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Mitt Romney: Erster Mormone im Weißen Haus?

Montag 25 Juni 2012 um 09:31 Uhr von beatOpa in RELIGION
Von Christian Rogler 
 
Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf befindet sich längst in seiner heißen Phase und es ist davon auszugehen, dass es zu einer sehr knappen Entscheidung zwischen dem Amtsinhaber Barack Obama und seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney kommen wird. 
Mitt Romney, der sich, bevor er die erforderlichen 1144 Delegiertenstimmen für seine Nominierung erlangen konnte, in einem wechselvollen und turbulenten Vorwahlkampf behaupten musste, kann nicht nur auf langjährige Erfahrungen in der Privatwirtschaft, auf Regierungspraxis als Gouverneur von Massachusetts und als Vater des Erfolgs der Olympischen Spiele 2002 in Salt Lake City verweisen. Er wäre im Falle eines Sieges im November auch der erste US-Präsident, der prominentes Mitglied der Kirche Jesu der Heiligen der Letzten Tage wäre - einer Religionsgemeinschaft, die in unseren Breiten vor allem unter der Bezeichnung "Mormonen" bekannt ist. 
Die Mormonen sind eine der ersten Glaubensgemeinschaften, die nicht aus Europa in die Neue Welt gekommen waren, sondern in den USA selbst, namentlich in Manchester, NY, durch den Prediger Joseph Smith, jr. entstand. Dieser hatte eine "Church of Christ" gegründet, die auf der Vorstellung der Existenz verlorener Stämme nach dem Turmbau zu Babel aufbaute, die bereits lange vor Kolumbus den Weg nach Amerika gefunden hätten und denen Jesus Christus vor seiner Auffahrt in den Himmel noch persönlich einen Kern des Evangeliums vermittelt habe. Ihr letzter überlebender Angehöriger sei der nephitische Prophet Moroni gewesen, der Joseph Smith als Engel erschienen sei, um diesem die Übersetzung dieser Offenbarungen in die englische Sprache zu ermöglichen.
Während die Mormonen auf dem Standpunkt stehen, sie selbst würden eine am Urchristentum orientierte Wiederherstellungsbewegung darstellen und originäre Glaubensinhalte vertreten, lehnen andere christliche Gemeinschaften ihre Lehren als "Sonderlehren" bzw. nach dem Neuen Testament ausgeschlossene "Neuoffenbarungen" ab. Darüber hinaus gibt es Differenzen in Fragen wie dem Trinitätsverständnis und der Gesetzlichkeit im Lichte der Erlösung durch Gnade Gottes. 52% der US-Amerikaner ordnen die Mormonen jedoch eindeutig als christliche Denomination ein.
 
Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 04/2012 

Gaudium magnum: Habemus Papam

Mittwoch 29 Februar 2012 um 08:22 Uhr von beatOpa in RELIGION

Von Thomas Steierhoffer

Die weit mehr als hundert Kardinäle aus der ganzen Welt, die nach dem Kirchenrecht allein berechtigt sind, den Papst aus ihrer Mitte zu wählen,  sind nach Rom gekommen. Gebeugt von den Jahren und der Last der Ämter und Würden ziehen sie ein in die Sixtina, wo sie unter Michelangelos Fresko vom Jüngsten Gericht das Konklave abhalten werden. Auf ihrer Prozession durch den Vatikan hinein in die Sixtinische Kapelle singen und beten sie und rufen die Heiligen der Kirche um Beistand und Erleuchtung an. In Großaufnahmen zeigt der italienische Regisseur Nanni Moretti die alten Männer mit ihren meist roten Gewändern und den Bauchbinden, die Zeichen der Macht und des rechten Glaubens sind. Das Konklave, also die den Papst hinter versiegelten Türen wählende Versammlung, gilt als eines der letzten großen Geheimnisse in unserer aufgeklärten Welt mit den atemberaubenden Möglichkeiten der Echtzeitkommunikation. Nichts, aber auch gar nichts darf aus der Sixtina während und nach einer Papstwahl nach draußen dringen! Die Kardinäle schwören Verschwiegenheit, die Stimmzettel werden nach jedem Wahlgang verbrannt. Meistens mit nassem Stroh, so dass schwarzer Rauch aus dem berühmten Schornstein steigt, auf den die Menschen auf dem Petersplatz in diesen Tagen wie gebannt starren. Doch dann - die Kardinäle konnten sich auf einen Kandidaten aus ihren Reihen einigen - steigt weißer Rauch auf, und der Welt wird durch den obersten Zeremoniar des Vatikans von der Loggia in St. Peter verkündet: „Annuntio vobis gaudium magnum; habemus Papam!“

Die ganze Filmkritik lesen Sie in der Ausgabe 02/2012 

Ikonen - Abbild des Heiligen

Freitag 06 Januar 2012 um 17:27 Uhr von beatOpa in RELIGION

Von Amalia Koslowski

Es ist der Mensch, der nach Fassbarem verlangt, nach Dingen, die greifbarer sind als sein Glaube. Also pilgert er, spürt die Gegenwart des Heiligen und nimmt sich davon ein Stück mit nach Hause, um das Heilige und damit das Gute in sich tagtäglich zu erfassen. Seien es nun handgeschnitzte Marienskulpturen aus kostbaren Hölzern oder in chinesischen Werkstätten millionenfach aus Kunstharz gegossene Madonnen. Seien es in Klosterwerkstätten handgeknüpfte Rosenkränze mit Edelsteinperlen oder Plastikkügelchen, die auf dünnen Fädchen im Gebet durch die Finger gleiten. Seien es von Mönchen oder Künstlern nach alter Tradition handgemalte Ikonen oder Heiligenbildchen aus Papier, Wachs und einfachster Machart. Auch wenn sich an der Kasse die Klassen scheiden, sind es stets Dinge, die das Unfassbare sichtbar und letztlich auch begreifbar machen. 

Dieser Artikel legt den Schwerpunkt auf die byzantinischen Ikonen, die Abbild des Heiligen, Fenster zur Ewigkeit und für den Gläubigen der Ostkirche selbst heilig und seiner tiefsten Verehrung sicher sind. 

Ein kurzer historischer Überblick: Die Jerusalemer Urgemeinde bildete sich nach der Kreuzigung Jesu Christi und verkündete den Israeliten seine Auferstehung und Wiederkunft. Sie verstand sich als Teil des Judentums und wurde auch von anderen Gruppen als solche verstanden. Das änderte sich mit dem Apostelkonzil von 49. 

