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Album des Jahres 2013

Samstag 21 Dezember 2013 um 14:11 Uhr von beatOpa in VINYL & CD

So, liebe Leserinnen & Leser, es wird Zeit, das Album des Jahres 2013 zu küren:

01. Bob Dylan - "Bootleg Series Vol. 10 - Another Self Portrait"
02. Black Sabbath - "13"

Der dritte Platz wird in diesem Jahr nicht vergeben!

Ein Großer im kleinen Studio

Mittwoch 21 August 2013 um 08:49 Uhr von beatOpa in VINYL & CD

Am Abend des Panketaler Bürgerentscheids präsentierten Frank Korb und Bert Eulitz  vom "Studio 7" einen der ganz Großen des DDR-Rock: André Herzberg, Gründungsvater von Pankow. Er gehörte zu den Aufsässigen mit dem „Aufruhr in den Augen“. Herzberg spielte ein beachtliches Soloprogramm aus neuen Songs in der Wohnzimmeratmosphäre des kleinen Studios vor rund 50 Gästen. Seine Lieder handeln heute von Freiheit, Liebe und Selbstzweifeln. Der Leadsänger von Pankow ist älter geworden, aber damit auch reifer. Sein Stimmvolumen hat offensichtlich zugenommen, zumal in den Tiefen. Als er zum Abschluss des Abends „Die wundersame Geschichte von Gabi“ vom Album „Kille Kille Pankow“ anstimmte, fiel das zumeist ebenfalls reifere Publikum in den Gesang ein. Eine gehörige Portion Nostalgie ob der verflogenen Jugend lag im Raum und rockte ganz nebenbei mit ...    

Ein Meisterwerk wurde gerettet

Montag 19 November 2012 um 16:53 Uhr von beatOpa in VINYL & CD
Ich möchte mich ganz herzlich bei meinem Freund, dem Ausnahmegitarristen Eberhard Klunker bedanken für das tolle Interview, das er dem PANKE-SPIEGEL zu einem Meisterwerk gab! "Savannah" von der Hansi Biebl Band (P) 1975 wurde eingestampft. Doch durch den Zufall einer falschen Labelung im Archiv vom VEB Amiga konnten die Mastertapes gerettet und nach der Wende auch auf Vinyl erscheinen. Mehr wird nicht verraten - lest den PANKE-SPIEGEL 01/2013 ...

"The Beat Goes On 2013"

Montag 19 November 2012 um 15:05 Uhr von beatOpa in VINYL & CD

Soeben sind die Belege eingetroffen! Diesmal ist der beatOpa™ mit einem Beitrag zu "The Plastic People of the Universe" vertreten. Dank nochmals an meinen Bruder, Freund und PANKE-SPIEGEL Autor der ersten Stunde, Matthias Horwath in DD - so wie im Buch schon betont. 


The Beat Goes On
† Kalendarium toter Musiker für das Jahr 2013 †

Wir sind wieder da! "The Beat Goes on" kehrt auch 2013 zurück. Mitte Oktober erscheint die sechste Ausgabe unseres kleinen Büchleins.

Wie immer mit neuen Geschichten und noch mehr Toten! Mehr als 1700 verstorbene Musiker und Musikerinnen warten darauf, wiederentdeckt und unter Zuhilfenahme hochprozentiger Getränke gewürdigt zu werden.

480 Seiten
10 x 16,2 cm

leinengebundenes Hardcover mit Goldprägung, abgerundeten Ecken und Lesebändchen

ISBN 978-3-940029-92-8
EUR 15,-

Nina kommt

Mittwoch 19 September 2012 um 11:55 Uhr von beatOpa in VINYL & CD

Freut euch auf ein Interview mit der herrlich schrägen Nina Hagen in der PANKE-SPIEGEL Ausgabe 06/2012

Das große Totenbuch der Rockmusik

Montag 23 April 2012 um 09:45 Uhr von beatOpa in VINYL & CD

Die beiden leidenschaftlichen Fans der Rockmusik und des Jazz, Stefan Hauser und Milan Tillich, haben den 5. Jahrgang eines Jahreskalenders mit den verstorbenen Größen der populären Musik auf den Markt gebracht. Die deutsche Ausgabe des in schwarzes Leinen gebundenen Buches beträgt 4.000 Exemplare. 2.000 Stück wurden in englischer Sprache gedruckt. Das Projekt sucht weltweit seinesgleichen  

PANKE-SPIEGEL: Wo kommt ihr her, welchen biographischen Hintergrund bringt ihr mit?

