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Dirk Zöllner feiert 50. Geburtstag

Montag 25 Juni 2012 um 09:50 Uhr von beatOpa in PORTRÄT

Von Thomas Steierhoffer

Seit Mitte der 1980er Jahre ist Dirk Zöllner fester Bestandteil der deutschen Musikszene. Mit einer Mischung aus Funk & Soul amerikanischer Herkunft und der Schwermut osteuropäischer Balladen hat er längst einen eigenen Stil geschaffen. Als Person, mit seiner Musik und seinen Texten ist er ein Original und Pate für eine nachrückende deutschsprachige Künstlergeneration. Unbeeindruckt von Modetrends und trotzdem immer auf der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten seiner selbst, befindet sich Zöllner mit einer Gefolgschaft erstklassiger Musiker seit über 23 Jahren auf Dauertournee.

Dik Zöllner wird 1962 in Berlin geboren. Über seine Mutter lernt er die Musik von Otis Redding kennen, sein Vater bringt ihm die DDR-Combo Renft nahe. Zwischen 1980 und 1983 tritt er in Kirchen und bei Kulturwettbewerben auf, ehe er 1984 die Band CHICORÉE ins Leben ruft, der 1987 das Projekt DIE ZöLLNER folgt. Diese bringen es unter anderem zur Vorband von James Brown und kommen an die Spitze der nationalen Hitlisten, bleiben auch nach dem politischen Umbruch gefragt. Sechs Alben folgen, ehe Dirk Zöllner 1998 sein erstes Soloprojekt startet. Am 15. Juni feierte Zöllner den Spirit des Rock’n’Roll im Berliner „Postbahnhof“ mit einem Feuerwerk aus Klang und Licht. Und alle, alle waren gekommen, um dem Meister zu huldigen - von André Herzberg bis Sonny Thet von „Bayon“.

Ein großes Interview mit Dirk Zöllner lesen Sie in der Ausgabe 04/2012 

"Ständig Musik im Kopf"

Dienstag 05 Juli 2011 um 13:44 Uhr von nmuth in PORTRÄT Frank Korb, in der Musikszene auch als Paule Blues bekannt, betreibt in Zepernick das Studio 7. Im ehemaligen Wirtschaftsgebäude eines Bauernhofes gehen Musik- und Tanzschüler ein und aus. Wer möchte, kann im Studio eine CD aufnehmen. Oder mit seiner Band proben. Englisch, Jazzdance oder auch Walzer lernen. Es gibt regelmäßig Veranstaltungen mit Live-Musik und Hoffeste. Jeden ersten Sonntag im Monat findet die „Blue Sunday Session“ hier statt, die stets gut besucht ist - schließlich spielen hier auch namhafte Künstler wie Waldi Weiz.
Frank Korb ist ein Typ, mit dem man schnell ins Gespräch kommt. Und zu erzählen hat er einiges. Wie er als Kind stundenlang vorm Röhrenradio saß und mit 15 beschloss, Rockstar zu werden. Oder wie er zusammen mit Leander Haußmann eine Druckerlehre machte. Gelassen plaudert der 51-Jährige über seine sechsmonatige Inhaftierung zu DDR-Zeiten, die ihn „anderthalb Zähne gekostet hat“, aber gemessen an der Alternative, 18 Monate Armeedienst zu leisten, „gar nicht so schlimm“ gewesen sei. Heute lebt er mit seiner zweiten Frau Elizia und der fünfjährigen Tochter Kaya überm Studio 7 in Alt-Zepernick

PANKE-SPIEGEL: Haben Sie sich schon als Kind für Musik interessiert?
FRANK KORB: Ich hab viel Zeit vor unserem Röhrenradio verbracht. Das war ja eine Zeit, als wöchentlich Welthits rauskamen. Hits, die auch heute noch bekannt sind. Was wird wohl von der heutigen Musik in zehn Jahren noch in Erinnerung sein? Unvergessen sind Sendungen wie „RIAS Treffpunkt“. Ich hab mir damals akribisch notiert, zu welcher Zeit welche Sendung lief und Markierungen am Radio angebracht, wo die verschiedenen Sender lagen. Ich hatte ständig Musik im Kopf. Auch wenn ich zur Schule ging. Als ich Songs hörte wie „Smoke on the water“, hat es endgültig gefunkt. In der zehnten Klasse beschloss ich, Rockstar zur werden. Da war natürlich auch viel oppositionelles Gehabe bei. Nicht, dass ich grundsätzlich was gegen Sozialismus gehabt hätte, aber so spießig und in dieser rigiden Ausprägung – da musste man einfach gegen rebellieren. Ich besorgte mir eine akustische Gitarre. Die hatte Stahlsaiten und eine unmögliche Saitenlage. Ein Geigenlehrer hat mir dann erste Hinweise gegeben, wie so eine Gitarre theoretisch funktioniert.

PS: Eher ein holpriger Einstieg in die musikalische Karriere. Wie ging es weiter?
FK: Ich hab mir die Akkorde von anderen Gitarristen abgeschaut. Damals gab es jedes Wochenende Konzerte in Jugendklubs oder Open-Air-Veranstaltungen. Die Musiker kannten mich dann schon und haben mir von der Bühne die Akkorde zugerufen. Auch die Texte hab ich mir so angeeignet. Das heißt, ich habe sie in genauso falschem Pseudo-Englisch nachgesungen.

PS: Eine Laufbahn als Berufsmusiker kam unter diesen Voraussetzungen wohl erstmal nicht infrage?
FK: Eigentlich wollte ich Grafiker werden. Als Kind habe ich gern gemalt und gezeichnet. Ich bin in Berlin-Friedrichshain aufgewachsen und war oft im dortigen Studio „Otto Nagel“, wo Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter Anleitung gestandener Künstler in Bildender Kunst unterrichtet wurden. Damals entstand der Wunsch, später Grafik zu studieren. Allerdings wurde nichts daraus, da ich nicht auf die EOS kam, um Abitur zu machen. Also blieb nur der Weg über Berufsausbildung mit Abitur. Man riet mir zu einer Ausbildung in der „polygrafischen Industrie“, und so landete ich in der Berufsschule für Polygrafie „Rudi Arndt“ und begann eine Ausbildung zum Drucker. Dort wimmelte es vor lauter verkappten Musikern und Künstlern. Auch Leander Haußmann lernte dort zur selben Zeit wie ich. Wir gehörten zur Clique „Die Durchmacher“, über die Leander Haußmann später den gleichnamigen Dokufilm drehte.

Das gesamte Interview lesen Sie in der Ausgabe 04/2011.