Eine namhafte Persönlichkeit des Konzils war Paulus von Tarsus. Er war als Saulus geboren und Verfolger der Anhänger des Gekreuzigten, dem er jedoch nie persönlich begegnete. Nach Saulus’ Damaskuserlebnis wurde aus dem Verfolger ein Verehrer. Er leitete das Apostelkonzil, das der Entscheidungsfindung über die Heidenmission und den Ritus der Taufe als Initiation diente. 

Den ersten Teil dieses kunstgeschichtlichen Essays lesen Sie in der Ausgabe 01/2012 

Sternstunde der Redekunst

Freitag 28 Oktober 2011 um 08:43 Uhr von beatOpa in RELIGION
Der Papst im Bundestag
Von Tim Fabian Kloss
 
In der 60-jährigen Geschichte des Deutschen Bundestages hat das vergleichsweise junge Parlament eine bewegte Zeit erlebt. Es wurden lebhafte Debatten geführt, emotionale Reden gehalten und immer wieder haben sich die Abgeordneten namhafte Gastredner von internationalem Rang eingeladen. Der erste der 33 Persönlichkeiten, denen diese Ehre bisher zu Teil wurde, war 1951 Arthur Woodburn, der Leiter einer Delegation von britischen Parlamentsabgeordneten. Zu den bekanntesten Rednern zählen sicherlich die vier US-Präsidenten Nixon, Reagan, Bush sen. und Bush jr., sowie Nelson Mandela und Michail Gorbatschow. Mit George W. Bush und Wladimir Putin hat sich der Deutsche Bundestag allerdings auch Redner ins Haus geholt, die aufgrund ihrer Politik nicht unumstritten sind bzw. waren. „Sogar diese beiden Redner haben wir ausgehalten“, kommentierte kürzlich der parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen, Volker Beck. Er selbst gehört hierzulande sicherlich zu den bekanntesten Kritikern des jüngsten Gastredners, Papst Benedikt XVI. Dass ein Pontifex vor dem Deutschen Bundestag spricht, hat es bisher nicht gegeben. Überhaupt hat dort noch kein religiöses Oberhaupt eine Ansprache halten dürfen. Aber irgendwann ist eben immer das erste Mal und wenn nach 500 Jahren Pause, ein Deutscher Papst und damit auch Staatsoberhaupt ist, warum nicht? Der Deutsche Bundestag kann einladen wen er will und das geschieht immer mit einer parlamentarischen Mehrheit.
 
Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 06/2011 

Wäre Jesus heute ein guter Rabbiner?

Mittwoch 31 August 2011 um 10:59 Uhr von beatOpa in RELIGION
Von Olaf S. Ossmann
 
Wäre Joshua ben Yussuf ein guter Rabbiner?
Mir wurde diese Frage gestellt und ich muss zugeben, ich wusste zunächst nicht viel damit anzufangen. Wie soll ich aus heutiger  jüdischer Sicht eine historische Gestalt beurteilen? Lassen wir beiseite, was später mit den Lehren des Joshua ben Yussuf geschah, als sein Name ins Griechische übertragen wurde ( Ἰησοῦς = Jesus)  und der Titel „Χριστός“ (Christus)  als griechische Übertragung des hebräischen Wortes „Meschiach“ (zu Deutsch: „Der Gesalbte“) angefügt wurde. Versuchen wir anhand der Jüdischen Quellen aber auch der  Zeugnisse seiner Jünger zu einer Antwort zu gelangen.
Dabei stellt sich natürlich die Frage: War Joshua ein Rabbiner?
Zu den Zeiten des Sanhedrin („Hoher Rat“ und höchste religiöse und politische Instanz der Juden bis zur zweiten Tempelzerstörung) gab es ein sehr selektives Verfahren zur Ordination eines Rabbiners, welches nur vom Hohepriester selbst geleitet werden konnte. Erst mit der zweiten Tempelzerstörung wurde der Vorsitz an einen Patriarchen abgegeben und die Pharisäer bestimmten die Geschäfte des Sanhedrins, bis zu dessen endgültiger Auflösung durch den römischen Kaiser Theodosius II. im Jahre 429 der christlichen Zeitrechnung (CE) .
In den Evangelien wird Joshua dennoch  an verschiedenen Stellen als „Rabbi“ angesprochen. Als Beispiel mag Markus 9:5 gelten („Und Petrus fing an und sprach zu Jesus: Rabbi, hier ist für uns gut sein….“) Luther hat eine passende Übersetzung mit dem Titel „Meister“ gefunden. Dies würde auch der Bedeutung entsprechen, die einem „Raw“ nach der Mishnah (mündliche Torah) zukam. Hier wurde zwischen dem Raw (Herrn) und einem Sklaven unterschieden.  Später wurde dies die allgemeine  Ansprache der Schüler gegenüber ihrem Lehrer. Verwenden wir also hier besser den Begriff „Rabbiner“ in seiner breiteren Bedeutung als „religiöser Lehrer“, so wie in baylonischer Zeit die nichtordinierten Lehrer als „Raw“ bezeichnet wurden.
Was war nun aber an Raw Joshua besonders? Um dies zu verstehen, muss sich der geschätzte Leser einige geschichtliche Daten aus Sicht des Jüdischen Volkes vor Augen führen lassen:
Der Widerstand gegen die Griechen spaltete das Jüdische Volk in vier Gruppen: die Herrscherdynastie der Hasmonäer, die aristokratisch Gruppe der Sadduzäer, die zunächst aus dem einfachen Volk entstandene  Gruppe  der Pharisäer und die Gruppe der Essener, die man heute mit der Bezeichnung „Gesetzestreue“ umschreibt. Um den Posten des Hohepriesters herrschten erbitterte Kämpfe, die Essener lehnen den Tempeldienst in Jerusalem ganz ab.
Ich will an dieser Stelle nicht weiter auf die Umstände eingehen, die zur Zerstörung des zweiten Tempels im Jahre 70 CE durch Titus führten. Aber das Ausbrechen des Ersten Jüdisch-Römischen Krieges (in Hebräisch zurückhaltend „hamered hagadol“ – „der grosse Aufstand“ genannt) im Jahre 66 CE und die beiden folgenden Revolten, bis hin zum Aufstand unter Bar Kochba 132-135 CE zeigen, dass zu dieser Zeit viel Bewegung im Jüdischen Volk war. Hinzu kam, dass 40 Jahre vor der Tempelzerstörung, somit um das Jahr 30 CE, sich merkwürdige Dinge anlässlich der Opfergabe zu Yom Kippur im Tempel zutrugen. Zunächst verfärbte sich das Band, an welchem das Opferlamm befestigt war, nicht mehr, wie all die Jahre zuvor, von Rot in Weiss. Dies war bislang immer das Zeichen der Vergebung der Sünden gewesen. Zudem brannte die westliche Kerze im Heiligtum nicht mehr kontinuierlich, mit welcher alle anderen Lichter entzündet wurden.  All dies waren nach Ansicht der Hohepriester sichere  Zeichen der Abkehr der g-ttlichen Präsenz (Shechina) vom Tempel  und damit auch der Ankunft des Messias (Traktat Yoma 39:b).
Ausgerechnet zu dieser Zeit wurde auf einem Berg, unweit von Jerusalem ein Mann durch die Römer gekreuzigt, der das Jüdische Volk aufgerufen hatte, sich auf das Jüngste Gericht vorzubereiten. Die Majorität des Jüdischen Volkes verweigerte ihm die Gefolgschaft. Nur wenige Jahre zuvor, im Jahr 4 BCE, wurde ein anderer Jüdischer Rebell von den Römern hingerichtet, Shimon ben Yussuf (Simon, Sohn des Joseph). Nach den Erscheinungen des  Gabriel, welche wir spätestens seit dem Fund der Rollen vom Toten Meer kennen,  sollte es sich auch bei diesem um den Messias handeln, der das Jüdische Volk befreien sollte. Nach seiner Steinigung wurden seine Anhänger erbarmungslos verfolgt.  Simon folgten Athronges und weitere selbsternannte Messiasse nach.