Milan: Ich komme aus Panschwitz-Kukau, was in Sachsen liegt, in der Lausitz. Von dort kenne ich Stefan, der aus Bautzen stammt. Ich habe eigentlich sehr früh angefangen, mich mit alter Musik zu beschäftigen. Die erste CD, die ich geschenkt bekam, war tatsächlich „Help“ von den Beatles! Das war nämlich die Zeit, wo alle Welt von Vinyl auf CD umgestiegen ist. Mit Stefan habe ich dann sehr viel Heavy Metal gehört und eigentlich alle Dekaden der sogenannten „Elternmusik“ für mich selbst nochmal aufgerollt. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich auf Vinyl umgestiegen bin. Ich wohnte damals mit Stefan zusammen, und der hatte schon eine riesige Plattensammlung. So entstand das Interesse. Stefan ist ja 13 Jahre älter als ich, und ich bezeichne ihn gerne als meinen väterlichen Freund.
Stefan: Zu mir gibt es nicht viel zu sagen. Ich bin Jahrgang 70 und habe eine typische Ostbiografie mit Jungpionieren, FDJ und Lehre zum Technischen Zeichner. Die Musik war in meinem Leben irgendwann da, aber ich kann nicht sagen, wie. Meistens kam das Material über tausendmal überspielte und abgenudelte Tapes aus dem Untergrund, die jemand in Ungarn oder Polen gekauft und dann überspielt hatte. Aber plötzlich beschäftigte ich mich immer mehr mit der Musik. Oft habe ich die Namen der Bands und der Titel rein phonetisch erfasst und rausgeschrieben. Als ich dann später die echten Namen erfuhr, war die Überraschung mitunter groß. Aber es war schon auch lustig. Auf wundersame Weise hat sich unser Musikwissen auf einmal gebündelt und in dem Buch manifestiert.
 
Das ganze Interview lesen Sie in der Ausgabe 03/2012  

Keith is GOD oder Vinyl lebt!

Mittwoch 29 Februar 2012 um 08:20 Uhr von beatOpa in VINYL & CD

Von Thomas Steierhoffer

Gegen 01:30 Uhr erhalte ich die E-Mail, in der mir der Plattenhandel mitteilt, das bestellte Doppelalbum sei an mich verschickt worden. Voller Begeisterung und Vorfreude bleibe ich noch eine Weile am Rechner und lese die Zug um Zug eingehenden Informationen: „Greven: Die Sendung wurde im Start-Paketzentrum bearbeitet.“ Etwas später: „Die Sendung ist ins Ziel-Paketzentrum unterwegs.“ Dann werde ich müde, gehe ins Bett und freue mich auf den nächsten Tag. Im Internet heißt es gleich morgens: „Börnicke: Die Sendung wurde im Ziel-Paketzentrum bearbeitet.“ Etwas später lese ich dann schon: „Die Sendung wurde ins Zustellfahrzeug geladen.“ Nun weiß ich genau, es dauert noch etwa zwei Stunden, dann ist das Album da! Nach zweieinhalb Stunden klingelt mein freundlicher Postbote und übergibt mir das heiß erwartete Paket. Ich frage ihn: „Wissen Sie, was Sie mir gebracht haben? Er: „Eine Schallplatte?“ Zunächst stutze ich. Dann wird mir klar, dass er auch schon älteren Baujahres ist, und ich lächle: „Keith Richards! Doppelvinyl! Rot!“ Unsere Blicke treffen sich, werden tief, und plötzlich weiß ich, dass er weiß ... 

Die weißen Handschuhe und das Schweizermesser liegen schon bereit

Vorsorglich habe ich mir – vorbereitet wie immer – meine weißen Samthandschuhe bereitgelegt, das rote Taschenmesser aus der Schweiz schon ausgeklappt. Endlich ist es so weit. Ich öffne das Packet mit einem Ruck am Zugfaden aus rotem Plastick. Der Deckel geht ganz leicht auf. Und jetzt halte ich die beiden Schallplatten endlich in der Hand: „Keith Richards – Vintage VVinos“. Gänsehaut überläuft meinen Rücken. Allein schon das Cover! Weißer Hintergrund mit einem schwarzen Aufkleber. Darauf ist zu lesen: „The first solo collection from Keith Richards – 2 LPs on red 180g Vinyl ...“ Und dann der Mann, der mir der Gott des Rock’n’Roll schlechthin zu sein scheint: Keith leibhaftig. Nicht nur auf dem Cover, schwarz-weiß zeigt er uns seinen markanten Rücken, seine leicht angegraute Mähne wird vom berühmten Stirnband in Form gehalten, der Ohrring hängt tief, in seiner rechten Hand schwenkt der Gitarrist der wohl größten Rockband aller Zeiten ein volles Bierglas mit fein säuberlich gezapfter „Tulpe“. Seine Jeans sind diesmal über die Stiefel gezogen, in denen er sein Messer stets am Mann führt. Der schwarze Lodenmantel berührt fast den Boden, nein, er berührt ihn! Wie ein König im Ornat scheint sich Keith aus dem Bild zu schleichen. Doch damit nicht genug, wie bereits angedeutet. Die Seite 4 des Doppelalbums zeigt die beschriebene Szene noch einmal, hier jedoch tief in Vinyl gepresst. Also, Vorsicht! Hier bitte keine Abtastnadel ansetzen ...

Die ganze Rezension lesen Sie in der Ausgabe 02/2012

Freitag 28 Oktober 2011 um 08:40 Uhr von beatOpa in VINYL & CD

Biermösl Blosn sagen "Servus

Habedieehre!

Jetzt ist es also heraus. Die BiermöslBlosn löst sich nach 35 Jahren Zusammenarbeit auf, und es warenwirklich sehr schöne, erfüllte 35 Jahre!

Aber, daß wir drei uns als Gruppetrennen ist halt einmal, unter dem Aspekt der Vergänglichkeit allerDinge betrachtet, ein ganz normaler, wenn auch schmerzhafter Vorgang.

Jeder von uns verändert sich und wirdälter. Dabei denkt man sich für die verbleibende Zeit, was will ichnoch machen, was steht an und mit wem kann ich das, was ich nochvorhabe am besten und angenehmsten verwirklichen.