Bedeutende Frauen in Brandenburg

Mittwoch 29 Juni 2011 um 10:17 Uhr von beatOpa in PORTRÄT
Kaiserin Auguste Victoria (1858 – 1921)

Von Georg von Glowczewski
 
Vor 90 Jahren starb im holländischem Exil die letzte deutsche Kaiserin Auguste Victoria. Sie war, wie viele heute noch meinen, eine ungewöhnliche, starke Frau mit einem tiefen christlichen Glauben und Sinn für die Zukurzgekommenen. Das meint auch Angelika Obert, Theologin und Journalistin, seit 1994 Leiterin des Evangelischen Rundfunkdienstes in Berlin. Sie veröffentlichte in diesem Jahr im Wichern-Verlag ein Buch über Auguste Viktoria und stellte es u.a. am 17. Mai in der Evangelischen Stiftungsbuchhandlung Potsdam vor. Unser Mitarbeiter war dabei, hat das Buch gelesen und stellt im Folgenden das Leben und Wirken dieser sozial engagierten Kaiserin vor.

Als vor 90 Jahren, am 11.April 1921, die ehemalige Kaiserin Auguste Victoria im holländischen Doorn an Herzversagen starb, schrieb das „Berliner Tagblatt“ einen Nachruf, in dem es u.a. heißt: „Man wird der Verstorbenen nachsagen dürfen, dass sie in ihrer Art und Natürlichkeit in den durch ihre Erziehung und Weltanschauung gezogenen Schranken stets bemüht gewesen ist, ihrem Gatten beizustehen und Gutes zu tun.“ Auguste Victoria wurde am 19. April im Antikentempel in Potsdam-Sanssouci beigesetzt. 200.000 Menschen begleiteten den Trauerzug. Sie galt in der Bevölkerung nach wie vor als beliebte Herrscherin. Viele verehren sie bis heute, obwohl sie nach 1945 in Ost und West weitgehend in Vergessenheit geraten ist, wobei die DDR-Machthaben dabei auch nachhalfen. Das jetzt erschienene Buch von Angelika Obert will nun an diese große Frau erinnern. Es heißt gleich zu Anfang des Buches (S. 8): „Viele verehren sie, denn sie war unbescholten, eine große Wohltäterin, mustergültige Gattin und hingebungsvolle Mutter, kurzum: eine ideale Frau. Nicht ganz so schön wie die Königin Luise, nicht so tragisch früh gestorben, aber im preußischen Volksherzen kommt die ‚Kirchenjuste’ doch gleich nach Luise.“ Mit der Königin Luise haben wir hier in der Serie „Bedeutende Frauen in Brandenburg“ begonnen. Heute also Kaiserin Auguste, die von den Berlinern schon zu Lebzeiten liebevoll die „Kirchenjuste“ genannt wurde, denn sie war eine fromme Frau mit großem protestantischen Engagement, die unermüdlich gegen den „religiös-sittlichen Notstand“ kämpfte und dafür sorgte, dass gerade in den Berliner Arbeitervierteln, aber auch in Potsdam viele neue, große evangelische Kirchen erbaut wurden. Dabei ist sie als Protestantin durchaus offen auch gegenüber Katholiken gewesen, besuchte 1893 zusammen mit ihrem Mann, Kaiser Wilhelm beim Staatsbesuch in Rom auch den Papst – damals Leo XIII. – und sorgt auf ihrer Reise 1898 ins Heilige Land dafür, dass in Jerusalem nicht nur die Protestanten eine neue Kirche (die Erlöserkirche) bekommen, sondern auch die deutschen Katholiken (auf dem Zionsberg).
 
Den ersten Teil des Porträts lesen Sie in der Ausgabe 04/2011 

"Das war mein Leben"

Donnerstag 19 Mai 2011 um 12:37 Uhr von nmuth in PORTRÄT

Renate Körner war 25 Jahre die Wirtin vom „Edelweiß“

Christa Glage, Renate Körner, Gisela Krüger (v.l.n.r.) in zünftiger KleidungDas Teewasser kocht bereits, als ich mich zum Interview einfinde. Schon bei unserer Verabredung hatte sie mich gefragt, ob ich gern Kaffee hätte oder lieber Tee. Und welchen Tee. Mit Zucker oder Honig? Als ich mich setze, breitet sie ein blütenweißes Damastplatzdeckchen vor mir aus. In der Küche wird bereits ein Brötchen aufgebacken. Sie sieht mir wohl an, dass ich’s vertragen kann. Ich bekomme es fertig belegt, mit Schinken und Käse. Dazu ein paar Weintrauben und eine aufgeschnittene Tomate. Dass ich es hier mit einer Gastwirtin aus Leidenschaft zu tun habe, ist unschwer zu erkennen. Zu Ostern hat sie eine Käsetorte gebacken, für die Nachbarschaft. Ihr Mann Hartmut ist momentan zur Kur.

Panke-Spiegel: Wann kamen Sie ins „Edelweiß“?
Renate Körner: Im März 1966 fing ich als Gaststättenleiterin im Edelweiß an. Vorher hatte ich in Pankow und in Bernau als Serviererin gearbeitet.

PS: War das der Beruf, den Sie gelernt hatten?
RK: Ich habe 1960 meinen Facharbeiter gemacht. Aber ich kannte das Geschäft von klein auf. Meine Großmutter hatte in Altlandsberg, wo ich geboren bin, ein Lokal. Meine Mutter besaß in Werneuchen einen Laden für Wirtschaftsartikel, mein Vater war im Krieg geblieben. Kurz vor meiner Einsegnung brach sich meine Mutter den Fuß. Da musste ich den Laden führen und das Geld verdienen. Ich habe also schon frühzeitig gelernt, Verantwortung zu übernehmen.

PS: Sie führten das Edelweiß aber nicht von Anfang an gemeinsam mit Ihrem Mann?
RK: Zu dieser Zeit war ich noch mit meinem ersten Mann, Hans-Günther Kessler, verheiratet. Er war 15 Jahre älter und Direktor der HO-Gaststätten Bernau. Wir haben uns 1972 scheiden lassen. Mit Hartmut bin ich seit 1975 verheiratet. Er war Maschinenschlosser beim VEB Kombinat Textima und auf Montage in Berlin, als wir uns kennenlernten. Er hat dann eine Umschulung zum Koch und Kellner gemacht. Die erste Zeit wohnten wir über der Gaststätte, dann hatten wir die Gelegenheit, ein Haus zu kaufen von jemandem, der in den Westen ging.

Das Interview in voller Länge lesen Sie in Ausgabe 03/2011

Lonnie Donegan - The Roots Of British Rock

Mittwoch 16 März 2011 um 09:06 Uhr von beatOpa in PORTRÄT
Von Lutz Eikelmann

Nur wenige Musiker haben die Entwicklung der Pop-Musik derart massiv beeinflusst wie der als “King Of Skiffle“ vermarktete Lonnie Donegan (1931-2002). Nicht nur, dass er mit 34 TOP-TWENTY-HITS zwischen 1956 und 1962 zu den erfolgreichsten Hit-Sängern des 20.Jahrhunderts zählt, nein, er beeinflusste auch eine Vielzahl von Musikern wie z.B. Van Morrison, Joe Cocker, Joe Brown, Adam Faith, Cliff Richard, die Beatles, die Rolling Stones, Jimmy Page, Roger Daltrey, Brian May, Rod Stewart, Eric Clapton und unzählige andere, die er inspirierte sich mit afro-amerikanischen Vokaltraditionen auseinanderzusetzen. Die energievolle, lebendige und oft ekstatische Musik Lonnie Donegans fesselte Millionen von Menschen. 
Anthony James Donegan wurde am 29. April 1931 in Glasgow geboren, doch wuchs er im Londoner East End in armen Verhältnissen auf. Bereits in seinen jungen Jahren stellten sich gesundheitliche Probleme ein, man diagnostizierte eine Herzschwäche, der behandelnde Arzt sagte zur Mutter, man müsse davon ausgehen, dass ihr Sohn lebenslang im Bett zu bleiben habe, doch der elfjährige Donegan traf eine klare Entscheidung wie er 1989 in der TV-Sendung “The Human Factor“ erzählt: „Ich wollte auch so leben wie meine Schulfreunde und Fußball spielen. Lieber ein kurzes Leben als auf alles verzichten müssen.“
 