 Die ganze Antwort lesen Sie in der Ausgabe 05/2011 

Bevor der Chirurg zum Skalpell greift

Mittwoch 29 Juni 2011 um 10:33 Uhr von beatOpa in RELIGION

Der Theologe Hans Küng legt Agenda für ein „Zukunftsgespräch“ vor

Von Thomas Steierhoffer 

Dieses Buch enthält auf nur 260 Seiten die komplette Anleitung für eine umfassende Kirchenreform. Brillante Gedanken, die die Kirche wieder zukunftsfähig machen könnten, weil sie verkrustete Strukturen aufbrechen und dem Kirchenvolk mehr Macht verleihen, weil sie auf Einheit der Christen statt Trennung setzen.“ So fasste der Kulturkanal 3sat das neue Buch von Hans Küng zusammen. Wie ein Chirurg geht der Kirchenkritiker vor. Bevor er zum Skalpell greift und zur Therapie schreitet, erhebt er eine gründliche Anamnese des Patienten katholische Kirche. Die Diagnostik des Theologen ist gründlich, mitunter aber auch schmerzhaft. Küng sieht die Zeit gekommen, um nicht zu sagen überfällig, dass grundsätzlich zur Therapie an Haupt und Gliedern des sterbenskranken Patienten geschritten wird. Nur, zwingen kann man keinen Patienten! Das ist dem Theologieprofessor seit Jahrzehnten klar. Sein Buch geht in der Analyse der Ursachen für den heutigen Zustand der katholischen Kirche sehr weit zurück. Besonders eindringlich beschäftigt sich der Autor mit dem Mittelalter und betont ausdrücklich, dass die Würdigung der kulturellen Leistungen jener Jahrhunderte nicht Gegenstand seiner Betrachtungen sind. Vielmehr führt er den Nachweis, warum der römische Zentralismus und die damit verbundene Arroganz der Macht bis heute - zumal unter dem Pontifikat des deutschen Papstes Benedikt XVI. - existieren und auf welche Dogmen sie sich stützen. Schonungslos erinnert Küng an irrende Päpste, päpstliche Fälschungen und Prozesse gegen tote Päpste, die teilweise exhumiert, mit ihren Gewändern bekleidet und so auf die Anklagebank gesetzt wurden. Küng spricht von „Rückfällen“ und „Viren“, die sich in kirchlicher Fortschritts-, Sexual- und Frauenfeindlichkeit, in einer „Vorliebe für autoritäre Systeme“ und im „Antimodernismus“ manifestieren.

Die ganze Rezension lesen Sie in der Ausgabe 04/2011 

Warum "Scientology" hier keine Chance hat

Mittwoch 29 Juni 2011 um 10:11 Uhr von beatOpa in RELIGION

Von Christian Rogler

Eigentlich wollte der PANKE-Spiegel dasThema „Scientology“ nutzen, um Kontroverses kontrovers darzustellen. Wir hattenüber facebook Kontakt zu einer Dianetik-Beraterin gesucht und wollten ihr dieGelegenheit bieten, aus ihrer Sicht zu verschiedenen Fragen rund um dieumstrittene Organisation Stellung zu nehmen.

Wie viele Anhänger haben die Scientologenspeziell in den Neuen Bundesländern? Welchen sozialen Hintergrund haben sie?Was hat Scientology nach eigener Auffassung bislang in Deutschland erreicht?Wie rekrutiert man heute Neumitglieder? Was ist eigentlich „religiös“ anScientology? Stimmt es, dass die Binnenorganisation nach militärischenGrundsätzen geführt wird? Wenn ja, ist das im Lichte modernerManagementtechnologien zeitgemäß? Antworten darauf wollte  man uns jedoch nicht geben.

Es könnte daran liegen, dass gerade inOstdeutschland die Resonanz auf die vor allem unmittelbar nach der Wendemassiven Aktivitäten der Hubbard-Änhänger unterdurchschnittlich war. Nur wenigewollten und wollen durch die in den USA zum Teil sehr erfolgreiche Organisationden Thetan in sich wecken lassen. Und das liegt möglicherweise nicht einmal ander 1997 durch die Innenministerkonferenz beschlossenen Beobachtung derGruppierung durch den Verfassungsschutz.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 04/2011 