So werden wir mit unseren dreiWellkürenschwestern und unserem Bruder Karli im Februar nächstenJahres an den Münchner Kammerspielen ein Stück, "Fein sein,beinander bleiben" unter der Regie von unserem hochgeschätztenFreund Franz Wittenbrink herausbringen. Der Gerhard Polt, andereGeschwister, Freunde und Kollegen, sowie unsere Mutter werden sichals Gäste auf der Bühne abwechselnd einfinden. Genauso werden wirzusammen mit Karli ab und zu, auch im Verbund mit dem Gerhard dieBühnen in Eurer Umgebung heimsuchen. Ich (Stofferl) für meinen Teilhabe vor mich auch wieder mehr der klassischen Musik zuzuwenden unddie Well-Buam werden, solange sie noch frisch und gesund sind,weiterhin unverdrossen für Euch zum Volkstanz aufhupen.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 06/2011

Louis Armstrong: Der Stern der Sterne

Mittwoch 31 August 2011 um 10:55 Uhr von beatOpa in VINYL & CD
Von Lutz Eikelmann
 
Unzählig wie die Sterne am Himmel sind die Artikel über den “King Of Jazz“, Louis Armstrong (1901-1971). Ebenfalls kaum erfassbar ist die Zahl seiner Schallplattenaufnahmen und Film-Produktionen und auch die Zahl der Bücher über Louis Armstrong ist nicht mehr überschaubar. Dies sind Indizien für die Bedeutung dieser charismatischen Persönlichkeit, deren Genre übergreifender Erfolg und Beliebtheit auf der ganzen Welt seit fast neun Jahrzehnten zu bewundern und zu erkennen ist. Spätestens ab 1922 eilte Armstrongs Ruf ihm unter amerikanischen Musikern USA-weit voraus, ließen seine Hot Five-Aufnahmen ab 1925, allen voran der Titel “Cornet Chop Suey“, Musiker und Kritiker international aufhorchen. 1929 erzielte er mit dem Broadway-Musical-Erfolg “Ain´t Misbehavin´“ seinen Durchbruch als Popmusiker und seine Beliebtheit beim „breiten Publikum“, die weit über seinen Tod hinaus bis heutzutage anhält, begann. Hits aus allen Epochen seines Schaffens wurden zu wahren Evergreens und weltweiten Ohrwürmern, z.B. I can´t give you anything but love; On the sunny side of the street; Dream a little dream of me; Tiger Rag; When the Saints go marching in; C´est si bon; Skokiaan; Blueberry Hill; Give me a kiss to built a dream on; What A Wonderful World und unzählige andere Titel. Nicht zuletzt das unvergessene “Hello Dolly”, mit dem er 1963 die Beatles inmitten der Beatlemania vom Platz 1 der US-Charts stieß.
 
Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 05/2011 

Die Väter des britischen Blues

Mittwoch 29 Juni 2011 um 10:38 Uhr von beatOpa in VINYL & CD

Von Lutz Eikelmann

Als in den späten 1940er Jahren das Revival des traditionellen Jazz in England aufzublühen begann, entstand im Schatten dieser musikalischen Bewegung die britische Blues-Szene, deren wichtigste Pioniere der Trompeter, Gitarrist und Sänger Ken Colyer (18.4.1928-8.3.1988), der Gitarrist und Sänger Alexis Korner (19.4.1928-1.1.1984), der Posaunist, Kontrabassist und Sänger Chris Barber (geb.17.4.1930) und der Banjospieler, Gitarrist und Sänger Lonnie Donegan (29.4.1931-3.11.2002) werden sollten. Dass Blues einen Nerv des britischen Publikums traf, blitzte bereits 1948 auf, als Humphrey Lyttletons Jazz Band mit dem „Bad Penny Blues“ (featuring Johnny Parker/piano), einem Boogie Woogie, einen ersten Erfolg in der britischen Hitparade erzielen konnte. 
 
Chris Barber berichtete wiederholt, bereits ab 1950 eine feste „(Rhythm And) Blues Group“ mit Alexis Korner, dem späteren „Vater des weißen Blues“ wie ihn die britische Musikzeitschrift „Melody Maker“ nannte, als eine in seine Jazzband integrierte Kleinbesetzung geführt zu haben. Und Ken Colyer gab bereits in den Jahren 1949ff im Programm der Crane River Jazz Band Skiffle-Einlagen. Skiffle? Laut Alexis Korner ein Synonym für Blues, bevor Lonnie Donegans spätere Comedy-Hit-Erfolge zwischen 1957 und 1961 wie „Puttin´ On The Style“, „Does Your Chewing Loose Its Flavour…?“ und „My Old Man´s A Dustman“ dem Begriff eine neue Bedeutung verschafft hätten. Skiffle – dieses dürfte in den 1920er und 1930er Jahren das afro-amerikanische Wort für Jam-Sessions gewesen sein. Laut Chris Barber und Lonnie Donegan entdeckte man es auf einer alten Schellackplatte, „Dan Burley: Hometown Skiffle“, und habe ihn eben als geeigneten Marketing-Begriff gesehen, als die Promoter 1953 für die Plakate ein griffiges Schlagwort für die vokalen Einlagen mit Blues, Folk und Worksongs begleitet von Gitarren, Kontrabass und Waschbrett im Rahmen des Jazzband-Programms von „Ken Colyer´s Jazzmen“ (1953/54 ca. ein Jahr lang u.a. mit Ken Colyer, Chris Barber und Lonnie Donegan) suchten. Chris Barber hatte bereits in jungen Jahren mit dem Sammeln von Jazz- und Blues-Schallplatten begonnen und über Kens Bruder Bill, der eifrig Schallplatten aus Amerika importierte, konnten diese musikalischen Pioniere bereits frühzeitig afro-amerikanische Vokaltraditionen studieren und ihr Repertoire aus erster Hand schöpfen. Auch der bereits 1946 in Deutschland stationierte und als Rundfunkmann beim frühen NWDR in Hamburg arbeitende Alexis Korner dürfte frühzeitig mit afro-amerikanischen Blues-Scheiben in Berührung gekommen sein. 
 
