Chefredacteur sendet von den Ausgaben alle gerne, regelmäßig und zuverlässig zu, wenn ein Abonnement vereinbart wird, frei von Provision, versteht sich!

"Macht. Macht. Macht." oder Drittklassige Spielarten der Dekadenz

Montag 25 Juni 2012 um 09:29 Uhr von beatOpa in ZEITGESCHICHTE
Von Heike Geilen
 
Nur noch wenige Monate trennen die Handlung dieses Buches von einem der folgenreichsten Börsencrashs der Geschichte: dem allgemein als "Schwarzen Donnerstag" bezeichneten 24. Oktober 1929, der in Folge als Auslöser der "Great Depression" in den USA und einer weltweiten Wirtschaftskrise gilt. Der zuvor jahrelang stark gestiegene Dow-Jones-Index verzeichnete auf einmal einen deutlichen Rückgang und löste bei den Anlegern Panik aus. Auch wenn nur dieser eine Tag sprichwörtlich wurde, zog sich der eigentliche Crash über Tage, und die folgende Baisse erreichte erst 1932 ihren endgültigen Tiefpunkt.
Thomas Wolfe, der 1938 leider viel zu früh, mit erst 38 Jahren an Tuberkulose verstorbene, "beschreibungswütige", vielversprechende amerikanische Autor hat das Manuskript zu "The Party at Jack's", für ihn übrigens seine "am dichtesten verwobene Arbeit", gleichfalls an einem einzigen Tag im Mai 1928 angesiedelt. Der Plot, der auf wahren Ereignissen basiert, kann durchaus als Gleichnis zum "Black Thursday" gelesen werden. Die unterschiedlich langen, substanziellen und signifikanten, vielfach aufeinander bezogenen Kapitel, laufen in der Mitte des Textes auf einen Wendepunkt zu, um hernach in den Bereich der roten Zahlen zu rutschen. 
Als Hauptaktionäre agieren die Jacks, eine im New York der Roaring Twenties zu enormen Vermögen gekommene jüdische Familie: urban, mit distinguierten Umgangsformen, einer herausragenden Stellung in der Welt, mit Macht und stiller Autorität. Er, Mr. Frederick Jack, ein liberaler, lebenskluger und Ordnung liebender Wall-Street-Broker, "fest verankert auf seinem Fels aus Luxus und Stille im dichtesten, zentralsten Geflecht des Menschengewimmels, der Prinz der Atome, umgeben von Chaos, diesem Luxus von Raum und Stille und Licht und eisenumgürteter Sicherheit". Sie, eine Frohnatur, Bühnen- und Kostümbildnerin: praktisch veranlagt, energisch und mit einer "heimlichen" Affäre, hinter der sich der Autor höchstpersönlich verbirgt. 
 
Die ganze Rezension lesen Sie in der Ausgabe 04/2012 

Nottaufe für Winnetou?

Montag 25 Juni 2012 um 09:26 Uhr von beatOpa in ZEITGESCHICHTE

Der christliche Missionseifer im Werk von Karl May

Von Christian Knoche

Meine Erinnerung an die Werke Karl Mays ist schwach, aber präsent. Gelesen habe ich sie alle mindestens ein mal, seine Abenteuerromane. Die Karl-May-Bibliothek  meiner Familie besteht aus den gesammelten Werken, teilweise noch gedruckt zu Lebzeiten des Autors und in altdeutscher Schrift. Meine Oma hatte diese Bücher, die alle bereits durch die Hände ihrer drei Kinder gegangen waren, irgendwann neu einbinden lassen und seit dem harrten sie im Bücherregal auf die Enkelkinder. Nach dem ich lesen gelernt hatte, stöberte ich oft in diesem Bücherregal umher und las alles was mir in die Hände fiel. Mein Vater befand jedoch das „Der IKS-Haken“ von Joseph Heller nicht unbedingt geeignet für einen zehnjährigen ist und machte mir Karl May schmackhaft. Davon konnte ich schon bald nicht mehr lassen.

Ich las seine Bücher an ständig und überall, im Bus auf dem Weg zur Schule, heimlich im Unterricht unter Bank oder zu Hause im Garten. Dort draussen im Liegestuhl unter dem Kirschbaum, den Schäferhund auf der einen und den Dackel auf der anderen Seite, so konnte ich den ganzen Tag verbringen. So oft und lang las ich, das ich irgendwann aus dem Zimmer ausquartiert wurde, das ich damals noch mit meinem Bruder teilte. Meine Mutter bezog mir das alte Klappbett in der Dachkammer die als Gästezimmer genutzt wurde, mein Vater besorgte mir eine Leselampe und ich hatte Ruhe und wurde auch in Ruhe gelassen, ungeachtet der Uhrzeit. Karl May ist daher für mich nicht nur verknüpft mit den Helden seiner Romane sondern auch mit dem leicht muffigen Geruch der Dachkammer und dem leisen Summen der alten Lampe, aber vor allem auch mit der persönlichen Freiheit, die mir zugestanden wurde. Ich durfte wach bleiben solange ich wollte wenn ich im Bett war las.

Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 04/2012

Vor 50 Jahren wurde Adolf Eichmann gehängt

Montag 25 Juni 2012 um 09:24 Uhr von beatOpa in ZEITGESCHICHTE
Von Attila Teri
 
Kennen Sie Eichmann? Das war dieser unscheinbare, untersetzte, unauffällige Mann, der auf den ersten Blick keine Fliege was antun könnte. Im Gesicht grau, wie eine Leiche, die vor ihrem Ableben nie die Sonne gesehen hatte, natürlich Brillenträger, leise, höflich, mit allen Attributen „gesegnet“, was einen ordentlichen, deutschen Beamten auszeichnet. Und vermutlich hat Eichmann in seinem ganzen Leben auch nie eine Fliege was angetan – er hat „nur“ den Massenmord an sechs Millionen Juden organisiert, Amtswegen, frei nach dem Motto: „Bitte glauben Sie mir, es ist wirklich nicht persönlich, ich muss Sie halt in die Gaskammer schicken! Vorschrift ist Vorschrift, das verstehen Sie doch, oder? Wo kommen wir denn hin, wenn jeder macht, was er will!“ Eichmann endete bekanntlich trotzdem am Galgen.
Als ich die Vollstreckungsstelle des Finanzamtes betrete, falle ich fast aus den Schuhen, Eichmann sitzt vor mir an seinem Schreibtisch. Na Servus, sagt man wohl in Bayern. Der Klischeejude und der deutsche Klischeebeamte sind wieder vereint. Muss ich jetzt auch völlig unpersönlich in die Gaskammer? – frag ich mich. Es wäre auf jeden Fall die adäquate Lösung aller Probleme, mit denen ich mich herum schlagen muss. Denn der Anlass meines Besuches ist, dass ich, wieder Mal, völlig pleite bin und dermaßen mit dem Rücken zu Wand stehe, wie vor einem Erschießungskommando.
 
Den ganzen Essay lesen Sie in der Ausgabe 04/2012 

Der große Meister und die Angst

Montag 23 April 2012 um 10:08 Uhr von beatOpa in ZEITGESCHICHTE

Warum Gábor Presser keine Interviews mehr gibt

Von Attila Teri

Ich bin anscheinend eingenickt bei den wohltuenden Klängen der gleichmäßig ratternden Räder und träume von „Perlen im Haar“. Der Schlag reißt mich förmlich aus dem Sitz. Was ist passiert? Ist der Musikzug entgleist und gegen eine Wand gefahren? Mir tut plötzlich alles weh, und ich weiß nicht einmal, ob ich wach bin, träume oder gerade starb. Ich fühle mich so, wie wenn ich mit rasender Geschwindigkeit eine Zeitreise angetreten hätte, die anscheinend in einer Endlosschleife mündet! 

Plötzlich höre ich ganz weit weg, kaum wahrnehmbar, Bruchstücke des ersten richtigen ungarischen Rock und Popmusicals. „Fiktiver Report über ein amerikanisches Popfestival“, das in den 70er Jahren in Ungarn fast jedem aus dem Herz gesprochen hat, der von Freiheit träumte. Es ist die fiktive Geschichte, durch fiktive Personen erzählt,  von dem berühmt-berüchtigten Konzert der Rolling Stones 1969 in Altamont, bei dem die angeheuerten Sicherheitsleute von den „Hells Angels“ einen Zuschauer töteten. Anna Adamis schrieb die Songtexte und Tibor Déry das Buch! Die Songs selbst stammen von Gábor Presser. Die Musik verschwimmt immer wieder, vermischt sich mit  dem Dröhnen einer ganzen Armada von im Gleichschritt marschierenden Springerstiefeln, die förmlich durch meinen Kopf schwadronieren. Ein nicht enden wollender Albtraum. 1944, 1956 - die Jahre des roten Terrors, 1989 - die Auferstehung der Hoffnung! 2012! Wofür steht 2012? 

Den ganzen Essay finden Sie in der Ausgabe 03/2012

Kulturträger der Zukunft? 30 Jahre CD

Mittwoch 16 März 2011 um 09:35 Uhr von beatOpa in ZEITGESCHICHTE

Von Matthias Horwath

Während der Funkausstellung 1981 in West-Berlin wurde erstmals die CD der Welt- Öffentlichkeit vorgestellt. Laut einschlägigen Internet -Lexika  wurde in  der Industrie seit den 70er Jahren an der Digitalisierung von akustischen und optischen Signalen gearbeitet. Um die Entstehung des heute bekannten  Formates der CD werden verschiedene Legenden beschrieben. Diese ranken sich vergleichender Weise am zeitlich ausgedehnten Format klassischer Musik  für ca. störungsfreie 75 Minuten sowie an der diagonalen Ausmessung der kompakten  Musikkassette, die sich bei der CD mit 120 mm Durchmesser etwas erweitert wiederfinde. 

Als ein hinter dem eisernen Vorhang Sozialisierter  bekam  ich  natürlich über die West-Medien das Startsignal der CD -Industrie mit. Die CD war nun erst einmal ein neues,  aber unerreichbares Ding. Die eine Jugend lang teuer erkauften West- und Ost -Platten konnte das also vorerst nicht gefährden. Aber selbst für den begnadeten Westmenschen und seine auch nicht billig  erworbene Musiksammlung konnte die potentielle Sprengkraft der CD noch nicht sofort gefährlich werden. Denn Abspielgeräte waren mit 600- 1800 DM auch für West-Verhältnisse  teuer. Und für die noch selten aufgelegten Tonträger mussten 30 bis 45 DM pro Stück über den Ladentisch gehen. So blieb das vorerst ein Ding für die Geld- Schickeria und für besondere Technik -Freaks. 

