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Ausflugslokal & Tonfilmpalast

Montag 23 April 2012 um 09:52 Uhr von beatOpa in ORTSGESCHICHTE
Von Nadine Muth
Dem Gebäude in der Heinestraße 31 sieht man heute nicht mehr an, dass es einst als imposantes Gasthaus auf Ansichtskarten abgebildet war. 
Als Restaurant „Waldhaus“ war es 1899 vom Gastwirt Ferdinand Küsel errichtet worden. Das Grundstück, unmittelbar an der Bahnstrecke der Berlin-Stettiner Eisenbahn gelegen, hatte Küsel von Carl Winkler gekauft. Die Parzelle war damals noch mit „an der Bahn Straße 177“ bezeichnet. 
Im Mai 1899 stellte Küsel einen Bauantrag, und wenige Wochen später war bereits der Rohbau fertig. Es ist anzunehmen, dass die Gastwirtschaft im Jahr 1900 bereits in Betrieb war, denn schon im Oktober 1899 war die Gebrauchsabnahme erfolgt. Küsel bewirtschaftete das Restaurant gemeinsam mit seiner Frau Henriette, geborene Marx. 
1903 wurde das „Waldhaus“ um einen Saalanbau erweitert. Maurermeister Schönfeldt hinterließ hier, wie auch bei vielen anderen Gebäuden in Röntgental, seine Handschrift. Die Adresse des Gasthofs lautete zu jener Zeit Bärwolfstraße 10/11.
Bemerkenswert ist auch, dass das „Waldhaus“ den ersten Fernsprecher in Zepernick/Röntgental besaß. Der Gastwirt leistete sich den Luxus, eine Telefonleitung von Buch verlegen zu lassen. Der Anschluss trug die Nummer 2 des Amtes Buch. Auf diese Initiative ist zurückzuführen, dass die Gemeinde auch heute noch ans Berliner Telefonnetz angeschlossen ist.
 
Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 03/2012 

"Ein Ort schweigt"

Mittwoch 29 Februar 2012 um 08:24 Uhr von beatOpa in ORTSGESCHICHTE

Von Nadine Muth

Für ihre verdienstvolle ehrenamtliche Arbeit in der Erforschung der Bucher Medizin- und Zwangsarbeitsgeschichte war Rosemarie Pumb im Dezember 2011 von der Bezirksverordnetenversammlung Berlin Pankow ausgezeichnet worden. Über viele Jahre hat sie Akten und Sterbeurkunden gesichtet und ausgewertet, mit Zeitzeugen gesprochen, hat Artikel verfasst und den Finger in die Wunde gelegt. Nicht immer stieß ihre Arbeit auf Anerkennung, denn die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Bucher Krankenanstalten hält auch düstere, beschämende Kapitel bereit. Mit Vorliebe wird an die rühmlichen Ereignisse der Bucher Medizingeschichte erinnert, wird die Architektur und Modernität für die damalige Zeit als richtungsweisend gepriesen. Doch was sich hinter der ansehnlichen Fassade zur NS-Zeit abspielte, was durch das unfassbare moralische Versagen eines Großteils der Mediziner ermöglicht wurde, das bleibt ein gern verschwiegenes Thema. „Bis heute wird nicht wahrgenommen, dass die Krankenanstalten Berlin-Buch während der NS-Zeit mit zu den größten, geheimen Tötungseinrichtungen in Deutschland gehörten und dass hunderte von Mitarbeitern angesichts der Verbrechen an Kranken zumindest die Augen verschlossen haben“, schreibt die Autorin. 
Durch die umfassende Auswertung von Sterbeurkunden ist für die Zeit zwischen 1935 und 1942 eine deutliche Zunahme von Todesfällen festzustellen. Es sterben etwa 8.000 Patienten mehr, ohne medizinische Erklärung. In Anbetracht der Nazi-Ideologie der „Aufzüchtung der arischen Rasse“ und der Gesunderhaltung des „Volkskörpers“ liegt der Verdacht nahe, dass ein erheblicher Teil der Patienten, vor allem geistig und körperlich behinderte, aus eugenischen und wirtschaftlichen Gründen ermordet wurde.
Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 02/2012 