Den ganzen Essay lesen Sie in der Ausgabe 04/2011 

Vor 40 Jahren erschien das "Rote Album"

Mittwoch 29 Juni 2011 um 10:28 Uhr von beatOpa in VINYL & CD
Von Matthias Horwath
 
Auf dem polnischen Staatslabel MUZA erscheint 1971 Czeslaw Niemens erstes Doppelalbum. Eigentlich unbetitelt, geht das neue, suggestive Album mit seinem knallig rot-schwarzen Cover als „Rotes Album“ in die Analen der internationalen Musikgeschichte ein. Der Ausnahmesänger und Musikant Niemen veröffentlicht zuvor, 1969, mit neuer Band seine epochale „Enigmatic“ LP (vgl. PANKE-SPIEGEL 03/2008). Das „Rote Album“ wurde mit führenden Jazzmusikern des Landes zwischen 1970 und 1971 live (Studio) im Vierspur-Verfahren eingespielt. Internationale Einflüsse von italienischem und von osteuropäischem Liedgut, von Stevie Winwood und Zeitgenossen, der schwarzen Band WAR, den Tempten und seiner Chuzpe überhaupt fanden die Machthaber der kommunistischen Partei Polens (PVAP) keine reine Freude. Jedoch waren sie schlussendlich starken Persönlichkeiten gegenüber ohnmächtig, auch angesichts der unbezwingbaren Historie des Landes. Da sie aber dennoch die gefährlichen Feuer ihrer Macht schürten, übten sie diese aus, wie es am Ende alle Diktaturen weltweit zu tun pflegen: mit psychologisch geschulter Schikane, mit Hatz und Hetze. Niemen ging, wohl auch zum Selbstschutz, für einige Zeit nach Italien. Er brachte dabei wohl auch seine menschliche und musikalische Reifung auf die Rillen des neuen Albums.
 
Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 04/2011 

Über allem schwebt der Geist von Miles

Mittwoch 29 Juni 2011 um 10:20 Uhr von beatOpa in VINYL & CD
Von Daniel Killy 
 
Es gab einmal Zeiten, da dachte die gesamte Musikwelt bei Fusion an fetzige Klänge an der unsichtbaren Grenze zwischen Rock und Jazz. Das scheint unendlich lange her zu sein. Blickt man heute in den Duden, ist man verwirrt – Fusion, was ist das? Verschmelzung zweier oder mehrerer Unternehmen oder [politischer] Organisationen, (Biologie) Verschmelzung von Zellen oder Chromosomen, (Optik) Vereinigung der Bilder des rechten und linken Auges zu einem einzigen Bild, (Physik) Verschmelzung zweier leichter Atomkerne zu einem schweren, wobei Energie frei wird. Wie gesagt, es gab mal eine Zeit, da dachte man bei Fusion an ganz etwas anderes – eine Zeitreise.
Elektrogitarre statt Saxophon, E-Bass statt Kontrabass, Synthesizer statt Trompete, dazu raue Rock-Rhythmen und freie Läufe in der Tradition des Free- und Cooljazz. So ließe sich vielleicht – unzulänglich – „Fusion“ umschreiben. Doch Fusion war keine Definitionssache, Fusion war ein Gefühl. 
Zunächst ein relativ unsicheres, denn vor der Geburt stand die Krise. Der Jazz der 60er befand sich nämlich nach den harmonischen Exkursionen des Cool Jazz’ und Hard Bop der 50er in einer Klangkrise. Charlie Parker und John Coltrane hatten mit dem Freejazz die Grenzen des Populären und Hörbaren ausgereizt. Spätestens mit dem Tode Coltranes 1967 wurde die Krise des Jazz offenbar: zu elitär, zu akademisch, zu weit weg von den Wurzeln.
Auf der anderen Seite des musikalischen Spektrums hingegen boomte der Rock: Ungezähmt und rau, aber doch mit derselben Verwandtschaft: Blues, Gospel, Arbeitssongs … Da lag es nahe, sich auf einander zu zu bewegen. Unter den ersten waren jazzseitig Gary Burton und die Brecker-Brüder Michael und Randy, auf Seiten des Rock erweiterten Cream, Jimi Hendrix und Frank Zappa ihr Repertoire mit Jazz-Elementen. Doch wo ein neuer Trend war, da war stets auch Miles Davis. Der geniale Trompeter hatte schon den Bebop und den Cooljazz geprägt – nun war es an der Zeit, der noch jungen Fusion seinen Stempel aufzudrücken. Auf dem Album In a „Silent Way“ von 1969 tauchten schon spätere Protagonisten der Fusion auf: Joe Zawinul, Chick Corea, Herbie Hancock, John McLaughlin. Nur sechs Monate später erschien „Bitches Brew“, eines der wichtigsten und bestverkauften Alben des Jazzrock.
 