Die Menschen suchen Religion, nicht die Kirchen

Samstag 07 Mai 2011 um 08:52 Uhr von beatOpa in RELIGION

Karl Rahner - Einer der ganz großen Theologen des 20. Jahrhunderts

Von Lutz Nehk

Religion ist wieder gefragt. Das behaupten Meinungs- und Trendforscher. Die neue Offenheit der Menschen für Glaubensfragen, religiöse Riten und mystische Stimmung habe etwas mit der Auseinandersetzung mit dem aggressiven Islamismus zu tun, wird vermutet. Andere behaupten, die eindrucksvolle Persönlichkeit Papst Johannes Paul II. habe einen ganz großen Impuls gegeben. Und die aus der Finanzkrise erwachsene Einsicht, dass zeitliche Güter ziemlich unsicher sind, wird auch als Grund angeführt. Wie auch immer, das Phänomen ist erkennbar. Die Menschen sind auf der Suche nach Religion, nach einem Gott oder wenigsten nach „jenem höheren Wesen, dass wir verehren“ (Heinrich Böll „Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“). Dass bei der Suche dann tatsächlich eine hübsche Melange aus traditionellem Glaubensgut, Esoterik, Aberglaube und Wellness herauskommt, wer könnte es den Menschen verübeln? Die beiden großen Kirchen in Deutschland sollten es nicht tun, wenn sie sich nicht dem Vorwurf aussetzen wollen, eine Neiddebatte zu provozieren. Denn erkennbar ist, dass sie nicht davon profitieren. Die Menschen sind auf der Suche nach Religion und nicht auf der Suche nach Kirche. Es wäre in der Tat auch fatal, dem Menschen seine nicht-kirchlich geleitete Suche zu zeihen. Denn Suchen und Fragen allein ist schon der entscheidende Beginn. Wenn in einem Menschen die Frage aufkommt, ob es nicht doch eine all unsere Begrenztheit übersteigende und unserer Endlichkeit entbundene Wirklichkeit gibt, dann nimmt dieser Mensch eine ihm ganz wesentliche Anlage wahr: „Der Mensch ist ein Wesen der Transzendenz.“ Diese Formulierung stammt von dem deutschen Theologen Karl Rahner (1904 – 1984). Der Jesuit Rahner ist einer der bedeutendsten  katholischen Theologen aller Zeiten. In seiner Arbeit betrachtet er auf der einen Seite die Glaubensnot, das Leiden an Gott und den Gottesverlust unserer Zeit. Das führt auf der anderen Seite zu der Frage, wie Glaube heute zu rechtfertigen ist – nicht eine Verteidigung des Glaubens gegen die böse Welt, sondern als eine Frage nach der Möglichkeit und der Bedingung des Glaubens. Rahner setzt mit der Antwort hier nicht bei der Kirche an.

Den ganzen Essay lesen Sie in der Ausgabe 03/2011 

Der Papst kommt nach Berlin

Samstag 07 Mai 2011 um 08:37 Uhr von beatOpa in RELIGION
Katholische Eventkultur, die nur Sieger kennt
 
Von Christian Rogler 

Dass wir Papst waren, liegt gerade mal etwas mehr als sechs Jahre zurück. 2006 – da waren wir es weitgehend immer noch, zumal George W. Bush und der Libanonkrieg immer noch alle mobilen Empörungseinsatzkommandos unseres Landes gebunden hatten – besuchte das Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche seine Heimat in Bayern. 

In der Zeit vom 22.-25.September 2011 – mittlerweile ist, spätestens seit dem Missbrauchsskandal des letzten Jahres, nur noch Joseph Ratzinger Papst - wird dieser wiederum in Deutschland weilen. Neben einem Tag in Berlin und einem Tag im Bistum Erfurt sollen noch eineinhalb Tage in Freiburg den auf Einladung des Bundespräsidenten Christian Wulff zustande gekommenen Papstbesuch komplettieren. 

Für die Proponenten der Aktion „Wir fahren zum Papst!“ und die Initiative „Deutschland pro Papa“ bedeutet dies Einsatz rund um die Uhr. Aus der gesamten Republik planen sie Jubelperser zusammenzukarren, da Journalisten und Politiker ihrer Meinung nach den Papstbesuch klein reden würden und auch innerhalb der Gemeinden noch keine rechte Vorfreude zu spüren wäre. Dabei unterstreichen doch sowohl die Erfahrungen aller vorangegangenen Deutschland-Besuche Benedikts XIV. und seines Vorgängers als auch die ungeschriebenen Gesetze des Verhältnisses zwischen Staat, Kirche und Medien in unserem Land jedes Mal aufs Neue eindrucksvoll, dass der Papstbesuch als integraler Bestandteil einer katholischen Eventkultur wie kaum ein anderes Ereignis für alle Beteiligten und Interessierten eine eindeutige und geradezu pareto-optimale Win-Win-Situation schafft. 

Ob die Gemeinden in den taufscheinkatholischen Hochburgen im Süden oder Westen der Republik oder in der östlichen Diaspora über den neuerlichen Besuch ihres Oberhirten nun frohlocken oder ihm in satter Gleichgültigkeit gegenüberstehen mögen, ob der Besuch die Volksfrömmigkeit anzustacheln vermag oder – was wahrscheinlicher sein dürfte – an der Situation der römischen Glaubensgemeinschaft oder des Christentums in Deutschland insgesamt keinerlei Änderung in jedwede Richtung bringen wird: Es ist im Ergebnis völlig unerheblich. Am Ende werden einmal mehr alle als Sieger dastehen. 
 
Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 03/2011 

Maria breit' den Mantel aus

Mittwoch 16 März 2011 um 09:39 Uhr von beatOpa in RELIGION

Der berühmte Marienaltar von Bernau

Von Thomas Steierhoffer 

„Maria, breit' den Mantel aus, mach Schirm und Schild für uns daraus!“ So heißt es in einem katholischen Marienlied, das die Gläubigen bis heute singen. Die allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria gilt den Katholiken bis heute als wichtigste Fürbitterin der Christenheit bei Gott. Anders sieht es in der evangelischen Kirche aus. Mit der Reformation wurde die Heiligenverehrung abgeschafft, viele Kunstwerke wurden zerstört oder aus den Kirchen entfernt. Deshalb ist es erstaunlich, dass der „Marienaltar“ von Bernau bis heute erhalten geblieben ist!

Die Stadt Bernau war in der Zeit vom 14. Jahrhundert bis zum Dreißigjährigen Krieg sehr wohlhabend. Ihre Bürger konnten sich nicht nur die in weitem Umkreis größte Kirche bauen. Auch das Inventar ihrer Kirche war überaus reichhaltig. Die spätgotische Kirche St. Marien ist das dominierende Bauwerk der Altstadt von Bernau. Sie entstand vermutlich um 1240 als romanische Basilika. Schon um 1280 folgte der gotische Bau, der zwischen 1400 und 1519 zu einer spätgotischen Hallenkirche umgestaltet wurde. Der Feldsteinturm wurde 1839 abgerissen und durch den 57 Meter hohen Backsteinturm ersetzt. 

Der Bernauer Marienaltar wird auf die Zeit um 1520 datiert. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war der langwierige Umbau der Bernauer Kirche von einer Basilika zur Hallenkirche abgeschlossen. Der Marienaltar ist das Prunkstück des Gotteshauses. Ehat drei Schauseiten: Die Festtagsseite für die hohen Feiertage der Kirche - mit der Marienkrönung im Mittelpunkt. Die Sonntagsseite mit 32 Bildtafeln aus  dem Leben der Gottesmutter und der Kindheit Jesu. Auch wird hier der Weg Jesu vom Einzug in Jerusalem bis zum Jüngsten Gericht gezeigt. Schließlich gibt es die Werktagsseite mit 32 überaus anschaulichen Bildern aus dem Leben der Heiligen. Ein Gesprenge mit zwei Etagen und vier Bildern aus dem Leben des heiligen Nikolaus vervollständigen dieses 9,40 Meter hohe Kunstwerk, das auch wegen des filigran geschnitzten Rankenwerks berühmt ist. 