Der Deutsche Osten konnte dazu durch seinen ökonomischen  Rückstand und durch seine chronisch klammen Kassen die CD- Technologie  nicht einführen.  Jedoch gab es da im Ostblock durchaus unterschiedliche Stände.  In Polen und in der damaligen CSSR konnte ich durchaus schon vereinzelt CD-Player in Haushalten bewundern, wenn auch nur in begüterten wie beispielsweise der der staatlich gut finanzierten Katholischen Priester.  

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 02/2011 

Die SED war mir Mutter, die Stasi Vater

Mittwoch 16 März 2011 um 09:12 Uhr von beatOpa in ZEITGESCHICHTE
Ein Interview von Thomas Steierhoffer
 
Salomea Genin war sechs Jahre alt, als sie 1939 von Berlin nach Australien emigrierte. Sie kehrte nach West-Berlin zurück, wo sie 1961 vom MfS angeworben wurde. 1963 siedelte sie in die DDR über und arbeitete lange bei Radio Berlin International. 1971 wurde sie Mitglied der Jüdischen Gemeinde Ost-Berlins.1982 brach sie mit dem MfS.
1932 als Kind polnisch-russischer Juden in Berlin-Wedding geboren, floh Salomea Genin im Mai 1939 mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten nach Australien. Mit 17 Jahren trat sie der Kommunistischen Partei Australiens bei. 1951 kam sie als Mitglied der australischen Delegation zu den Weltfestspielen der Jugend und Studenten nach Ost-Berlin und war von der DDR begeistert. Sie verließ Australien, um in der DDR ein besseres, antifaschistisches Deutschland aufzubauen, erhielt aber keine Aufenthaltserlaubnis in der DDR. So blieb Salomea Genin zunächst in West-Berlin und zeitweise in England, bevor sie 1963 offiziell nach Ost-Berlin übersiedeln durfte.
In West-Berlin hatte sie begonnen, als Informantin für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR zu arbeiten. Diese Tätigkeit setzte sie dann in der DDR fort. 1982 erkannte Salomea Genin: Statt zu helfen, die Welt zu verbessern, arbeitete sie für einen Polizeistaat. Sie brach mit der Stasi und wollte sich das Leben nehmen. Erst im Mai 1989 fand sie die Kraft, auch aus der SED auszutreten.
 
Das Interview lesen Sie in der Ausgabe 02/2011 

Von Vergebung und Verzeihen

Freitag 19 November 2010 um 10:51 Uhr von beatOpa in ZEITGESCHICHTE
20 Jahre deutsche Einheit - Zum Verhältnis von Tätern und Opfern
 
Von Thomas Steierhoffer 
 
In unserer Jahresserie „Blühende Landschaften“ hatten wir zu Beginn ein großes Interview mit dem Leiter der Stasi-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen veröffentlicht. Dr. Hubertus Knabe berichtete darin über das Verhältnis zwischen Tätern und Opfern im 20. Jahr der deutschen Einheit. Von Veregebung und Verzeihen kann nicht wirklich die Rede sein. Schließlich müssten die Täter den ersten Schritt auf ihre Opfer zugehen und zunächst ihre Taten bereuen. In nur ganz wenigen Ausnahmefällen ist es bislang zu einer Versöhnung gekommen! Mit diesem Beitrag möchten wir unsere Serie beenden. Wir sprachen mit Hubertus Knabe sowie mit Joachim Gauck über die Macht und die Chancen der Freiheit. 
Erich Mielke: "Aber ich liebe doch ... alle Menschen!" Wer hat diesen verzweifelten Spruch des Mörders, Folterers, deutschen Jägers, Kommunisten der ersten Stunde und Ministers für Staatssicherheit in der letzten Stunde der DDR nicht schon hundertmal bewitzelt? Aus der Sicherheit und der Freiheit der demokratischen Gesellschaft im 20. Jahr der deutschen Einheiit! Doch was sagt uns dieser verdorbene Greis, der niemals und niemandem vergeben konnte? Was ist das für eine merkwürdige Liebeserklärung an alle Menschen? Vorgetragen von einem der mächtigsten und gefürchtetsten Männer im Machtapparat der DDR, der zum Mord aufgerufen hatte an den Feinden des Sozialismus. Er sagt eigentlich nur das: ECCE HOMO! Sehet, hier stehe ich, ein Mensch, der in Angstschweiß ausgebrochen ist, weil er die Rache seiner Mitmenschen gar so fürchtet. Erich Mielke wird hier zur erbarmungswürdigen Kreatur! Er wird zum Menschen, den Gott geschaffen hat nach seinem Ebenbild. Erich Mielke ist plötzlich nicht mehr der verhasste Chef einer menschenverachtenden Geheimpolizei, sondern der um sein Leben bangende nackte Adam im Angesicht seines erzürnten Schöpfers.
Bevor die deutsche Einheit vor 20 Jahren in Freiheit vollendet werden konnte, mussten Opfer dargebracht werden. In den Folterkellern der Stasi litten Oppositionelle für ihren Glauben an die Freiheit. Dieter Drewitz war einer von ihnen. Heute führt er Besuchergruppen aus der ganzen Welt durch die Gänge und Katakomben mit den Gummi- und Dunkelzellen des von den Russen bereits nach dem Krieg eröffneten Stasi-Knasts in Berlin-Hohenschönhausen. Er saß hier anderthalb Jahre in Haft, weil er Briefe an den West-Berliner Radiosender „RIAS“ geschrieben hatte.
 