Den ganzen Essay lesen Sie in der Ausgabe 04/2011 

Diamanten und Rost

Samstag 07 Mai 2011 um 09:15 Uhr von beatOpa in VINYL & CD

Forever young - zum 70. Geburtstag von Jan Baez & Bob Dylan

Von Matthias Horwath 

Joan Baez erblickt wenige Monate vor Bob Dylan, am 9. Januar 1941, in Staten Island, New York, das Weltenlicht. Aus der Familie Baez stammt noch eine weitere Berühmtheit, die Folksängerin Mimi Farina, Joans Schwester. Für die einen erklingt mit Joan Baez' kräftigem Sopran die himmlischste Folkstimme der Welt, für andere ist sie eher eine nervige wie umtriebige Politaktivistin. In der mit 70 Jahren noch immer schönen US-Amerikanerin, deren Mutter Schottin und deren Vater Mexikaner ist, vereinen sich vielleicht beide Aspekte zu einem einzigartigen Spannungsgeld. Die Erfahrungen der aus einem  intellektuellen wie kosmopolitischen Elterhaus stammenden Schöheit Joan werden durch die Politik der Atomrüstung und des beginnden Kalten Krieges sowie über die antikommunistische Hysterie in den USA in den  50er Jahren entscheidend geprägt. Folksongs und ihre Interpreten sind in den USA derzeit populär. Baez folgt in der Tradition von Sängern und Aktivisten  wie Woodie Guthrie, Peete Seeger und vielen eher links  und antirassistisch  orientierten US-Künstern. Schon 1960 erscheint Joans erste LP. Zum eigenen Gesang und Gitarrenspiel lässt sie sich hier von einem zweiten Gitaristen begleiten. Joan Baez  wird bald mit ihrer klaren und starken Sopran-Stimme  weit über die Staaten hinaus zur Größe, bevor sie ein damals noch unschuldig wirkendes Milchesicht  mit dem Künsternamen Bob Dylan berühmt macht. Bob verfasst geniale Songs, Joan interpretiert sie mit kompetenter Stimme. Mitte der Sechziger brachten die Briten mit den Beatles,  Stones, Yardbirds und anderen  eine musikalische  Erneuerung und gleichzeitig  die Elektrifizierung der amerikanischen Folkmusik mit. Den eher naiven und quasi unpolitischen Popsongs der Zeit setzen Dylan und Baez mit ihren nun unter Protesten elektrifizierten Folksongs bewusst gesellschaftliche und politische Aspekte entgegen. Baez politisches Engagement erscheint gegenüber Dylan wesentlich stärker und eher im Fokus der aktuellen Zeitereignisse, die spätestens um 1968 mit dem Vietnamkrieg in den Staaten auf ein sehr kritisches Level zusteueren.  Ihr Soloaufritt von Woodstock grub sich dafür beinahe verklärend und symbolisch über die legendären  Woodstock- Alben und den noch berühmteren Scorsese-Film in's kollektive Gedächtnis der Menschheit ein.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 03/2011 

40 Jahre "Blue" von Joni Mitchell

Samstag 07 Mai 2011 um 08:43 Uhr von beatOpa in VINYL & CD

Von Daniel Killy

1971 – der „Summer Of Love“ ist vier Jahre her, und die Weltlage alles andere als liebevoll. In Vietnam tobt ein gnadenloser Krieg, zwischen Ost und West herrscht Eiszeit. Willy Brandt erhält für seinen Versuch, das Eis zu brechen, den Friedensnobelpreis. Erich Honecker beerbt Walter Ulbricht als Erster Sekretär des ZK der Sie wissen schon und die Schweiz führt, immerhin, das Frauenwahlrecht ein. Auf dem amerikanischen Kontinent passiert auch Bemerkenswertes – in Gestalt einer Schallplattenveröffentlichung. „Blue“, das vierte Album der kanadischen Sängerin und Liedermacherin Joni Mitchell, erscheint. Zum 40. Geburtstag des Long Players lohnt sich nochmals ein genauerer Blick auf das legendäre Werk.

„Blue“ ist ein Album voller Liebe. Beziehungsweise über deren Facetten und Brüche. Nachdem sich Joni Mitchell lang und schmerzlich von ihrem Lebensgefährten Graham Nash getrennt, 1970 eine Konzertpause eingelegt und eine ausführliche Europareise unternommen hatte, war „Blue“ die musikalische Gelegenheit, Erlebtes und Erlittenes in Sachen Liebe aufzuarbeiten.  Zehn Tracks, deren Auswahl mehrfach von Mitchell verändert wurde, bilden Liebesdramen von Verblendung bis Verbitterung, von Romanze bis Resignation ab. All das in dem merkwürdig aus der Zeit gefallenen Mitchell-Duktus, jener Mischung aus eingängigen Harmonien und dem beinahe überfallartig anmutenden Einsatz ihres Falsett-Gesangs. „This Flight Tonight“ ist dafür vielleicht das treffendste Beispiel. Der Song erzählt die Geschichte einer Frau, die ihren Liebsten verlassen hat. Nun sitzt sie im Flieger von der Ost- an die Westküste – und hängt ziemlich in der Luft. Denn sie bereut ihre Entscheidung und möchte umkehren. Doch ähnlich gegenläufig wie Flug- und Wunschrichtung verhalten sich der lyrische Sopran Mitchells und der rockige Charakter des Liedes. Der komplexe Text erweist sich als gänzlich rhythmus-resistent – wenn da nicht der Refrain wäre. Die vordergründig verstörende Kopfstimme brennt sich ein auf der musikalischen Festplatte der Erinnerung. 