Den ganzen Essay lesen Sie in der Ausgabe 02/2011 

Zum gleichen Thema hatte Antenne Brandenburg ein 15-minütiges Radiofeature von Thomas Steierhoffer ausgestrahlt.

Hier zum Download: http://www.lebenszeitung.de/audio/Marienaltar_Sendung.mp3

Von Herrenabenden und Frauenkleidern

Mittwoch 16 März 2011 um 09:28 Uhr von beatOpa in RELIGION

Wie David Berger die Homophobie des katholischen Klerus entlarvt

Von Thomas Steierhoffer 

Es war der 11. April 2010, der das Leben des katholischen Theologen David Berger grundsätzlich verändern sollte. An diesem Tag hatte der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck in der ARD-Sendung „Anne Will“ seinen Auftritt. Wie gewohnt vertratt er hier stellvertretend für die reaktionärsten Kreise innerhalb des Katholizismus die von seiner Kirche mehr oder weniger hinter verschlossenen Türen vertetene heuchlerische und bigotte Haltung gegenüber der Homosexualität. Für Berger war das der berühmte letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Er entschloss sich noch in der selben Nacht, sein Schweigen zu brechen und ein öffentliches Bekenntnis zu seiner homosexuellen Veranlagung abzuliefern und zugleich als Herausgeber und Chefredakteur der konservativen katholischen Zeitschrift „Theologisches“ zurückzutreten.
Sein öffentliches Outing liegt nunmehr bereits in der 3. Auflage unter dem Titel „Der heilige Schein. Als schwuler Theologe in der katholischen Kirche“ vor. Auf hohem sprachlichen Niveau rechnet Berger mit den verlogenen Strukturen des erzkonservativen, homophoben, frauenfeindlichen und antisemitischen Katholizismus ab. Nie verteilt er dabei jedoch Schläge unterhalb der Gürtellinie. 

Die ganze Buchbesprechung lesen Sie in der Ausgabe 02/2011 

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Eine Zumutung des Fernsehens?

Donnerstag 20 Januar 2011 um 08:55 Uhr von beatOpa in RELIGION

Von Lutz Nehk

Am Allerheiligentag 2010, also am 1. November, mutete das Erste Deutsche Fernsehen dem Publikum eine ganz besondere Vorstellung zu: Papst Pius XII., zwei Folgen eines Filmes in voller Spielfilmlänge hintereinander. Ob das eine versteckte Botschaft war, diesen Film gerade am Fest Allerheiligen ins Programm zu nehmen? Alle Meldungen über eine bevorstehende Seligsprechung dieses Papstes lösen ja immer wieder Proteste aus. Wie kann man so einem Papst, der in der Nazizeit zur Judenvernichtung geschwiegen hat, eine solche Ehrung zuteil werden lassen. Als historischer Beleg seiner verwerflichen Schweigsamkeit wird immer wieder das Schauspiel „Der Stellvertreter“ von Rolf  Hochhut angeführt. In diesem 1963 uraufgeführten Stück spricht Hochhut das vernichtende Urteil über Pius XII.: „Ein Stellvertreter Christi, der das vor Augen hat und dennoch schweigt, […] ein solcher Papst ist … ein Verbrecher.“ Der ARD Film hat nun eine ganz andere Seite beleuchtet und das vehemente Engagement des Papstes zur Rettung vieler in Rom lebenden Juden herausgearbeitet. Mittlerweile ist auch die historische Forschung weiter. Hochhut indes und seine Jünger halten mit dem Anspruch der Unfehlbarkeit an ihrer Position fest. Und weiterhin wird damit suggeriert, dass mit Pius XII. die ganze katholische Kirche versagt habe. Auch hier ist die Forschung weiter und hat eine Reihe von Personen herausgestellt, die innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland beachtliches geleistet haben. Zu ihnen gehört Konrad Kardinal Graf von Preysing. Der 1880 in Niederbayern geborene Adlige war von 1935 bis zu seinem Tode 1950 Bischof von Berlin. Im letzten Jahr wurde seines 60. Todestages gedacht. Preysing war zusammen mit dem Bischof von Münster Clemens August Graf von Galen der wohl entschiedenste Gegner der Nazis unter den deutschen Bischöfen. Nicht nur in privaten Gespräche sondern auch in öffentlichen Stellungnahmen. Als Kardinal Adolf Bertram, damals Vorsitzender der Bischofskonferenz, Hitler 1940 ein Telegramm zum Geburtstag schickte und dem „hochgeliebten Führer“ „heiße Gebete“ zusagte, bot Preysing dem Papst seinen Rücktritt an. Pius XII. drängte ihn zu bleiben. Der Berliner Priester, Publizist und Kirchenhistoriker, Wolfgang Knauft, hat seiner beachtlichen Preysing- Biographie den Titel gegeben „Konrad Preysing. Anwalt des Rechts“. (Berlin: Morus 1998) Damit hat er vor allen Dingen dessen Grundanliegen herausgestellt. All die bedrängenden Fragen jener Zeit sind von Preysing immer wieder unter dem Gesichtspunkt des Rechts und eben auch des Unrechts betrachtet und öffentlich kommentiert worden.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 01/2011

Der Papst und die Engel

Freitag 19 November 2010 um 10:44 Uhr von beatOpa in RELIGION

Quo vadis ecclesia?