Den ganzen Essay lesen Sie in der Ausgabe 06/2010 

Leid positiven Sinn geben - Hubertus Knabe im Gespräch

Dienstag 23 März 2010 um 15:17 Uhr von beatOpa in ZEITGESCHICHTE

Hubertus Knabe wuchs in Mülheim an der Ruhr auf. Seine Eltern waren 1959 aus der DDR geflohen. Sein Vater, der renommierte Forstwissenschaftler Wilhelm Knabe, gehörte zu den Mitbegründern der Partei „Die Grünen“. Auch Knabe selbst engagierte sich früh bei den Grünen und in der Friedensbewegung. In Bremen gründete er 1978 ein Komitee für die Freilassung des DDR-Dissidenten Rudolf Bahro. Während einer seiner häufigen Besuchsreisen in die DDR lernte er dort 1979 seine spätere Frau kennen. Wegen seines politischen Engagements wurde ihm von 1980 bis 1987 die Einreise in die DDR verboten.
Nach seinem Studium der Geschichte und Germanistik an der Universität Bremen wurde Knabe1983 Pressesprecher der Grünen in Bremen. 1985 ging er als Stipendiat nach Budapest, anschließend promovierte er an der Freien Universität Berlin über Umweltkonflikte im Sozialismus. Von 1992 bis 2000 arbeitete Knabe in der Forschungsabteilung des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen. Seit 2001 ist er wissenschaftlicher Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen im ehemaligen zentralen Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit der DDR. Der PANKE-SPIEGEL besuchte Hubertus Knabe in Hohenschönhausen und sprach mit ihm über die Grundstrukturen des Terrorregimes der Stasi in der DDR sowie über Probleme bei der Aufarbeitung und historischen Bewertung des kommunistischen Unrechtssystems.

PS: Herr Dr. Knabe, kann es Versöhnung zwischen Tätern und Opfern der Stasi per Deklaration geben, so wie es der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck „angeregt“ hatte?
Knabe: Sicherlich nicht. Versöhnung ist ein sehr individueller Vorgang. Man stelle sich vor, man wird auf der Straße überfallen und soll sich dann mit dem Täter versöhnen. Das kann man nur selbst entscheiden, ob man sich dazu durchringen will. Das kann man nicht anordnen, wie Herr Platzeck das versucht hat. Ich glaube, er hat auf diese Weise nur versucht, seiner machtpolitischen Interessenslage einen philosophischen Überbau zu verpassen, der aber sehr unangemessen war.

PS: Setzt Versöhnung nicht Reue, Einsicht und die Bitte um Verzeihung seitens der Täter voraus?
Knabe: Ja. Das kennt man ja auch aus dem normalen Leben, z.B. wenn man sich heftig gestritten hat. Wenn einem jemand etwas Böses angetan hat, muss dieser den ersten Schritt gehen und sich entschuldigen. Er muss deutlich machen, dass er sich schämt für das, was er getan hat. Dann kann der andere vielleicht wieder auf ihn zugehen und sich versöhnen. In der Stasi-Problematik ist es jedoch so, dass die Täter genau diesen Schritt nicht gehen. Jedenfalls in neunundneunzig Prozent der Fälle nicht. Sie leugnen bis zum Schluss, sie behaupten, niemandem geschadet zu haben. Teilweise drehen sie gar den Spieß um und stellen sich selbst als Opfer dar, zum Beispiel als Opfer der Medien.

Das vierseitige Interview lesen Sie in der Ausgabe 02/2010

Pastor Braune - Ein Mann des kirchlichen Widerstands

Dienstag 02 Februar 2010 um 14:33 Uhr von nmuth in ZEITGESCHICHTE

Lobetal, das Zentrum der Hoffnungstaler Anstalten, liegt 15 Kilometer nordöstlich von Berlin und gehört heute zur Stadt Bernau. Ursprünglich als „Arbeiterkolonie“ für Obdachlose und Wanderarbeiter gegründet, vollzog sich bald ein Profilwandel hin zur großen diakonischen Einrichtung mit dem Schwerpunkt der Betreuung alter und behinderter Menschen.
Heute ist Lobetal „eine gute Adresse“ – so der Slogan dieses ganz besonderen Ortes, der Menschen mit und ohne Handicap vielerlei Gelegenheit zur Begegnung und ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht.
Noch bis Ende Februar ist im Panketaler Rathaus eine Ausstellung zu Pastor Braune zu besichtigen, verbunden mit künstlerischen Arbeiten von Menschen mit Behinderungen, entstanden in der Malwerkstatt der Hoffnungstaler Werkstätten.

Pastor Friedrich von Bodelschwingh hatte 1882 als Leiter der Anstalt Bethel bei Bielefeld dort in unmittelbarer Nähe die erste Arbeiterkolonie gegründet. Als Abgeordneter des Preußischen Landtags erlebte er in Berlin das Elend arbeits- und obdachloser Menschen, die in überfüllten Obdachlosenasylen nächtigten.
Am 28. März 1905 entstand auf Bodelschwinghs Initiative der „Verein Hoffnungstal für die Obdachlosen der Großstadt Berlin e.V.“, und wenig später wurde in Rüdnitz bei Bernau die Arbeiterkolonie „Hoffnungstal“ errichtet. Sie war Heimstätte für die „Brüder von der Landstraße“, wie Bodelschwingh die Obdachlosen und Wanderarbeiter liebevoll nannte.
Der Zustrom war so groß, dass 1906 eine weitere Kolonie errichtet wurde. Die schöne Lage, in einem Tal am Mechesee, schien Bodelschwingh geeignet, dass „Menschen dazu kommen können, Gott zu loben“ – daher der Name Lobetal.