Die ganze Rezension lesen Sie in der Ausgabe 03/2011

Die Schöne an der Orgel

Samstag 07 Mai 2011 um 08:39 Uhr von beatOpa in VINYL & CD
Barbara Dennerlein: Weltgewinn an Hammond- und Kirchenorgel
 
Von Lutz Eikelmann
 
Eine der bemerkenswertesten Musikerinnen der deutschen Jazzszene, die 1964 in München geborene Organistin Barbara Dennerlein, schenkte mir im August 2010 dankenswerterweise ausgiebig Zeit, um meine Fragen über ihr Leben, ihre internationale Karriere und den Jazz im Allgemeinen ausführlich zu beantworten und mich an dem Reichtum ihrer Gedanken und Erfahrungen teilhaben zu lassen. Es war für mich eine große Freude ihr zuzuhören und wir hätten uns auch noch etliche weitere Stunden unterhalten können. Ein Teil unseres Gespräches wird im Herbst 2011 im Buch „Begegnungen – wie der Jazz unsere Herzen gewann“ (Herausgeber: Klaus Neumeister & Lutz Eikelmann; Sonrrie Verlag) veröffentlicht werden.
Barbara Dennerlein hat viel erlebt, viel erreicht und viel zu sagen – als Musikerin ebenso wie als eine menschliche Persönlichkeit, die weiß, was sie will und was sie nicht will. Wenn ich mit einer Frage einen Anstoß gab, sprudelte es aus ihr nur heraus wie man es auch von ihren musikalischen Improvisationen kennt. Es wäre wünschenswert, wenn möglichst viele Menschen ein so erfülltes Leben mit innerer Beteiligung führen würden. Es wäre an der Zeit, ein Buch über diese Künstlerin zu schreiben – ein Gedanke, den ich noch etwas reifen lassen muss! Zunächst will ich nun jedoch, liebe Musikfreunde, Ihr Augenmerk durch diesen Artikel auf die musikalische Kunst der virtuosen Organistin richten!
 
Das ganze Porträt lesen Sie in der Ausgabe 03/2011 

Die reine Schönheit des Rohdiamanten

Mittwoch 16 März 2011 um 09:20 Uhr von beatOpa in VINYL & CD

Von Daniel Killy & Thomas Steierhoffer

Wer sich bei einem Bummel die überfrachteten Schmuckstücke in den Auslagen der Juweliere anschaut, der wünscht sich häufig die schlichte Schönheit des ungeschliffenen Edelsteins zurück – die natürliche Wucht und Grazie des Rohdiamanten. Die Kraft des Ursprungs, die wilde Poesie der Natur … Mit Musik, schon gar von populären Interpreten, verhält es sich ähnlich. Allerdings haben sich die Hörgewohnheiten in den vergangenen 50 Jahren signifikant verändert. Deshalb sind Bob Dylans „Witmark Demos: 1962–1964“, die jetzt als 9. Folge der Bootleg Series bei Columbia erschienen sind, sozusagen mit Gebrauchsanleitung zu hören. Denn wessen Ohr auf opulente Arrangements setzt, auf überladene Orchestrierung als Hörhilfe für die eigentliche Melodie, für den sind diese Demos nichts. Denn nichts weiter als Demos waren die 47 Titel, die Dylan, allesamt vor seinem 24. Geburtstag, für  den Musikverlag Witmark and Sons einspielte. Zu dem Zweck, die Eigenkompositionen in Kleinstauflage an andere Künstler weiter zu geben, um sich bekannt zu machen oder vielleicht etwas Geld mit einer Lizenz oder einem TV-Werbeauftrag zu machen – nur zur Veröffentlichung waren die „Witmark Demos“ nicht bestimmt.

Die „Witmark Demos“ sind gleichermaßen Bob Dylans Urfaust. Alles, was das spätere Genie ausmachen sollte, ist hier schon vertreten, wenn auch manchmal fragmentarisch. Der später so textsichere Dylan verhaut ganze Textzeilen, hustet hektisch, brabbelt Kommentare zur eigenen Performance vor sich hin … Gitarre oder Klavier sind die einzigen Begleiter, die er Dylan nutzte – und doch offenbaren die spärlichen bis fehlenden Arrangements schon die ganze Bandbreite des späteren Œuvres. „Mr. Tambourine Man“, nur begleitet vom Piano, die spätere Civil-Rights-Hymne „The Times They Are A-Changin‘“, ebenfalls nur durch frugale Klavierläufe unterlegt, dagegen „Don’t Think Twice, It’s All Right“ mit einem süßlich-lyrischen 36-sekündigen Gitarrenintro: Man merkt deutlich, der Meister ist noch auf der Suche, hat  sich selbst aber schon gefunden.