Das ganze Porträt lesen Sie in der Ausgabe 02/2011 

"Könnt'a alle mal nachmachen"

Dienstag 23 November 2010 um 11:19 Uhr von nmuth in PORTRÄT

Dietrich "Diddi" Dahlke" wird Ehrenmitglied der SG Einheit Zepernick

Als ältester Sohn einer Putzmacherin und eines Bürodieners wurde Dietrich Dahlke 1936 in Zepernick geboren. Mit drei Geschwistern wuchs er in der Bahnhofstraße auf, sein Geburtshaus bewohnt er noch heute mit seiner Frau Ruth. Nach der Lehre zum Chemiefacharbeiter bildete er sich trotz Verbot an der in West-Berlin gelegenen Ingenieurschule Beuth zum Chemotechniker weiter. 30 Jahre arbeitete er in der Akademie der Wissenschaften am Zentralinstitut für Isotopen- und Strahlenforschung in Berlin-Buch. Als nach der Wende die Akademie zerschlagen und die Institute geschlossen oder umgebaut wurden, arbeitete er schließlich schweren Herzens bei der Demontage des eigenen Instituts mit. Neben dem Sport gehört seine Leidenschaft historischen Reiseberichten: Fontane, Heine, Humboldt sind seine bevorzugten literarischen Reiseleiter.
Seit jeher ehrenamtlich engagiert – sowohl sportlich als auch kommunalpolitisch – ist er seit 1973 Leiter der Sektion Bogensport (heute Schießsport). Für seine Verdienste als langjähriger Vereinsvorsitzender und Sektionsleiter wurde Dietrich Dahlke im Rahmen der 85-Jahr-Feier der SG Einheit Zepernick kürzlich zum Ehrenmitglied ernannt. „Könnt’a alle mal nachmachen“ – mit dieser launigen Aufforderung an die applaudierenden Sportfreunde kommentierte er die Auszeichnung mit der für ihn typischen lakonischen Abgeklärtheit.

PANKE-SPIEGEL: Ihre Mutter war Putzmacherin?
Dietrich Dahlke: Sie hat Hüte gemacht. Bevor sie meinen Vater geheiratet hat, arbeitete sie in einem Hutgeschäft in der Schönhauser Allee. Ich erinnere mich, dass zu Hause bei uns noch einige „Holzköppe“ auf dem Regal standen. Falls mal ein Hut aus der Form geriet, konnte man ihn dämpfen und über einen solchen Kopf ziehen, dann passte er wieder.

PS: Welche Kindheitserinnerungen verbinden Sie mit Zepernick?
DD: Der Hauptspielplatz war der Goethepark, wo wir als Kinder in den Büschen Verstecken gespielt haben. Ansonsten gab es damals nur einen großen Sandkasten, nicht so überladen wie heute. Gespielt haben wir auch auf den Panke-Wiesen. Da konnte man noch den alten Mäander sehen, das Flussbett vor der Begradigung Mitte der 30er Jahre. Mitunter stand auch noch Wasser drin.

PS: Bei Kriegsende waren Sie gerade acht Jahre alt. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?
DD: Die Schule fand nach Kriegsende zunächst in Lokalen statt, die einen Saal hatten, wie das „Sportcasino“ in der Ötztaler Straße oder „Basener“ am S-Bahnhof Röntgental. Als Lehrer wurden zunächst die ganz alten eingesetzt, die schon zu Kaisers Zeiten Lehrer waren. Alle hatten Hunger. Lehrer Mügge brach einmal völlig entkräftet zusammen. Für die besonders ausgemergelten Schüler gab es eine so genannte „Quäker-Speise“ – eine amerikanische Spende. Doch auch Leo Rink, Zepernicker Fleischer, teilte Wurstsuppe auf dem Schulhof aus.

Das gesamte Interview lesen Sie in Ausgabe 06/2010

Bedeutende Frauen in Brandenburg

Freitag 19 November 2010 um 10:34 Uhr von beatOpa in PORTRÄT
Lucie von Hardenberg (1776 – 1854)
Von Georg von Glowczewski 

Graf Hermann von Pückler-Muskau, seit 1822 auch Fürst, ging in die Geschichte ein als Landschaftsarchitekt, begnadeter Autodidakt, Schriftsteller, Literat und Weltenbummler. Er wurde weltberühmt, vor allem als Garten- und Landschaftsgestalter (Schlossparks in Branitz bei Cottbus und Muskau) und galt als eine der schillerndsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Die Ehefrau an seiner Seite, Lucie von Hardenberg, wird aber in Biographien meist nur am Rande erwähnt. Dabei war auch sie eine außergewöhnliche Frau. Es gab eine facettenreiche und widersprüchliche Beziehung zwischen Pückler und ihr, wie man erst in letzter Zeit näher erforschte. In diesem Jahr wird ihr eine besondere Ausstellung im „Fürst-Pückler-Museum“ im Schloss Branitz bei Cottbus gewidmet: „Die grüne Fürstin“ ist das Motto. Gestützt auf die neuesten Forschungen, Quellen und historischen Zeugnissen, hat man auch – zum Teil mit Originalen – den Wohnbereich Lucies im Branitzer Schloss rekonstruiert. 
Welche Rolle spielte Lucie an Pücklers Seite? Er nannte sie ja zu ihren Lebzeiten immer: „meine Schnucke“ oder „Schnubs“. Und sie ihn: „mein Lou“, oder: „mein fürstlicher Wolf“. 
Wie „grün“ waren sie sich wirklich? Und wie „grün“ griff sie selbst in die weltberühmten Parkgestaltungen Pücklers ein?
 