Von Uwe-Jens Hauske

Relativ kurz nach seinem Machtantritt muss Papst Benedikt XVI. durch die Vatikanischen Museen gewandelt sein. Dort fand er eine rote Mütze, mit Hermelin besetzt. Seine Vorgänger in den „Schuhen des Fischers“ hatten das Teil gerne getragen, wenn es auch in Rom kühl wurde. Joseph Ratzinger, der deutsche Papst, fand Gefallen an der obskuren Kopfbedeckung und präsentierte sie den Gläubigen aus aller Welt eines Tages mit seinem verschmitzten Lächeln. Das war der Tag, an dem die absonderlichen Entwicklungen innerhalb der katholischen Kirche unter dem Ponfikikat Benedikts ihren Anfang nahmen. Weiter ging es: Das Verhältnis zu den „älteren Brüdern“, wie sein Vorgänger Johannes Paul II. die Juden genannt hatte, kühlte sich mehr und mehr ab. Dafür erlebten die aufgeklärten Katholiken des Westens eine päpstliche Affinität zum Islam. Hier darf man getrost von einem Paradigmenwechsel sprechen, hatte Johannes Paul II. doch immer wieder vor Werteverlusten des christlichen Abendlandes gewarnt. Das im Westen so wachsende spirituelle Vakuum würde früher oder später vom Islam gefüllt werden, so die päpstliche Einschätzung seinerzeit. Unter Benedikt folgte dann die von kaum jemandem nachvollziehbare Annäherung an die abtrünnigen „Pius-Brüder“. Die berüchtigte Karfreitagsfürbitte in Sachen Juden wurde wieder salonfähig! Und nun gibt es gar eine Annäherung an das okkulte „Engelwerk“.  Papst Benedikt rehabilitiert diese Laiengruppe, die er als Chef der Glaubenskongregation zuvor gebrandmarkt hat.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 06/2010 

Der verirrte Messias

Sonntag 12 September 2010 um 09:07 Uhr von beatOpa in RELIGION

Das Jerusalem-Syndrom oder Die Wahrheit über Jesus

Von Heike Geilen 

Das Jerusalem-Syndrom oder Die Wahrheit über Jesus, der sich nie Christus nannte
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Peter Henischs neuer Roman "Der verirrte Messias" spielt zum Teil vor über 2.000 Jahren. Ist er ein historischer Roman? Keineswegs, denn die Geschichte beginnt in der Gegenwart. "Allerdings reicht sie weit zurück in die Vergangenheit und womöglich reicht sie auch irgendwie in die Zukunft.", erklärt die Protagonistin, die 39-jährige Literaturkritikerin Barbara einem ehemaligen Studienkollegen, "Eine ziemlich verrückte Geschichte." Und außerdem "finde sie biblische Geschichten in der Gegenwartsliteratur ja völlig jenseitig. In diesem Buch aber - also wie soll ich sagen ... Einige Szenen, die ich letzthin gelesen habe, sind mir richtig unter die Haut gegangen." Damit umreißt sie sehr grob den Rahmen des neuesten Werkes des österreichischen Autors, der am 27. August 66 Jahre alt wird.
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Ziemlich verrückt ist die biblische Handlung wahrhaftig. Spricht doch ebenjene Literaturkritikerin in der Ablugzone des Flughafens Frankfurt ein ziemlich eigenartiger Typ an. "Nein, er sah nicht außergewöhnlich aus. Ganz bestimmt nicht wie eine dieser Ikonen. Auch nicht wie irgendein Fanatiker oder Psychopath. Allerdings hatte sein Blick etwas Beharrliches." Er will genau wie Barbara, die einen dringend benötigten Urlaub bei ihrer Halbschwester Esther anvisiert, nach Israel, allerdings mit anderem Bestreben. Mischa Myschkin, wie er sich nennt (offensichtlich entleiht Henisch nicht ohne Grund den Namen seines Titelhelden aus Dostojewskis Roman "Der Idiot"), ein aus Russland stammender, aber in Deutschland lebender dreißigjähriger Mann, hat eine andere "Mission". Diese erweist sich indessen im Grunde genommen als genauso aussichtslos, wie die seines literarischen Namensvetters und an Naivität steht er Dostojewskis Myschkin in nichts nach, auch wenn Henischs Protagonist eine überaus ernste Angelegenheit verfolgt: "Es ist überhaupt die ernsteste Angelegenheit, die du dir vorstellen kannst.", erzählt er Barbara, "Es geht um die ersten und die letzten Dinge! Es geht um die ganz Heil- und Unheilsgeschichte! Es geht, ja verdammt noch einmal, um alles oder nicht!"
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Was ist denn nun so eigenartig an ihrem Flugbegleiter? Dass sein Profil etwas Schafartiges hat, gewiss nicht. Dass er während der Lektüre der Bibel mehrfach laut auflacht und bestimmte Passagen anders deutet und erzählt, als sei er tatsächlich vor Ort gewesen, verwundert schon mehr. Seine beruhigenden Worte, als das Flugzeug unversehens in Turbulenzen gerät, "Sie brauchen keine Angst zu haben, sagte er. Dieses Flugzeug stürzt nicht ab." - "So? Und warum nicht?" - "Weil ich an Bord bin." und die Behauptung, dass er offensichtlich Jesus von Nazareth sei, oder Jeschua wie er auf Aramäisch heißt, lassen Barbara schließlich am Wohlbefinden seines psychischen Gesundheitszustandes zweifeln. 

Die gesamte Buchbesprechung lesen Sie in der Ausgabe 05/2010 

240 Jahre Freimaurerorden

Sonntag 12 September 2010 um 08:56 Uhr von beatOpa in RELIGION

Die Berliner Großloge feiert ihr Jubiläum und lädt ein

Von Tim Fabian Kloss 

Immer noch wissen viele Menschen nicht, was sich hinter dem mysteriös anmutenden Männerbund verbirgt, dabei gibt es die Bruderschaft schon seit 240 Jahren. Der königlich-preußische Militärarzt Johann Wilhelm Kellner von Zinnendorf gründete die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland, auch Freimaurerorden genannt, 1770 in Berlin. Vorbild für den Orden war die rituelle Lehrart, nach der die meisten skandinavischen Freimaurerlogen auch heute noch arbeiten. Maßgeblich hierfür ist vor allem das klare Bekenntnis eines jeden Mitgliedes zum Christentum, das nicht in allen Freimaurer-Lehrarten verlangt wird. Trotzdem versteht sich der Freimaurerorden als dogmenfrei: „Bei uns muss niemand Mitglied einer Kirche sein, um dem Freimaurerorden beizutreten. Es geht nur um das Bekenntnis zur reinen Lehre Christi, wie sie in der Heiligen Schrift geschrieben steht. Die Auslegung des Glaubens ist reine Privatsache eines jeden Bruders“, erklärt Dr. Achim Strassner, Landesgroßmeister des Freimaurerordens. Freimaurerei sei weder Kirchen-Ersatz noch Kirchen-Konkurrenz.