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Ausgabe 01/2010

Turban, Fez und Totenkopf

Freitag 29 Januar 2010 um 08:47 Uhr von beatOpa in ZEITGESCHICHTE

Der Großmufti von Jerusalem - Ein (fast) vergessener persönlicher Freund Himmlers, Eichmanns und Arafats

Mit seiner 53-minütigen NDR-Dokumentation „Turban und Hakenkreut – Der Großmufti und die Nazis“ hat Regisseur Heinrich Billstein ein fast vergessenes Kapitel aus den dunklen Jahren des Dritten Reiches beleuchtet. Er zeigt, wie sich der Großmufti von Jerusalem mit der Judenvernichtung der Nazis identifizierte, wie er sich andiente und mit seinen Hasspredigten im goldenen Berliner Exil Wasser auf die Antriebsräder der industriellen Menschenvernichtung goss. Und zwar nicht Glas für Glas, sondern Fass für Fass. Der deutsch-französische Kulturkanal ARTE hatte die Doku Ende letzten Jahres in seinem Nachtprogramm ausgestrahlt
Er war 16 Jahre lang das religiöse Oberhaupt der arabischen Muslime und arbeitete eng mit den Nationalsozialisten zusammen: Mohammed Amin al-Husseini. Im Zweiten Weltkrieg floh er vor den Briten und fand Zuflucht in Deutschland. „Der ehemalige Mufti von Jerusalem Mohammed Amin al-Husseini - heute eine umstrittene Figur der islamischen Welt - galt in den 20er bis 40er Jahren als bedeutende politische und religiöse Autorität der Palästinenser“, teilt ARTE mit. „Sein Antisemitismus ließ ihn ab 1937 offen mit den Nationalsozialisten kollaborieren. So lebte Al-Husseini zu Beginn der 40er Jahre in Berlin und unterstützte die Nazis mit seinem Einfluss, den er als religiöses Oberhaupt der arabischen Muslime und als deren politischer Führer genoss.“

Den ganzen zeitgeschichtlichen Essay lesen Sie in der Ausgabe 01/2010

Dankbar für Einheit und Freiheit

Freitag 29 Januar 2010 um 08:39 Uhr von beatOpa in ZEITGESCHICHTE

Als die Mauer vor 20 Jahren fiel und Deutschland 1990 wiedervereinigt wurde, prophezeite der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl im Blick auf den Osten des Landes, auch dort würden bald „blühende Landschaften“ entstehen. Was aber ist aus dieser Vision geworden? Wo stehen wir heute – 20 Jahre nach dem Fall der Mauer – politisch, wirtschaftlich, menschlich? Haben sich diese „blühenden Landschaften“ entwickelt? Und wenn nicht: Was können wir tun, um sie entstehen zu lassen? 20 Jahre deutsche Einheit sind das Thema, das den PANKE-SPIEGEL in diesem Jahr beschäftigen wird.

Teil 1 unserer neuen Serie "Blühende Landschaften" lesen Sie in der Ausgabe 01/2010

Der wahre Star ist das Publikum - 40 Jahre Woodstock

Dienstag 04 August 2009 um 08:31 Uhr von beatOpa in ZEITGESCHICHTE

Von Matthias Horwath

Im Sommer 1969 erlebte nahe der Metropole New York das berühmte Woodstock-Festival seinen Ursprung. Dieses Rock-Festival fand nicht wie erst geplant in Wallkill, nahe Woodstock,  sondern in White Lake,  nahe der Ortschaft Bethel statt.
Woodstock ist vorerst ein ganz gewöhnliches Festival, welches sich schon in zahlreicher Reihenfolge mit vielen anderen Pop-Festivals der Zeit befindet. Ein wohl eher geschäftsnaiver Typ Namens Michael Lang, der angeblich für ein neues Studio Kohle braucht, verbindet sich mit zwei PR-Typen und tritt das Festival in seine Spuren. 
Die Hochzeit der Hippies ging bereits 1967  über die Bühne. Und wie schon immer auf der Welt, wird nun für das ersehnte große Geld aufgekocht, was einmal Avantgarde war. Lang gelingt dies nicht ohne Herzschmerzen. Seine Headliner des Festivals sind überbezahlt, der Rest der Künstler eher unzuverlässig,  das Equipment hinterwäldlerisch. Die Security, wenn man von ihr überhaupt sprechen kann, bricht in sich zusammen. Und das Management wird auf Grund mangelnder Erfahrung Opfer derer, die sich über die niedergerissenen Absperrungen ein Gratis-Konzert verschaffen. Beinahe eine halbe Million Typen gelingt der Run auf das Festivalgelände. Eine weitere halbe Million  bleibt auf dem Wege zum Woodstockfestival, das auf einer angemieteten Farm stattfindet,  im Verkehrschaos stecken. Die angesagte Uniformität der 69er Zeitgenossen sind  Jeans, lange Haare und des öfteren biblische Bärte. Weiße Stadtkinder entkommen den besorgten Blicken der Eltern für drei wilde Tage und verwüsten das Land. Der Landvermieter aus Bethel, Max Yasgur, muss erhebliche Anteile seines Mieterlöses  für die Renaturierung der hinterbliebenen Landwüste zurückzahlen.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2009