Das ganze Porträt lesen Sie in der Ausgabe 06/2010 

Erinnerung an Helmut Rosenberg

Donnerstag 16 September 2010 um 15:39 Uhr von nmuth in PORTRÄT

Der Musiker und Komponist gründete 1963 den Zepernicker Schau- und Lehrgarten

„… wie die Zeit und ein unbegreifliches Geschick an meinem großen und guten Wollen nagte, bis es zerbrach“

Diese Zeilen schreibt Helmut Rosenberger 1946, ein halbes Jahr vor seinem 40. Geburtstag, in einem zweiseitigen Resümee seines bisherigen Lebens. Nach seiner Ausbildung hatte er zwei Jahre in der Buchhaltung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft gearbeitet. „Da kam mir zu Bewusstsein, dass das Leben so nicht gemeint sein könne. Ich sah die Insassen der Büroschemel neben mir: Alte Herren, deren ganzer Lebensinhalt die gleichen nichtssagenden Zahlen waren, die mich täglich anglotzten.“ Er flüchtet, wird Wandervogel. Reist nach Italien und verbringt dort die wohl schönste Zeit seines Lebens. Wieder zu Hause steht er vor der Frage, wie er seinen Lebensunterhalt bestreiten sollte. „Musste nehmen, was sich gerade bot: Musik mit Alkohol.“ Abends spielt er in Cafés, Kneipen, Kinos tagsüber studiert er Musik am  Konservatorium. Anfang der 30er Jahre, nach Abschluss des Studiums, bemüht er sich vergeblich um eine Stellung in Staats- oder städtischen Orchestern.
Er schreibt Gedichte und Lieder, schickt sie an Zeitungen und Verlage und seine Mappe füllt sich mit Absagen. „Ein Erfolg hätte mir Auftrieb geben können. Er kam nicht, und mein Wollen versank weiter.“ 1938 versucht er, noch einmal an die Zeit als „Fahrender“ anzuknüpfen, doch es gelingt ihm nicht. „Verschüttet war irgendwie Empfinden und Zusammenhang, ich vernahm die Sprache der Natur nicht mehr“, erinnert Rosenberg sich an seine zweite Reise, ostwärts die Donau entlang. Er kehrt zurück, ohne zu wissen, was werden sollte. Die Musik war ihm fremd geworden, nichts zieht ihn mehr zur Geige oder Gitarre. Er wird Werkstattschreiber bei AEG und arbeitet sich hoch, wird Lagerkontorist, Besteller. Dann kommt der Krieg. „Man musterte mich, fand, dass ich tauglich sei, und damit war eigentlich ein Leben beendet.“ Karl Foerster (links) und Helmut Rosenberg bei einem Rundgang im Zepernicker Schau- und Lehrgarten
Er überlebt das Grauen des Krieges und eine neue Zeit bricht an. Unmittelbar nach Kriegsende, im Sommer 1945, initiiert er zusammen mit Heinz Nitschke die Gründung der Ortsgruppen des „Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“ in Bernau und Zepernick. 1946 wird er Leiter des Bernauer Dezernats für Schule und Volksbildung. Er schreibt und komponiert. Seine Werke werden verlegt und aufgeführt.
Doch schon bald gewinnt etwas Neues an Bedeutung in seinem Leben. Schon in den 30er Jahren widmete er sich, inspiriert vom berühmten Staudenzüchter und Gartenschriftsteller Karl Foerster, der Gartengestaltung. Seit 1946 verband ihn mit diesem eine fruchtbare und mit den Jahren immer enger werdende Freundschaft. Von 1956 bis 1958 absolvierte er eine späte freiwillige Lehrzeit in einem Zierpflanzenbetrieb, damit „alles mit Sinn und Verstand geschehe“.

Den gesamten Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 05/2010

"Eigentlich wollte ich zur Kriminalpolizei"

Donnerstag 16 September 2010 um 15:26 Uhr von nmuth in PORTRÄT

Sonja Ries, etlichen Schülergenerationen als Deutschlehrerin bekannt, gehört quasi zum Röntgentaler Ortsbild. Jeden Tag sieht man die mittlerweile 83-Jährige spazieren gehen. Sie findet es schade, dass heutzutage fast alle im Auto unterwegs sind und viele Altersgenossen gar nicht mehr rausgehen. Die Gelegenheiten für einen Plausch würden so immer seltener.
Doch immer wieder kommt es vor, dass ehemalige Schüler, die inzwischen selbst Eltern und sogar Großeltern sind, sie auf der Straße erkennen und ansprechen. „Wenn ich eines Tages umfalle, geht ein Aufschrei durch Zepernick: Die Ries ist tot!“, lacht sie, schnappt sich ihren Rollator und lädt mich zum Essen ins Kaffeehaus Madlen ein, wo sie regelmäßig zu Gast ist.

PANKE-SPIEGEL: Wollten Sie immer schon Lehrerin werden?
Sonja Ries: Nein! Eigentlich wollte ich zur Kriminalpolizei. Meine ältere Schwester hat mich zur Lehrerausbildung angemeldet. Sie war ein Jahr älter als ich und selbst Lehrerin. Die Ausbildung dauerte damals acht Monate und dann folgten fünf Jahre Fernstudium. Ich hab zwei Jahre geheult. Aber eines Tages sagte ich mir, Sonja, jetzt ist Schluss mit Lamentieren! Gib dir Mühe, du wirst eine anständige Lehrerin! Von dem Tag an war ich mit ganzem Herzen dabei.

PS: Damals waren Sie aber noch nicht in Zepernick ...
SR: Nein, das war in Karstädt, in der Prignitz. Geboren bin ich in Königsberg, in Ostpreußen. 1945 mussten wir flüchten und sind schließlich nach Karstädt gekommen. Da meine Schwester schon Lehrerin war, konnten wir die dortige Lehrerwohnung beziehen. Mein Vater war im Krieg geblieben, meine Mutter war krank, und dann hatte ich noch einen sieben Jahre jüngeren Bruder, um den ich mich kümmern musste. Meine Schwester heiratete bald und dann war’s an mir, das Geld für uns zu verdienen. Nach Zepernick kam ich erst Ende der 50er Jahre – fragen Sie mich nicht nach Zahlen! Ich wollte in der Nähe meiner Schwester leben, die mittlerweile in Berlin wohnte. Dort gab es aber Zuzugsbeschränkungen. Ich stand eines Tages in Berlin auf einem Bahnhof und dachte, mal schauen, wohin der nächste Zug fährt. Oranienburg, Velten oder Bernau? Es kam der Bernauer Zug. Ich hab beim Schulrat nach einer Stelle dort gefragt. Er fragte ob ich „Disziplinprobleme“ hätte – was ich verneinte – und bot mir eine Stelle in Zepernick an, sofern ich „an die schlimmste Schule im Bezirk Frankfurt/Oder“ gehen würde. Das tat ich dann.