Die ganze Rezension lesen Sie in der Ausgabe 02/2011 

Ein unvollendetes Interview

Montag 07 Februar 2011 um 08:12 Uhr von beatOpa in VINYL & CD

Der ehemalige Frontmann von Pankow, André Herzberg, im Gespräch

Ein Interview von Thomas Steierhoffer

PANKE-SPIEGEL: Gab es in Deinem Leben so etwas wie ein Schlüsselerlebnis, bei dem Dir eventuell die Augen aufgingen über die Realität und den Alltag der führenden Arbeiterklasse in der DDR?

Herzberg: Ich machte eine Lehre als Bauarbeiter mit Abitur. Wir hatten neben der Schule praktische Ausbildung die verschiedene Stationen auf dem Bau enthielt. Da mein Betrieb ein Tiefbauunternehmen war, kam ich also irgendwann zum Gleisbau. Die Arbeit bestand darin, alte Gleise auszuwechseln und neue Gleise im Boden fest zu machen. Da wir über relativ wenig Technik verfügten, war die Arbeit körperlich ziemlich schwer, und abgesehen davon, war ich sehr ungeschickt. Ich hatte zu der Zeit lange Haare bis auf die Schultern in ziemlich wirren Locken. Bei der Arbeit trug ich eine gesteppte blaue Arbeitsjacke, blaue Hosen, und schwere schwarze Arbeitsschuhe. Die Jacke war mir zu groß, auf dem Kopf hatte jeder eine andere Kopfbedeckung, ich meist einen Pudel. Das war die Freiheit des Tiefbaus im Unterschied zum Hochbau wo jeder einen Helm - den gleichen - tragen muss. Die Typen, die mit mir zusammen arbeiteten, waren irgendwie verwegene Männer, hart und von Wetter und Alkohol gegerbt. Die Arbeit begann früh um sechs, und oft war es noch dunkel, so dass wir erst um sieben das erste Mal den Bauwagen verließen. Von sechs bis sieben saß man also rum und erzählte ein bißchen, wenn man nicht den kleinen Ofen anzünden und beschicken musste... 

Mehr lesen Sie in der Ausgabe 01/2011

Der Fisch stinkt vom Kopf

Donnerstag 20 Januar 2011 um 08:50 Uhr von beatOpa in VINYL & CD

Zum Tod von Captain Beefheart

Von Matthias Horwath

Am  17. 12. 2010 verstarb ein verschrobener Mann in Kalifornien. Die Welt dreht sich weiter, während die Leiche Don van Vliets aus dem Sterbezimmer gebracht wird. Ich gehe dabei zeitversetzt meiner Arbeit nach, in Berlin  fährt vielleicht eine S-Bahn und in Russland kühlt ein KGB-Offizier mit seinen eisigen Augen das Klima. Sonderbar, die Thermometer schlugen an dem  17.12.  im Sekundentakt wechselnd Wellen nach unten und nach oben. Es hat nur fast keiner bemerkt! Wer braucht denn, bitteschön, auf dem platten Lande wie hier einen toten Holländerabkömmling aus Amerika, der seinen bürgerlichen Namen Don Van Vliet auch noch in CAPTAIN BEEFHEART umbenannte! Die Äcker wären aber nicht die Äcker und das Korn nicht das Korn, wenn manche Menschen zuvor nicht das Klima der Herzen mit ihrem Gebet erwärmten.  Dabei ist es einerlei, ob das von der Masse der Menschen wahrgenommen wird oder nicht.  Der Künstler lebt natürlich vom aufmerksamen Publikum. Eine kleine Gemeinde in der Welt.   Don Van Vliet alias Captain Beefheart nutzte die letzten 30 Jahren fast ausschließlich für das Gebet seine Bilder, die er im Stillen malte.

Den gesamten Nachruf lesen Sie in der Ausgabe 01/2011 

Chris Barber - Der Hüter der Flamme

Donnerstag 20 Januar 2011 um 08:38 Uhr von beatOpa in VINYL & CD
Von Lutz Eikelmann
Am 17.April 2010 feierte der englische Jazzmusiker und Bandleader Chris Barber seinen 80.Geburtstag. Dies war Anlass für eine Vielzahl von Presseartikeln und etliche Ehrungen, auch in Deutschland, denn sein Einfluss auf die deutsche Jazzszene war und ist enorm. So verlieh ihm der Park Lane Jazz Club (Osnabrück) am 26.9.2010 bei Barbers Konzert im Theater am Domhof den Preis “Keeper Of The Flame“ oder Swinging Hamburg e.V. am 20.10.2010 bei seinem Konzert in der Hamburger Laeiszhalle das Bild „Freie und Barberstadt Hamburg“.
Nachdem er als Jugendlicher klassischen Musikunterricht auf der Violine erhalten hatte, erlernte er ab 1948 das Posaunenspiel. Bereits 1949 formierte er seine eigene Amateurjazzband mit dem Klarinettisten Alex Revell. Parallel dazu studierte er Posaune, Kontrabass und Kompositionslehre. 1952/53 tat er sich mit dem Klarinettisten Monty Sunshine(1928-2010) und dem Banjospieler Lonnie Donegan(1931-2002) zusammen, weil sie gemeinsam den Wunsch hatten täglich Jazz zu spielen und sich musikalisch zu verbessern, so war der Weg in die Professionalität vorgegeben. Man wollte den Trompeter Pat Halcox für diese neue Band gewinnen, doch dieser durfte von seinen Eltern aus diesen Weg nicht beschreiten und so setzte dieser sein Chemiestudium fort. 1953 kehrte jedoch der englische Trompeter Ken Colyer(1928-1988) aus New Orleans von seiner musikalischen Studienreise zurück, er hatte sich durch die Veröffentlichung seiner Berichte über die Geburtsstadt des Jazz in der britischen Musikzeitschrift Melody Maker bereits einen legendären Ruf geschaffen, stand jedoch ohne eigene Band da. Chris Barber bot ihm die Trompetenposition in der jungen Band an, die wegen Kens Popularität von nun an “Ken Colyer´s Jazzmen“ genannt wurde. Als die Band dann im November 1953 die LP “From New Orleans To London“ einspielte, deren Single-Auskoppelung “Isle Of Capri“ immerhin Platz 35 der Single-Charts erreichte, festigte sich der Ruf der jungen Band als beste Traditional Jazzband des Landes. Differenzen der Band vor allem mit Kens Bruder Bill Colyer, der als Bandmanager die Band geschäftlich leitete, führten zur Trennung von Ken Colyer im Frühjahr 1954. Inzwischen war Pat Halcox doch bereit, Berufsmusiker zu werden und so stieg er in die Band ein, die dann am 31.5.1954 ihren ersten Auftritt als “Chris Barber´s Jazzband“ in der neuen Besetzung darbot und damit eine beispiellose Bandgeschichte als Europas erfolgreichste Jazzband begann.
 