"Rote Sonne grüßt Mao Tse-Tung"

Freitag 29 Mai 2009 um 08:40 Uhr von beatOpa in ZEITGESCHICHTE

20 Jahre Mauerfall - Die Serie im PANKE-SPIEGEL - 3. Teil: Wie der Berliner Schriftsteller Lutz Rathenow die Wende erlebte

Ein Interview von Thomas Steierhoffer

Bücher, Bücher und nochmals Bücher. Lutz Rathenow lebt zwischen bedrucktem Papier. Platz zum Auswerten und Archivieren hat er genug. Der ehemalige DDR-Dissident und Systemkritiker lebt heute in einer Wohnung am Straußberger Platz. Wenn das keine Ironie der Geschichte ist? Diese Wohnungen wurden einstmals für systemtreue SED-Kader an der Stalinallee nahezu großbürgerlich errichtet.
Geboren wurde Rathenow in Jena. Nach Abitur und NVA-Wehrdienst studierte er Pädagogik, Deutsch und Geschichte. Im Zuge der Biermann-Affäre flog er aus politischen Gründen von der Uni. Seit 1978 ist er als freiberuflicher Schriftsteller tätig. Nach dem Erscheinen des Prosadebüts „Mit dem Schlimmsten wurde schon gerechnet“ (in der Bundesrepublik) wurde er verhaftet und lehnte ein Ausreiseangebot in den Westen ab. Rathenow gehört zu den bekanntesten Autoren der unabhängigen Literaturszene Berlins. Mit Wolf Biermann und Jürgen Fuchs trat er nach der Wende für eine umfassende Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit ein. Der PANKE-SPIEGEL traf den Schriftsteller in seiner Wohnung in Berlin-Friedrichshain, um über seine Erfahrungen mit dem real existierenden Sozialismus und über die Wende zu sprechen.

PANKE-SPIEGEL: Herr Rathenow, an welchem Punkt sind Sie als späterer Dissident zum ersten Mal mit dem real existierenden Sozialismus der DDR aneinander geraten?
Rathenow: Das scheint schon bei meiner Geburt der Fall gewesen zu sein. Meine Zangengeburt muss sehr schmerzhaft gewesen sein. Bis heute sieht man auf meinem Kopf noch eine Delle. Es gab ja damals auch noch nicht genügend Medikamente. Meine Mutter hatte noch ein halbes Jahr zuvor heftig mitdemonstriert am 17. Juni in Jena. Aus den Fenstern des Gewerkschaftshauses warf sie Akten auf die Straße. Mein Vater musste sie kurz bevor die sowjetischen Panzer kamen, buchstäblich aus diesem Haus herausziehen.
 

Das ganze Interview lesen Sie in der Ausgabe 3/2009

"Wir lernten, subtil zu provozieren"

Freitag 03 April 2009 um 14:53 Uhr von beatOpa in ZEITGESCHICHTE

Wie die Zepernicker Künstlerin  Rose Schulze die Wende erlebte

Ein Interview von Thomas Steierhoffer

Rose Schulze wird 1952 in Zepernick geboren. Von 1972 bis 1977 studiert sie an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee Malerei. Danach wird sie Meisterschülerin bei Walter Womacka. Seit nunmehr 30 Jahren arbeitet Rose als freischaffende Künstlerin in Zepernick.
Sie gehört von Beginn ihrer Karriere an nicht zu den Künstlern, die in der DDR gefördert werden. Rose sagt immer ihre Meinung und macht sich damit nicht nur Freunde. Der PANKE-SPIEGEL traf die fröhliche und offenherzige, aber auch nachdenkliche Frau in ihrem Atelier in der Unterwaldenstraße, wo sie heute neben ihrer Arbeit eine Malschule leitet.

PANKE-SPIEGEL: Welche Arbeiten konnten Sie als Künstlerin in den Jahren der DDR veröffentlichen?
Rose: Ich habe ja in Weißensee studiert. Mit dem Abendstudium, dem Direktstudium und der Meisterschülerschaft studierte ich zehn Jahre. Nach dieser Zeit war es dann gleich sehr rätselhaft ruhig um mich, trotz sehr guter Abschlüsse. Einem Teil der Studenten  wurde dann ganz schnell klar, dass wir auf einer Liste der beobachteten Künstler standen. Und so wurde uns natürlich von staatlicher Seite auch nichts ermöglicht. Es gab für mich also ganz wenige offizielle Aufträge. Einladungen zu größeren Ausstellungen habe ich fast gar keine erhalten. Wenn doch, dann durch Kunstwissenschaftler, die mich kannten und meine Arbeiten  trotzdem irgendwohin mitgenommen haben. Durch Künstlertreffen in Zepernick und den Kontakt zu Günter Kuhnert, der in Buch wohnte, waren wir im Visier der Staatssicherheit. Alles was ich damals doch machen konnte, war meinen eigenen Aktivitäten zu verdanken. So bin ich beispielsweise in Schulen, Kindergärten, Jugend-Clubs oder Berufsschulen Klinken putzen gegangen. Auf meine Frage, ob die nicht ein paar Farbtupfer auf das häufig elende Grau brauchen könnten, habe ich recht viele Aufträge für Wandmalereien bekommen. Mit diesen Aufträgen bestritten wir unsere niedrigen Ansprüche und die geringen Lebenshaltungskosten. Wir haben in einer eigenen Gemeinschaft überlebt.