Das gesamte Interview lesen Sie in der Ausgabe 05/2010

Bedeutende Frauen in Brandenburg

Sonntag 12 September 2010 um 08:31 Uhr von beatOpa in PORTRÄT
 
Bettina von Arnim (1785 – 1859)
Von Georg von Glowczewski

Das Themenjahr von „Kulturland Brandenburg“ ist in diesem Jahr: „Mut und Anmut – Frauen in Brandenburg – Preußen“. Thematisiert werden unterschiedliche Frauen, die Geschichte machten – angefangen von der berühmten Königin Luise von Preußen bis hin zu der beliebten Arbeits- und Sozialministerin Regine Hildebrandt ( 1941 – 2001). Der „PANKE-SPIEGEL“ wird in einer Serie einige dieser Frauen vorstellen. In der letzten Ausgabe war die Königin Luise die erste. Heute geht es um Bettina von Arnim. 
Es gibt wohl keine Frau in den vergangenen zwei Jahrhunderten, die so kontrovers in die Geschichte einging, wie Bettina von Arnim (1785 – 1859). Die Dichterin und Schriftstellerin der Romantik hat bis heute zwiespältige Urteile über ihr Leben und Werk bekommen: „Deutschlands geistreichste Frau“ wurde sie schon zu Lebzeiten genannt, „die wirkungsmächtigste Frau in Preußen der Vormärz-Zeit“,  eine „vielfach begabte Frau“ und ein „Multitalent“  bis hinein in unsere Zeit.  Doch dann gab es auch die andere Seite: Sie galt als „Sozialistin mit feministischen Ideen“, bei einigen Zeitgenossen sogar als „Oberpriesterin des Kommunismus“, als „Anstifterin des schlesischen Weberaufstandes 1844“. Und selbst in unserer Zeit gibt es über sie das Urteil: sie war eine „Universaldilettantin“. Was war Bettina von Arnim aber wirklich?
Zunächst ihr Lebenslauf: Geboren wurde sie am 4. April 1785 in Frankfurt/Main als Tochter einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie. Ihr Taufname: Catharina Elisabetha Ludovica Magdalene Brentano. Ihr älterer Bruder Clemens Brentano wurde ja auch später berühmt als romantischer Dichter. Sie erhielt eine großbürgerliche Erziehung. Ihre Eltern starben jedoch recht früh, so dass Bettina schon als junges Mädchen bei ihrer Großmutter Sophie von La Roche aufwuchs. 
Diese war eine schon zu Lebzeiten berühmte Schriftstellerin und schrieb 1771 den ersten deutschen „Frauenroman“ mit dem Titel „Die Geschichte des Fräulein von Sternheim“.
 
Das ganze Porträt lesen Sie in der Ausgabe 05/2010 

Wegbereiter der modernen Musik

Montag 02 August 2010 um 12:05 Uhr von beatOpa in PORTRÄT

Vor 565 Jahren starb Oswald von Wolkenstein

Oswald von Wolkenstein (* um 1377 vermutlich auf Burg Schöneck im Pustertal/Südtirol; † 2. August 1445 in Meran) war ein Sänger, Dichter und Komponist, sowie ein Politiker von mehr als nur regionaler Bedeutung. Sein Leben und Wirken kann als beispielhaft für einen Ritter des ausgehenden Spätmittelalters angesehen werden. Er war Diplomat in Diensten des deutschen Kaisers Sigismund I.

Oswald stammte aus der Südtiroler Adelsfamilie der Villanders, die sich später nach Schloss Wolkenstein im Grödnertal benannte, und wurde vermutlich 1376 oder 1377 geboren (zur Familiengeschichte).
Entweder war sein rechtes Auge bereits von Geburt an beschädigt, oder es kam dazu in seiner Kindheit. Franz Daxecker geht in seiner Untersuchung davon aus, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht um eine krankhafte Ptosis handelte (Lähmung mit Herabsinken des Oberlids, die angeboren sein könnte oder erworben, z. B. durch Syphilis oder Rheuma), sondern um »eine perforierende Verletzung des rechten Auges« in der Kindheit mit anschließender Schrumpfung des Auges (Phtihisis bulbi) mit begleitender Ptosis. Die Familienüberlieferung könnte also stimmen, wonach Oswalds Auge etwa in seinem 9.Lebensjahr an Fassnacht durch einen Bogenschuss beim Spiel verletzt wurde.
Mit etwa zehn Jahren begann Oswald (evtl. im Dienst eines fahrenden Ritters) ein abenteuerliches Wanderleben, das ihn durch weite Teile Europas, vermutlich gar bis in den Vorderen Orient führte. Nach dem Tod seines Vaters kehrt er im Jahr 1400 nach Tirol zurück. Es beginnt ein langwieriger Erbschaftsstreit, der zunächst 1407 mit der Aufteilung des Erbes endet.

Das ganze Porträt lesen Sie in der Ausgabe 04/2010

Bedeutende Frauen in Brandenburg

Montag 02 August 2010 um 11:55 Uhr von beatOpa in PORTRÄT

1. Teil: Königin Luise von Preußen (1776-1810)

Königin Luise, deren 200. Todestag in diesem Jahr am 19.Juli begangen wird, gilt als die beliebteste deutsche Königin. Es gibt in diesem Jahr  eine Vielzahl von Ausstellungen und Gedenkveranstaltungen. Zahlreiche Biografien, Romane und Anekdoten, Filme und Bilder sind im Laufe der 200 Jahre entstanden. Übereinstimmend in allen Biografien: Luise war nicht nur „schön, anmutig, sanft, heiter, natürlich, charmant, ohne Allüren und Dünkel, und ihrem oft überforderten und oft verstimmten Gatten, dem preußischen König Friedrich Wilhelm III., bedingungslos ergeben“. Nein, sie war durchaus auch eine selbstbewusste Frau, in Jugendzeiten sogar recht „rebellisch und aufbegehrend“. Andere Quellen schildern sie als eine Förderin der preußischen „Reformer“ um Hardenberg, betonen ihre Furchtlosigkeit im Umgang mit dem „mächtigen Feind, Napoleon“, als Preußen 1807 „am Ende“ war. Mit Mut und Hingabe kämpfte Königin Luise nach der totalen Niederlage Preußens für eine bessere Lage ihres ruinierten Landes und für eine neue Ordnung der Dinge. „Ohne die Königin wären die Reformen wie auch die Befreiung Deutschlands so nicht denkbar gewesen“, meinen einige der Biografen und kommen zu dem Schluss, man könne die schöne Königin nicht einfach unter „Mythen und Legenden“ ablegen.
Luise Auguste Wilhelmine Amalie wurde als 3.überlebende Tochter des Erbprinzen Carl Ludwig Friedrich von Mecklenburg-Strelitz am 10.März 1776 in Hannover geboren.
Etwas zum Herrscherhaus der Herzöge von Mecklenburg-Strelitz, aus dem Luise stammte:  Es war ein armes Geschlecht im kleinsten Staat Deutschlands. Doch andererseits war es reich: nämlich reich an Kindern, die, sobald sie erwachsen waren, an die großen Herrscherhäuser Europas vermittelt, ja „verkuppelt“ wurden. Es waren wirklich hübsche Mädchen aus dem Hause Mecklenburg-Strelitz, so Luises Tante, die als  Königin (Queen) Charlotte von England bekannt und beliebt wurde.

Das ganze Porträt lesen Sie in der Ausgabe 04/2010

Kunst für die Welt

Montag 24 Mai 2010 um 22:40 Uhr von nmuth in PORTRÄT

Michael Brauer mit dem Modell des KunstwerksSchon seit frühester Jugend wusste Michael Brauer, dass er Bootsbauer werden wollte. Der heute 62-jährige passionierte Segler machte sich schon zu DDR-Zeiten selbständig und baut heute überwiegend Kunstobjekte. Im letzten Jahr formte er für den niederländischen Künstler Marc Ruygrok ein acht Meter hohes Methan-Molekül, das bei Groningen (NL) auf dem Mittelstreifen der Autobahn aufgestellt wurde. Zur Einweihung kam sogar Königin Beatrix. Sie schüttelte natürlich nur dem Künstler die Hand, nicht dem Handwerker. „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“ – dieses Zitat von Karl Valentin hängt in Brauers Werkstatt.