Herzstück der Freimaurerei sind die rituellen Zusammenkünfte, auch Tempelarbeiten genannt. Über konkrete Inhalte dürfen die Freimaurer nicht sprechen, dazu haben sie sich bei ihrer Aufnahme verpflichtet. „Wir tun aber nichts, was anrüchig oder gar verboten wäre, im Gegenteil. Wir wollen an uns selbst arbeiten und unseren Mitmenschen gegenüber ein positives Beispiel abgeben. Diese Arbeit am rauen Stein, wie wir sie nennen, ist gar nicht so einfach. Das Ritual hilft uns dabei. Freimaurerei ist erst durch das Erleben zu erkennen“, so Landesgroßmeister Achim Strassner. Zu den prominentesten Mitgliedern der christlichen Freimaurerei zählen sicherlich Kaiser Wilhelm I., sein Sohn, der spätere Kaiser Friedrich III., der Schriftsteller Gotthold Ephrahim Lessing, sowie der Aufklärer Freiherr Adolph Knigge. Vor allem das preußische Königshaus prägte den Freimaurer-Ritterorden. Sowohl Wilhelm I., als auch Friedrich III. sowie weitere Mitglieder des Königshauses standen als Ordensmeister an der Spitze der Großloge.

Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 05/2010 

Von frommen Lieder durchdrungen - 2. ÖKT

Mittwoch 12 Mai 2010 um 11:18 Uhr von beatOpa in RELIGION

Deutschland hat zwei Hauptstädte. Eine katholische und eine evangelische. Das überwiegend evangelische Berlin war im Jahre 2003 Austragungsort des 1. Ökumenischen Kirchentages. Eine heilige Zahl an Jahren später hat das überwiegend katholische München die Christenmenschen aller Konfessionen zu Gast. Der 2. Ökumenische Kirchentag 2010 steht unter dem Leitwort „Damit ihr Hoffnung habt“. Auch dieser Kirchentag unterscheidet sich nicht wesentlich von den sonst nach Konfessionen getrennt stattfindenden Christentreffen. Wie der Deutsche Evangelische Kirchentag und der Katholikentag, so ist auch diese Zusammenkunft vieler im Kernbereich der Kirchen engagierter und einer noch größeren Zahl zum Eventchristentum zählender Christen ein Gemisch an Leistungsschau, intellektuell schwerwiegender Vorträge und Foren und jugendbetonten Happening. Busse und Straßenbahn werden von frommen Liedern erfüllt und die Freunde bierernster Streitgespräche kommen auf ihre Kosten. Insgesamt steht aber ein großes Wir über der Veranstaltung. Wir Christinnen und Christen zeigen Geschlossenheit. Wir Kirchen haben auf dem Weg der Überwindung konfessioneller Spaltung zu eine gute Wegstrecke zurückgelegt. Da gibt es kein Zurück, auch wenn manche stramme Ökumenegegner meinen, die dummen Einheitsschafe würden sich auf zu dünnes Eis wagen. Aber auch einige Befürworter der Ökumene granteln. Es gibt zwar kein zurück aber auch kein vorwärts, verkünden sie übellaunig und bekunden ihren Unmut mit dem Fernbleiben von der Kirchenwiesn. So wird zum Beispiel der bekannte evangelische Theologe Pfarrer Friedrich Schorlemmer den Ökumenischen  Kirchentag boykottieren. Hauptpunkt seiner Kritik ist, dass gerade in einer ganz wesentlichen Frage der Ökumene sich nichts bewegt: Das Abendmahl trennt die Christen nach wie vor. Eine gegenseitige Gastfreundschaft ist nicht möglich und gar ein gemeinsames Abendmahl überhaupt nicht im Blick. Schorlemmer gibt sich als Pessimist in Sachen Ökumene, hat aber in der Sache Recht. Gerade in dem „heiligsten“ Bezirk der christlichen Existenz, in der Feier des Abendmahles, ist der Graben der Trennung noch am tiefsten – und scheint immer noch tiefer zu werden. Es ist nicht die Art und Weise, wie katholische und evangelische dieses Abendmahl in einem Gottesdienst feiern. Da sind sie sogar sehr dicht beieinander. Im Evangelischen Gesangbuch ließt man in dem Abschnitt über den „Gottesdienst an Sonn- und Festtagen“: „Der Aufbau ist leicht zu überblicken: Voraus geht eine hinführende Vorbereitung (die Eröffnung und Anrufung). Die Entfaltung der biblischen Botschaft (Verkündigung und Bekenntnis) und die Feier des Abendmahls sind die beiden Kernstücke. Den Abschluss bildet der Übergang in den Gottesdienst des Alltags (die Sendung).“ (EG 761)...

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 03/2010

Zu den Ursachen des sexuellen Missbrauchs in der Kirche

Dienstag 23 März 2010 um 15:12 Uhr von beatOpa in RELIGION

Meine früheste Erinnerung an das Thema „Missbrauch“ geht in meine Kindheit zurück. Ich war neuen oder zehn Jahre alt, da lief, wahrscheinlich im Sonntagnachmittagsprogramm, der Film „Es geschah am helllichten Tag“. Diese schweizerisch-deutsch-spanische Produktion aus dem Jahre 1958 hat sich tief in meiner Erinnerung festgesetzt, weil es einer der wenigen Filme war, über den meine Eltern mit mir und meinen Geschwistern sprachen. In einem Waldstück bei einem Ort in der Nähe von Zürich wird die Leiche der kleinen Gritli Moser gefunden. Die Ermittlungen des Polizeikommissars Hans Mathäi, gespielt von Heinz Rühmann, konzentrieren sich zunächst auf einen Hausierer. Die Ähnlichkeit zu anderen Fällen zeigt aber, dass dieser nicht der Täter gewesen sein kann. Nun kommt der Geschäftsmann Schrott in den Blick, gespielt von Gerd Fröbe. Der Film zeigt, wie er sich der kleinen Annemarie nähert und sich mit einer lustigen Kasperle-Puppe das Vertrauen des Kindes verschafft. Was Schrott nicht wissen kann ist, dass Kommissar Mathäi Annemarie als Köder benutzt, um den wahren Mörder in eine Falle zu locken. Schrott hat angebissen und wird am Ende überführt. Die Regeln, die uns die Eltern in dem Gespräch über „den Film mit dem bösen Onkel“ mit auf den Weg gaben und später auch immer wiederholten, waren kurz und  bündig: 1. Lass dich nicht von fremden Leuten ansprechen. 2. Nimm nichts von fremden Leuten an. 3. Geh nicht mit fremden Leuten mit. Der Film und die Regeln sind wie abrufbare Daten in meinem Kopf gespeichert und sind gerade in den vergangenen Wochen wieder aktiviert worden. Es geht um den Missbrauch Minderjähriger durch, ich sag’s mal weltlich, Kollegen von mir. Es geht um das Verbrechen von Männern der Kirche, vor denen Eltern ihre Kinder nie warnen würden, weil sie in ihnen eher Verbündete in ihrer Sorge um das Wohlergehen ihrer Söhne und Töchter sehen. Dieses Vertrauen kann sich sogar biblisch begründen. Kinder haben die besondere Aufmerksamkeit und Zuneigung Jesu. Der Vers aus dem Matthäusevangelium gehört wohl zu den bekanntesten: „Lasst die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich.“ (Kap. 19, Vers 14) Jesus richtet sie an seine eigenen Leute, die Eltern schroff abwiesen, die gekommen waren um ihre Kinder von ihm segnen zu lassen. Und wie eine deutliche Warnung in der gegenwärtigen Diskussion um Ursachen und Folgen von Kindesmissbrauch durch Kirchenleute könnte man dieses Jesuswort deuten: Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals im tiefen Meer versenkt würde. (Matthäus Kap. 18, Vers 6)