Das ganze Interview lesen Sie in der Ausgabe 2/2009

Zur Novelle "Im Krebsgang" von Günter Grass

Freitag 03 April 2009 um 14:51 Uhr von beatOpa in ZEITGESCHICHTE

Kürzlich gelesen 

Von Angelika Klapper

Günter Grass ist jedem Oberstufenschüler mindestens vom Namen her bekannt. „Die Blechtrommel“ machte ihn zum Skandalautor, „Ein weites Feld“ verbindet Fontane mit den Ereignissen des Jahres 1989, „Mein Jahrhundert“ bietet Geschichte in kleinen Geschichten, bei denen der Zeitgeist des oft so uneinheitlich empfundenen Jahrhunderts aus jeder Seite lugt.
„Warum erst jetzt?“, so beginnt die Novelle „Im Krebsgang“, erschienen im Februar 2002. Dieser Satz, als Anfrage an den Autor wie an die deutsche Literatur, die Geschichtswissenschaft, die Öffentlichkeit bezieht sich auf die Publikmachung eines grausigen Ereignisses, der Versenkung des Flüchtlingsschiffs „Wilhelm Gustloff“ in der Ostsee am 30. Januar 1945 durch ein russisches U-Boot. Gewiss, die Geschichte dieses Schiffes bietet Stoff für einen Roman, die Schicksale seiner Opfer ebenfalls. Das furchtbare Geschehen gegen Kriegsende liegt zeitlich und von seiner Botschaft an uns Nachgeborene näher als der Untergang der Titanic.

Die ganze Rezension lesen Sie in der Ausgabe 2/2009

Vom Arzt zum Schriftsteller

Sonntag 08 Februar 2009 um 18:00 Uhr von beatOpa in ZEITGESCHICHTE

Von Angelika Klapper

Das Erscheinen des DDR-Romans „Der Turm“, der im Dresdner Bildungsbürgertum, um den „Weißen Hirsch“ angesiedelt ist, wurde mit Spannung erwartet. Fast tausend Seiten hat das Buch; manch einer mag gestöhnt haben: Ging´s nicht kürzer?  Doch der Roman liest sich gut, trotz, oder vielleicht sogar wegen seiner gewundenen Sätze, seiner rokokoähnlichen Spracharabesken.
Tellkamp ist ein guter Beobachter und ein sensibler Erzähler, der um Genauigkeit ringt und dabei das Spiel mit Wörtern und Satzeinschüben genießt. Er führt den Leser durch Bewusstseinsstrom und Empfindungsspiralen seiner Figuren am sicheren Faden in ein Zeitbild, das geprägt ist von der Spannung zwischen einer kunstsinnigen Nischenwelt und den Auswüchsen des späten real existierenden Sozialismus. Tellkamp ist Sohn eines Dresdner Arztes, 1968 geboren, schon als Jugendlicher schrieb er Gedichte und Prosatexte, die in der beliebten Satirezeitschrift „Eulenspiegel“ veröffentlicht wurden. Sein Ziel war jedoch der Arztberuf, die Zulassung zum Medizinstudium bekam er, als er für drei Jahre zur NVA verpflichtete, eine oft notwendige Voraussetzung für einen gewünschten Studienplatz. Als er im Oktober 1989 den Befehl verweigerte, als Panzerkommandant gegen Demonstranten auszurücken, schien das zunächst das Ende seiner beruflichen Zukunft. Doch die politische Wende machte das Studium  möglich, danach arbeitete Tellkamp als Arzt in Leipzig, New York und Dresden. 2004, nach der Verleihung des Ingeborg-Bachmann-Preises, gab er den Arztberuf auf, um sich ganz dem Schreiben widmen zu können.

Die gesamte Rezension lesen Sie in der Ausgabe 1/2009. In der Ausgabe 2/2009 bringen wir dann ein ausführliches Interview mit dem Autor Uwe Tellkamp

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Helmut Schmidt zum 90. - Hommage an einen großen Kanzler

Mittwoch 17 Dezember 2008 um 15:29 Uhr von beatOpa in ZEITGESCHICHTE

Von Thomas Steierhoffer

Am 23. Dezember 2008 feiert der ZEIT-Herausgeber und ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt seinen 90. Geburtstag