PANKE-SPIEGEL: Wurde Ihnen das Handwerk schon in die Wiege gelegt?
Michael Brauer: Eher nicht. Mein Vater war Arzt, meine Mutter – wie damals üblich – Hausfrau. Mein Großvater war Zollbeamter in Togo. Er kaufte von seiner Abfindung ein 40.000 Quadratmeter großes Grundstück in Brandenburg an der Havel, um eine Obstplantage zu betreiben. Die Plantage bestand nicht lange, aber das Grundstück, direkt am Wasser gelegen, ist immer noch im Familienbesitz. Ich habe dort meine Kindheit verbracht und war während der Schulzeit, als wir dann in Berlin wohnten, immer in den Sommerferien bei meiner Großmutter. Da gab es natürlich auch einen Ruderkahn. Ich war viel auf dem Wasser. Auch Schiffsmodelle  habe ich als Kind gebaut. Ich war schon immer eher praktisch veranlagt. Während der Oberschulzeit gab es dann für wenige Jahrgänge die Besonderheit, dass der UTP (Unterrichtstag in der Produktion Anm. d. Red.) zu einer Berufsausbildung zusammengefasst wurde. Während später die Wahl auf wenige Berufe beschränkt wurde, hatten wir das Glück, uns einen Beruf frei aussuchen zu können. Ich ging zu Yachtbau Berlin und die Firma richtete auf meine Initiative hin fünf solche Ausbildungsplätze ein. Wir wurden dort „Eintagsfliegen“ genannt, weil wir nur einen Tag in der Woche im Betrieb waren. So hatte ich dann mit dem Abitur gleich eine abgeschlossene  Berufsausbildung und ging dann nach Rostock, um Schiffsbau zu studieren.

„HET SLOCHTER MOLECULE“ bei der MontagePS: Wann haben Sie sich dazu entschlossen, sich selbständig zu machen?
MB: Da kamen mehrere Komponenten zusammen. Nach dem Studium arbeitete ich einem Ingenieurbüro für Schiffbau. Mit der Absetzung von Walter Ulbricht, der den Schiffsbau förderte, brachen andere Zeiten an. Natürlich wurde man nicht entlassen, man wurde umgesetzt. Ich kam ins Konstruktionsbüro der Warnow-Werft. Dort gab es eine recht absurde Arbeitsatmosphäre: Die Reißbretter standen in zehn Reihen. Ganz vorn hatte der Abteilungsleiter, natürlich Parteigenosse, die Aufsicht. In der ersten Reihe standen die Lehrlinge, dann die jungen Schiffbauingenieure und je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit rückte man weiter nach hinten. Den Raum verlassen durfte man nur nach vorheriger Abmeldung. Um punkt 16 Uhr öffnete der Abteilungsleiter die Tür und alle traten auf den Flur. An kreativer Ingenieursleistung war dort niemand interessiert. Das wurde auch nicht besser, als ich zur Schiffsrevision und Klassifizierungsgesellschaftwechselte, wo vollends die Bürokratie herrschte. Vom praktischen Schiffbau fühlte ich mich abgeschnitten, auch weil  ich kein Seefahrtsbuch bekam. Ich hatte es dreimal beantragt, aber immer wurde abgelehnt. Vielleicht weil mein Bruder einen Ausreiseantrag laufen hatte. Das bedeutete, ich konnte Seeschiffe, wie ich sie konstruieren sollte, nie unter realen Bedingungen, auf hoher See erleben. Beim Segeln stand man unter ständiger Beobachtung der Grenzsoldaten, vom Land und von See aus. Nachdem einigen Seglern die Flucht gelungen war, wurde es immer schwieriger zu segeln.

Das gesamte Interview lesen Sie in Ausgabe 03/2010

Die letzte „Granata“ wurde gezündet

Dienstag 23 März 2010 um 15:21 Uhr von beatOpa in PORTRÄT

Zum Tod von Dr. Dr. h.c. Hanna-Renate Laurien

Von Thomas Steierhoffer

Wenn die großen Politiker der deutschen Nachkriegszeit aufgerufen werden, erklingen die Namen von Konrad Adenauer, Willy Brandt, Helmut Schmidt, Helmut Kohl. Alles Männer! Doch eine Frau gehört unbedingt mit hinein in die Litanei derer, die ihrem Volk aus Überzeugung, Leidenschaft und aus dem vollen Verständnis des im Lateinischen wurzelnden Wortes „Minister“ gedient haben: Hanna-Renate Laurien.
Sie wurde am 15. April 1928 als Tochter eines Chemikers und einer Lehrerin in Danzig geboren. Laurien studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1948 wurde sie Mitbegründerin der Freien Universität im Westteil der Stadt. Die Oberstudiendirektorin und CDU-Politikerin war von 1976 bis 1981 Kultusministerin in Rheinland-Pfalz, von 1981 bis 1989 Schulsenatorin von Berlin und von 1991 bis 1995 Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses.
Die überzeugte Katholikin engagierte sich über viele Jahre beim „Zentralkomitee der Deutschen Katholiken“ sowie als Vorsitzende des „Diözesanrates der Berliner Katholiken“. Nach dem Fall der Mauer setzte sie sich vehement für die Verlegung des Sitzes der Bundesregierung von Bonn nach Berlin ein. Die Berliner Bevölkerung rief sie im Herbst 1992 erfolgreich zu Demonstrationen gegen aufkeimende Ausländerfeindlichkeit und Rassismus auf. 1996 schied sie aus dem CDU-Bundesvorstand aus. Am 12. März 2010 starb sie in Berlin. Das letzte Interview ihres Lebens gab sie Mitte 2009 dem PANKE-SPIEGEL.
Hanna-Renate Laurien war eine streitbare und mutige Frau". Nie hatte sie ihren Standpunkt als Katholikin verleugnet. In einer kurzen Erklärung des Berliner Erzbischofs, Georg Kardinal Sterzinsky, heißt es: "Als Vorsitzende des Diözesanrats hat sie stets die enge Zusammenarbeit mit mir gesucht. Auch in ihrem Ruhestand hat sie sich an den Berliner Debatten beteiligt, zuletzt im Volksbegehren ,Pro Reli'. Unvergessen bleibt sie mir auch in ihrer engagierten Unterstützung beim Aufbau der Katholischen Akademie. Ich persönlich erinnere mich gern, wie sie mich nach meinem Amtsantritt in Berlin im Namen der Berliner Katholiken begrüßt hat. Wir werden ihre Stimme vermissen."

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Das ist Geschichte!