Das ganze Porträt lesen Sie in der Ausgabe 01/2011 

Dirk Zöllner im Gespräch

Freitag 19 November 2010 um 10:39 Uhr von beatOpa in VINYL & CD
Käfer auf'm Blatt – was ist das schon?
Ein Interview von Thomas Steierhoffer 
 
Beeinflusst durch die musikalischen Vorlieben seiner Mutter, die die Musik Otis Reddings und der Temptations schätzte, und die seines Vaters, der ihm die Musik der Gruppe Renft nahe brachte, wollte Dirk Zöllner schon früh Musiker werden. Während seiner Schulzeit war er dem Glam Rock zugewandt und gründete mit seinen Freunden die „Sweet-Karaoke Band“. Seine erste Gitarre bekam er im 9. Schuljahr geschenkt. Darauf brachte er sich das Spielen autodidaktisch bei. Auf Schülerpartys spielte er Songs von Udo Lindenberg, Neil Young und Bob Dylan. Von 1980 bis 1982 hatte Zöllner öffentliche Auftritte in Kirchen und bei Kulturwettbewerben. 1982, mit seiner während der Armeezeit bei der NVA gegründeten Band „Saumäßig“, spielte er seine ersten Eigenkompositionen. Mit der 1984 gegründeten Band „Chicorée“ wurden erste Studioproduktionen für den Rundfunk der DDR möglich und die Band erhielt eine Spielerlaubnis. Die Ballade „Käfer auf’m Blatt“ wurde zum Erfolg; zahlreiche Konzerte folgten. 1985 fanden erste Studioproduktionen für den Rundfunk der DDR statt. 1987 war die Band Teil der DEFA-Musikdokumentation „Flüstern & Schreien“, löste sich aber kurz danach auf. Zöllner suchte sich einen neuen Partner, den Pianisten André Gensicke, und gründete „Die Zöllner“, die 1988 in Ost-Berlin im Vorprogramm von James Brown vor 70.000 Zuschauern spielten. 2006 spielte Dirk Zöllner neben dem Projekt „Club der toten Dichter“, das Gedichte von Heinrich Heine vertonte, die Rolle des Jesus in der Rockoper „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber an der Staatsoperette Dresden.
 
PANKE-SPIEGEL: Hatte das als „Kahlschlagplenum“ in die Geschichte eingegangene Plenum des ZK der SED vom Herbst 1965, in dem die Kommunisten mit der Literatur, dem Theater, dem Film und der Musik in der DDR abrechnen wollten, Einfluss auf Deine Entwicklung als Künstler und Musiker?
Zöllner: Ich bin absoluter Späteinsteiger. Ich bin Jahrgang 1962. Das heißt, von der Zeit, in der Rockmusik in der DDR ein Politikum war und verboten wurde, habe ich nicht viel mitbekommen. Mein Vater hatte mir „Renft“ nahegebracht. Die ersten Platten, die ich jedoch gehört habe, kamen von meiner Mutter. Die hat viel Soulmusik gehört, Otis Redding vor allem. Und dann liefen bei uns die AMIGA-Sampler aus der „Hallo“-Serie. Die erste, die ich über meinen Vater bewusst hörte war „Hallo 4“. Und da sind „Zwischen Liebe und Zorn“, „Baggerführer Willi“  und „Cäsars Blues“ von Renft drauf. Das hat mich nachhaltig beeindruckt. Allerdings fand ich ein paar Sachen auch komisch. Zum Beispiel die in gebrochenem Deutsch gesungenen Songs von Bands aus Ungarn oder Polen. Ansonsten erinnere ich mich noch an das seltsame Lied der Puhdys: „Türen öffnen sich zur Stadt“. Darin heißt es sinngemäß: „Steige nicht auf einen Baum, wenn du Fische suchst!“ Aber es waren schon die Jungs von Renft, die mich am meisten beeindruckten. Und so habe ich schon auch mitbekommen, dass diese Band plötzlich nicht mehr existierte.
Das gesamte Interview lesen Sie in der Ausgabe 06/2010