"Helmut möge mich überleben. Ich möchte nicht in einer Welt leben ohne Helmut!" Das sagt der frühere amerikanische Außenminister Henry Kissinger in einer Reportage zu Leben und Werk des wohl am meisten gebildeten Kanzlers der Bundesrepublik Deutschland, Helmut Schmidt. Und dann kommen Kissinger die Tränen. Was mag in seinem Kopf vor sich gehen? Sicher sind es viele Erinnerungen an den alten Freund, mit dem er gemeinsam - an dessen berühmter Hausbar - die drängenden Fragen der Deutschland-, Europa- und Weltpolitik diskutieren durfte. Henry Kissinger wurde als Heinz Alfred Kissinger im mittelfränkischen Fürth geboren. Sein Vater, Louis Kissinger, unterrichtete am Fürther Mädchenlyzeum Geschichte und Geografie, seine Mutter Paula Kissinger (geb. Stern) war die Tochter eines wohlhabenden jüdischen Viehhändlers aus Leutershausen nahe Ansbach. Henry Kissinger verbrachte mit seinem um ein Jahr jüngeren Bruder Walter seine Kindheit in Fürth. Doch zurück zum Jubilar. Wenn Adenauer der Kanzler des am Boden liegenden Nachkiegsdeutschlands war, der die letzten Kriegsgefangenen aus den Klauen Stalins nach Hause holte, und vor dem die Mütter und Ehefrauen - dem Heiligen Vater gleich - auf die Knie gingen und ihm die Hand küssten, Helmuth Kohl für ewig als der Kanzler der deutschen Einheit in die Geschichtsbücher eingegangen ist, Willy Brandt mit seinem Kniefall von Warschau den Dialog mit dem Osten eindrucksvoll einläutete, so ist und bleibt Helmut Schmidt der Kanzler, der tatsächlich aus seiner persönlichen sowie aus der Weltgeschichte gelernt hat. Er ist der Intellektuelle schlechthin. Ihm konnte kaum jemand im politischen Geschäft das Wasser reichen. Er war es, der Deutschland wieder einreihen konnte in die Weltgemeinschaft der Völker und der Wirtschaftsmächte. Und das trotz oder gerade wegen seiner eisernen Disziplin, seiner selbstlosen Arbeitswut und seiner enormen Bildung. Nichts wurde ihm geschenkt. Und doch hat er die Geiseln aus Mogadischu nach Hause gebracht. Als er von seinem Unterhändler "Ben Wisch" hörte, es habe auf Seiten der von palästinensichen Terroristen (Christen und RAF-Sympathisanten) Entführten keine Toten gegeben, öffneten sich beim Menschen Helmut Schmidt nach Tagen und Wochen unmenschlicher Anspannungen alle Schleusen; und dann liefen auch ihm die Tränen über die Wangen. Helmut Schmidt ist ein ganz großer Kanzler gewesen, ein Mann, der seinem Volk und seinem deutschen Vaterland diente, wie kaum ein anderer. Ohne seine Arbeit, ohne sein Beharren, ohne seine Vorleistung hätte es keine deutsche Einheit und keinen Fall der Mauer gegeben. Als Chefredakteur des PANKE-SPIEGEL verneige ich mich vor seinem Lebenswerk und würde ihm nur allzu gerne Feuer reichen für seine nächste Zigarette ... (Mögen es noch viele Stangen seiner Lieblingsmarke werden!)

Mysteriöse Aura - NICO 70/20

Sonntag 14 Dezember 2008 um 13:15 Uhr von beatOpa in ZEITGESCHICHTE

Der PANKE-SPIEGEL sprach mit dem Berliner Musiker und NICO-Freund Lutz "Lüül Ulbrich" über eine der bedeutendsten Künstlerinnen aus deutschen Landen, die jedoch eher in Amerika, England, Frankreich und Spanien gefeiert wurde. NICO wäre in diesem Jahr 70 Jahre alt geworden. Außerdem jährte sich ihr Todestag zum 20. Mal (NICO 70/20).

PANKE-SPIEGEL: Nach 20 Jahren ist NICOs Grab im Berliner Grunewald abgelaufen. Gibt es Initiativen, um dieses Grab zu erhalten?
Lüül: Diese Frage beschäftigt mich gerade sehr intensiv. Ich bin nämlich der Ansprechpartner für die Grabstelle. Das war mir bislang gar nicht so klar, weil wir die Beisetzung 1988 mit der Tante von NICO gemeinsam organisiert hatten. Jetzt habe ich mich erkundigt, und es ist tatsächlich so, dass die Grabstelle im Februar 2009 abläuft. Jetzt muss sie quasi erneuert werden. Nach verschiedenen Anfragen will ich nun ein Spendenkonto einrichten. Es gibt sehr viele Fans, die gerne 20 Euro oder so spenden möchten, um NICOs Grab zu erhalten. Es handelt sich um 614 Euro für 20 Jahre. Das ist nun keine so horrende Summe, als das wir sie nicht aufbringen könnten. Auch als schöne Geste an die Fans sehe ich diesen Hilsfond, um den ich mich jetzt kümmern werde ...

Das ganze Interview lesen Sie in der Ausgabe 4/2008 des PANKE-SPIEGEL

Seltsam ist die Welt - Czeslaw Niemen

Mittwoch 15 Oktober 2008 um 10:18 Uhr von beatOpa in PORTRÄT, ZEITGESCHICHTE

Von Matthias Horwath

Was haben Marlene Dietrich, die Chemical Brothers und Richard Ashcroft gemeinsam? Sie übernahmen Songs aus Czeslaw Niemens Repertoire. Das sind jedoch nur Episoden auf einem sehr weiten,  musikalischen Weg eines Ausnahmekünstlers. „Ein Russe ein Russe!” rief ich aufgeregt, als ich vielleicht 1971 erstmalig Niemens markante Stimme im Radio vernahm. Das war das berühmte  „Jednego Serca”, ein expressiver Blues in polnischer Sprache von der 1969er LP „Niemen Enigmatic“. Dieser Titel erinnerte ein wenig an Joe Cockers „With A Little Help From My Friends” vom 69er Woodstock-Festival. Niemen kam aber wesentlich wilder daher. Ein Mann mit einer unglaublich expressiven Stimme hing an einer heißen Hammondorgel und sang, als wäre es zum letzten Abendmahl. Eine atemberaubende Atmosphäre russophiler Black Music elektrisierte die Hörer ...

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 3/2008