Freitag 20 November 2009 um 09:47 Uhr von beatOpa in PORTRÄT

Dr. Sigrun Pilz lebt heute als Ruheständlerin in Zepernick. Die promovierte Medizinerin und Fachärztin für klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik gehört allerdings noch lange nicht zum alten Eisen. Im Gegenteil! Heute kümmert sie sich ehrenamtlich um die Bewohnerinnen und Bewohner des Zepernicker Seniorenheimes. Gemeinsam mit anderen Freiwilligen organisiert sie hier regelmäßig das „Eichenkränzchen“ mit zahlreichen kulturellen Angeboten für die Seniorinnen und Senioren. Der PANKE-SPIEGEL traf Dr. Sigrun Pilz zu Hause, um mit ihr über Erinnerungen rund um die Wende zu sprechen.

PANKE-SPIEGEL: Was haben Sie in der Nacht gemacht, in der vor 20 Jahren die Mauer fiel?
Pilz:  In der Nacht als die Mauer fiel, habe ich permanent am Fernsehgerät gesessen und mit Spannung die Ereignisse an der Mauer verfolgt. Durch Zufall hatte ich eine offizielle Besuchserlaubnis für den 10.11.1989 zu einem Verwandtenbesuch gemeinsam mit meinem Mann – erstmalig! Wir hatten beschlossen zu warten, weil am Morgen des 10.11.1989 die Grenzen ja geschlossen werden sollten. Wir wollten dann in Ruhe mit unserer Besuchserlaubnis die Grenzen passieren. Unsere Nachbarn wollten uns zur Grenze fahren, aber wir kamen nicht weit. In Weißensee-Spitze standen wir bereits in den Massen, die sich über die Grenze wälzten. An der Grenze allerdings interessierte sich keiner mehr für unsere Besuchserlaubnis.
Den Mauerfall zu erleben, war so ein Glückserlebnis, das kann ich eigentlich gar nicht richtig wiedergeben. Wir sind dann den Ku’damm rauf- und runtergelaufen und haben uns nur immer gegenseitig erzählt: „Das ist Geschichte! Erlebte Geschichte! Das kann man auch nicht mehr rückgängig machen.“
PS: Haben Sie die Meldung von Schabowski gleich verstanden?
Pilz: Natürlich, ich war außer mir vor Freude! Als Schabowski seinen Zettel nahm und fast ungläubig vorlas, konnte ich es kaum glauben. Allerdings ist bis heute wohl nicht klar, ob er es selbst wusste, was er da verkündet. Es war ein unglaublicher Vorgang, der die Weichen für den Mauerfall unumkehrbar stellte. Die Gefühle in diesen Stunden, waren unbeschreiblich.

Das ganze Interview lesen Sie in der Ausgabe 06/09

Von den Armeniern verehrt wie ein Heiliger

Montag 21 September 2009 um 11:45 Uhr von beatOpa in PORTRÄT

Ein Interview von Thomas Steierhoffer 

Mit dem „Märchen vom letzten Gedanken“ ist Edgar Hilsenrath ein großer epischer Wurf gelungen. Der PANKE-SPIEGEL traf den großen deutsch-jüdischen Schriftsteller in seiner Wohnung in Berlin-Steglitz, um mit ihm vorrangig über sein literarisches Werk sowie über den Fall der Mauer zu sprechen.

PANKE-SPIEGEL: Herr Hilsenrath, Sie wurden in Leipzig, im Land der Reformation geboren. Christen waren es, die Sie verjagt und in ein Ghetto in der Ukraine deportiert haben. Nach dem Krieg gingen Sie nach Palästina, später in die USA. Warum haben Sie sich Mitte der siebziger Jahre entschieden, ausgerechnet in das Land Ihrer Peiniger zurückzukehren?
Hilsenrath: Ja, das hängt mit meiner deutschen Muttersprache zusammen. Als Schriftsteller habe ich immer nur in Deutsch geschrieben, lebte aber in einer wesensfremden Umgebung, in Amerika und Frankreich beispielsweise. Irgendwann hatte ich das Gefühl, du musst zur Spache zurückkehren. Sonst hätte ich sie vielleicht auch vergessen. Also, ich kann sagen, der Hauptsgrund meiner Rückkehr war die Sprache.

PS: Ihre Bücher hatten in Deutsch-land einen schweren Stand. Die Verleger fassten herausragende Romane wie  „Nacht“ oder „Der Nazi und der Friseur“ mit der Kneifzange an. Wie erklären Sie das?

Hilsenrath: Mein erster Roman, der in Deutschland erschien, war tatsächlich „Nacht“. Er kam bei Piper heraus. Und die Opposition im Verlag warb massiv dagegen, dass das Buch überhaupt veröffentlicht werden sollte. Sie meinten, die in meinem Roman dargestellten Juden seien hässliche Gestalten, und das könne den Antisemitismus unter den Lesern neu anfachen. Das ist natürlich völliger Blödsinn! Ich beschreibe hier ganz arme Schweine, die in einem Sterbequartier zusammengepfercht sind, um dann zur Schlachtbank geführt zu werden.
Ganz genau so problematisch war dann „Der Nazi und der Friseur“. Bei diesem Roman wurde mir gesagt, man dürfe über ein so ernstes Thema wie den Holocaust keine Groteske schreiben. Das war die allgemeine Antwort der Verleger.
Als ich dann nach Berlin kam, lernte ich den jungen Verleger Helmut Braun kennen. Sein kleiner Verlag nannte sich „Literarischer Verlag Braun“, in dem er dann den „Nazi...“ herausbrachte. Nachdem er mein Manuskript gelesen hatte, war er so begeistert, dass er es einfach tun musste. Anfänglich war ich skeptisch, da der Verlag wirklich sehr klein war und kein Geld hatte. Aber die haben trotzdem sehr viel Werbung gemacht und das Buch wurde schließlich ein Erfolg.

Der PANKE-SPIEGEL fordert den Literaturnobelpreis für Edgar Hilsenrath!

Das ganze Interview lesen Sie in der Ausgabe 05/2009

„Schlafmützen sind schlimmer als radikale Gegner“

Dienstag 04 August 2009 um 08:35 Uhr von beatOpa in PORTRÄT

Wie die Berliner CDU-Politikerin Dr. Dr. h.c. Hanna-Renate Laurien die Wende erlebte

Ein Interview von Thomas Steierhoffer

Hanna-Renate Laurien wurde am 15. April 1928 als Tochter eines Chemikers und einer Lehrerin in Danzig geboren. Sie studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1948 wurde sie Mitbegründerin der Freien Universität Berlin.
Die Oberstudiendirektorin und CDU-Politikerin war von 1976 bis 1981 Kultusministerin in Rheinland-Pfalz, von 1981 bis 1989 Schulsenatorin von Berlin und von 1991 bis 1995 Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses.
Die überzeugte Katholikin engagierte sich über viele Jahre beim „Zentralkomitee der Deutschen Katholiken“ sowie als Vorsitzende des „Diözesanrates der Berliner Katholiken“. Nach dem Fall der Mauer setzte sie sich vehement für die Verlegung des Sitzes der Bundesregierung von Bonn nach Berlin ein. Die Berliner Bevölkerung rief sie im Herbst 1992 erfolgreich zu Demonstrationen gegen aufkeimende Ausländerfeindlichkeit und Rassismus auf. 1996 schied sie aus dem CDU-Bundesvorstand aus. Seither hat sie sich aus der Politik zurückgezogen. Der PANKE-SPIEGEL traf Hanna-Renate Laurien in ihrer Wohnung in Berlin-Lankwitz für dieses Interview.