Den ganzen Essay finden Sie in der Ausgabe 02/2010

Geschaffen als Mann und Frau

Freitag 29 Januar 2010 um 08:42 Uhr von beatOpa in RELIGION

Homosexualität in der Bewertung der katholischen Kirche

Es gab im Religionsunterricht ein Gespräch über das „christliche Menschenbild“. Wie von selbst kommt man bei diesem Thema auf die Menschenrecht. Hier geht es auch um den Schutz vor Diskriminierung. So formuliert es das deutsche Grundgesetz: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (Art. 3 GG) Seit einiger Zeit wird auch darüber verhandelt, ob nicht auch das „Recht auf sexuelle Identität“ ein Grundrecht ist. Würde also heißen, dass niemand wegen seiner sexuellen Orientierung, z.B. der Homosexualität benachteiligt werden darf. Da wir nun im Religionsunterricht über dieses Thema sprachen, gab es gleich diese Wortmeldung: „Die katholische Kirche würde dann mit ihrer feindlichen Haltung gegen Lesben und Schwule gegen dieses Grundrecht verstoßen!“ Richtig? Falsch? Ein Missverständnis? So kann man das nicht sagen? Eine schnelle Antwort kann es nur schwer geben.

Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 01/2010

Lasset die Kinder zu mir kommen...

Freitag 20 November 2009 um 09:58 Uhr von beatOpa in RELIGION

Bethlehem, Heilig Abend 1952: Auf dem Weg zur Geburtskirche sieht Pater Ernst Schnydrig, wie ein verzweifelter Vater sein totes Kind in der Nähe eines palästinensischen Flüchtlingslagers im Morast begräbt. Der Sohn eines Walliser Bauern ist tief erschüttert und handelt: Er mietet ein Haus, stellt 14 Betten hinein und nennt es Caritas Baby Hospital. Er gewinnt den palästinensischen Arzt Dr. Antoine Dabdoub und die Schweizerin Hedwig Vetter für sein Projekt. Nie wieder soll einem Kind am Geburtsort Jesu medizinische Hilfe verwehrt bleiben. In der Heimat gründet Schnydrig die Kinderhilfe Bethlehem als unabhängigen Verein mit Mitgliedern aus verschiedenen Ländern, um die Arbeit in Bethlehem finanziell zu sichern.
Das anfängliche Provisorium entwickelte sich zu einem modernen Kinderkrankenhaus. 1978 wurde ein Neubau mit 82 Betten eingeweiht. Pater Schnydrig hat diesen Festtag nicht mehr erlebt. Er starb wenige Tage vorher. Sein Vermächtnis steht im Grundstein des Neubaus: Wir helfen den Ärmsten, so gut wir können, und fragen dabei nie nach Nationalität oder Religion.
Die Kinderhilfe Bethlehem unterhält heute auch eine Mütterschule, und in der Pflegeschule werden junge Menschen, vor allem Frauen, für die Krankenpflege ausgebildet. Die Sozialarbeiterinnen sorgen dafür, dass Bedürftige kostenlos behandelt werden und helfen den Familien der kleinen Patienten. Spender der Kinderhilfe Bethlehem aus Deutschland, der Schweiz, Italien und Österreich finanzieren die unabhängige und unparteiische Arbeit, die von allen Seiten anerkannt und geschätzt wird. Die jährlichen Kosten für das Caritas Baby Hospital belaufen sich auf 6,335 Millionen Euro. 2008 haben umfangreiche Arbeiten am 30 Jahre alten Krankenhausgebäude begonnen. Die ambulante Klinik erhält neue Räume und die Mütterschule wird erweitert. Die ambulante Hilfe hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr dynamisch entwickelt. Immer mehr Familien kommen, weil sie sich andere Hilfe nicht leisten können. Nach Abschluss des An- und Umbaus können jährlich 50.000 Kinder im Caritas Baby Hospital behandelt werden.

Unsere Weihnachtsreportage lesen Sie in der Ausgabe 06/2009

Er ist wirklich auferstanden!

Freitag 03 April 2009 um 15:08 Uhr von beatOpa in RELIGION

Der Wert der Rituale – Was Ostern bedeutet

Von Thomas Steierhoffer

Es soll ja noch immer Zeitgenossen geben, die davon überzeugt sind, dass Karfreitag der schönste Tag des höchsten christlichen Festes ist. Ostern bedeutet manchen vor allem ein langes Wochenende, Ferien, Ostereier suchen und vielleicht auch Gemütlichkeit innerhalb der Familie. Doch woher kommt dieses Fest? Was steckt hinter den Bräuchen, die wir alljährlich zelebrieren? In deutschsprachigen Ländern suchen die Kinder bunt bemalte Eier und Süßigkeiten, die von einem „Osterhasen“ versteckt wurden. Es gibt auch den Brauch, Zweige in Vasen oder auf Bäumen im Garten mit bunt bemalten Ostereiern zu schmücken. Als Ostergebäck gibt es einen Kuchen in Hasen- oder Lammform. In katholischen Gemeinden werden die Kirchenglocken zwischen Karfreitag und der Osternacht nicht geläutet. In einigen Gemeinden, vorwiegend im süddeutschen Raum, ziehen stattdessen Kinder und Jugendliche mit speziellen Ratschen oder Klappern durch die Dörfer, um zu den Gottesdiensten zu rufen. Den Kindern wird dann erklärt, die Glocken seien am Karfreitag nach Rom geflogen, um erst am Ostersonntag zurückzukommen.
Das christliche Osterfest hat eine lange Vorgeschichte. So wurden auch einige Frühlings- und Fruchtbarkeitsriten antiker Völker integriert. Letztendlich knüpft es aber an das jüdische Pessachfest an. An diesem zentralen Fest erinnern die Israeliten an den Auszug aus ägyptischer Gefangenschaft.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2009