PANKE-SPIEGEL: Frau Dr. Laurien, was bedeuten Ihnen der Fall der Mauer und die deutsche Wiedervereinigung persönlich?
Laurien: Eine große Freude! Ich stand ja direkt an der Mauer, als sie fiel. Nie zuvor habe ich in meinem Leben so viel geküsst, wie in dieser Nacht. Endlich wurde auch die Geschichte Ost im Westen etwas ernster genommen. Vorher war das ja nur in kleinen Spritzern der Fall. Heute bedeutet es für mich, dass wir noch immer lernen müssen, ein Volk zu werden. Damals habe ich es beispielsweise sehr engagiert vertreten, dass wir hier in Berlin eine gemeinsame Verfassung erhalten.

Das ganze Interview lesen Sie in der Ausgabe 4/2009

Der direkte Weg in die Arbeitslosigkeit

Sonntag 08 Februar 2009 um 17:46 Uhr von beatOpa in PORTRÄT

Vor vielen Jahren urteilte "Die Zeit" über Ringsgwandl:
"Ein Punk-Qualtinger, ein Valentin des Rock'n 'Roll, ein bayerisches Genie. Ein Mann wie ein Leuchtturm, Geheimtip der Verirrten. Der Oberarzt als Punk, verhauter Rock'n 'Roller und intellektueller Robin Hood."
Dem PANKE-SPIEGEL ist es gelungen, den promovierten Mediziner, Musiker und Clown Dr. Georg Ringsgwandl für ein Interview zu gewinnen. Vor vielen Jahren hatte Ringsgwandl den weißen Arztkittel gegen schräge Mützen und merkwürdige Raver-Hosen getauscht, um auf den deutschen und österreichischen Kleinkunstbühnen die Spießbürgerlichkeit, das „Garten-Nazitum“, den „Trachtenmissbrauch“ sowie die Bigotterie anzuprangern. Als seine musikalischen Vorbilder sind eindeutig Bob Dylan und Jimi Hendrix auszumachen. Ringsgwandl lebt in Garmisch und schießt von dort aus seine mitunter giftigen Pfeile in Form böser Satiren ab. Unsere Fragen beziehen sich auf sein musikalisches Gesamtwerk, das 1986 mit dem Album „Das Letzte“ kometenhaft aufstieg. Natürlich kam er immer nur im Nachtprogramm der Radiosender und Fernsehstationen zu Wort. Genau zu der Zeit, da Hansi Hinterseer and fiends bereits im Bette lagen und von volkstümlichen Melodien träumten. 
 

PANKE-SPIEGEL: Was können Sie tun, um die "Garten-Nazis" in der Nachbarschaft davon zu überzeugen, sie mögen endlich nach Lourdes fahren, um dort "was Schrilles zu beichten"?
Ringsgwandl: Ich müsste ihnen z.B. sagen, dass es dort Wasser gibt, mit dem man das Unkraut auf ewig aus dem Rasen vertreiben kann, sofern sie vorher dem tauben Pater im Beichtstuhl berichten, welche Vernichtungsphantasien sie gegen Nachbarn, Kinder, fremde Hunde und Katzen hegen.

Das ganze schräge Interview lesen Sie in der Ausgabe 1/2009

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Dem Hippokratischen Eid verpflichtet

Sonntag 08 Februar 2009 um 17:42 Uhr von beatOpa in PORTRÄT

Die Serie im PANKE-SPIEGEL: 20 Jahre Mauerfall - 1. Teil:

Wie der Chirurg Dr. Eckhard Bärlehner die Wende erlebte

Als die Mauer am 9. November 1989 endlich fällt, ist Dr. Eckhard Bärlehner 49 Jahre alt. Er arbeitet als Oberarzt in der 2. Chirurgischen Klinik des Klinikums Berlin-Buch. Trotz seiner herausragenden Fähigkeiten als Operateur, der sein Fach und sein Handwerk versteht wie kaum ein anderer, darf er in der DDR kein Chefarzt werden. Diesen Posten beziehen SED-Kader, die lieber repräsentieren als operieren. Und so wird Bärlehner immer dann an den OP-Tisch gerufen, wenn es besonders schwierig wird. Wie vielen Menschen er mit seiner Kunst das Leben gerettet hat, bleibt wohl sein Geheimnis. Als Mann der politischen Opposition in der DDR bleibt ihm der Gipfel einer medizinischen Karriere sowohl als Chefarzt als auch in der Lehre als Professor zugemauert. Dr. Eckhard Bärlehner besorgt sich chirurgische Fachliteratur, liest und studiert. Er wird zu einem Pionier der laparoskopischen Chirurgie im wiedervereinigten Deutschland und weit über seine Grenzen hinaus. Nach der Wende arbeitet er als Chefarzt und vervollkommnet die Techniken der so genannten „Schlüssellochchirurgie“. Der PANKE-SPIEGEL traf den heute pensionierten Ausnahmemediziner und sprach mit ihm auch darüber, was ihm der Fall der Mauer und die Wende bedeuten.

Den gesamten Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 1/2009

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Die "Rote Hebamme"

Donnerstag 18 Dezember 2008 um 20:55 Uhr von nmuth in PORTRÄT

Heute gibt es mindestens sieben freiberufliche Hebammen in unserer Gemeinde. Sie bieten Vorbereitungskurse, Nachsorge und Krabbelgruppen an, jedoch heben sie keine Panketaler ans Licht der Welt. Es sei denn, sie arbeiten auch mit einem Krankenhaus zusammen. Hausgeburten sind exotisch geworden in der heutigen Zeit. Das war vor 60 Jahren anders. In den 30er und 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts war Margarethe Bartz, später Hildebrandt, Hebamme im Ort und holte viele Zepernicker und Schwanebecker ins Leben.

Waltraut Schmidt erinnert sich noch gut an die Geburt ihrer Tochter Ingrid im Jahr 1947. Sie war gerade 19 Jahre alt. Als spät am Abend die Wehen einsetzten, holte ihr Mann Gerhard das Fahrrad aus dem Schuppen, um sie auf dem Gepäckträger von Schönow in ihr Elternhaus nach Zepernick zu bringen. „Bei jeder Wehe bat ich meinen Mann, für ein paar Minuten anzuhalten", erzählt Waltraut Schmidt. Anschließend fuhr er zur Hebamme in die Ahornallee, zur „Roten Hilde". Die ließ sich von den aufgeregten Schilderungen des werdenden Vaters nicht aus der Ruhe bringen: „Wir haben noch genug Zeit für eine Tasse Kaffee", meinte sie und bat ihn, sich zu setzen. Etwa eine Stunde später machte sie sich mit ihrer Tasche per Fahrrad auf den Weg.

Den ganzen Artikel lesen Sie in Ausgabe 04/2008