Tanz, Theater, Maskenbälle

Dienstag 05 Juli 2011 um 13:41 Uhr von nmuth in ORTSGESCHICHTE

Vom „Feldschlösschen“ zum „Side by Side“

Die Geschichte des „Feldschlösschens“ beginnt vor etwa 100 Jahren. Im Jahr 1909 ließ der Gastwirt Paul Burczyk an der Bernauer Straße, damals noch Chaussee genannt, ein Landhaus errichten. In den damaligen Bauunterlagen findet sich kein Hinweis, dass Burczyk eine Gastwirtschaft betreiben wollte. Die verzeichnete Bestimmung lautet „Wohnhaus“. Als 1919 an der Westseite ein Anbau („Wohnhaus“) errichtet wird, ist in der Bauzeichnung jedoch schon der Saalanbau als „Halle“ im Grundriss vorhanden. So erscheint eine Nutzung als Gasthaus zu jener Zeit recht wahrscheinlich.
Aktenkundig ist, dass im Jahr 1927 eine Gastwirtschaft betrieben wurde. In diesem Jahr wurde ein „Musik-Podium“ im Garten errichtet. Ein Jahr später erfolgte ein „Um- und Erweiterungsbau der Gasträume und des Tanzsaales“.
Untrennbar verbunden ist die Geschichte des Lokals mit dem Namen Burczyk. Und so sagt man unter Alteingesessenen auch heute noch „bei Burczyk“, wenn man über alte Zeiten im „Feldschlösschen“ spricht. Die oben abgebildete Ansichtskarte vom „Restaurant Feldschlösschen“ stammt aus den 40er Jahren.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 04/2011.

Das Schweizerberger "Edelweiß"

Donnerstag 19 Mai 2011 um 12:42 Uhr von nmuth in ORTSGESCHICHTE

Edelweiß 60er JahreVon Nadine Muth und Karl Liebscher
Wenn man genau hinschaut, kann man auf dem Gelände an der Bucher Straße, wo einst das Gasthaus „Edelweiß“ stand, noch einige Spuren vergangener Zeiten finden. Beispielsweise einen verrosteten Laternenmast, der 1939 als „Kindlleuchte“ aufgestellt wurde oder auch, aus noch früheren Zeiten, Überbleibsel des urig gestalteten Gartens, der in den 20er Jahren Kulisse für Aufführungen von Schillers „Wilhelm Tell“ gewesen sein soll. Es gab eine „Burgruine“, eine „Tell-Kapelle“, ein Wasserbecken, das den Vierwaldstättersee darstellen sollte, einen „Hut auf der Stange“, einen „Aufstieg Rigi“ und andere Referenzen an die Schweizer Sagenwelt. Das „Edelweiß“ spielte bei der Entstehung der Kolonie Schweizerberge eine zentrale Rolle, von hier aus wurde der Verkauf der parzellierten Grundstücke organisiert. Schließlich war es lange Jahre Ausflugsziel und Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens, nicht nur für die Schweizerberger Kolonisten.

Ob die Begeisterung fürs Schweizerische einer persönlichen Vorliebe der Koloniegründer Robert Bludschus und Carl Bartzsch entspringt oder einem Trend der damaligen Zeit folgte, kann nicht mehr ergründet werden. Bartzsch, der in der Bahnhofstraße wohnte, hatte jedenfalls schon Erfahrung als Wirt der Schwanebecker „Alm“ und blieb sozusagen der Bergwelt treu, als er 1910 das „Edelweiß“ erbauen ließ.
Seine Berufsbezeichnungen wechseln in den Akten. Mal erscheint Bartzsch als Kaufmann, mal als Grundstückshändler, mal als Schankwirt. Ein tüchtiger Geschäftsmann wird er wohl gewesen sein.

Gastraum zu DDR-Zeiten

Anfang 1910 beantragt er eine so genannte Ansiedlungsgenehmigung zur Errichtung eines Wohnhauses mit Schankwirtschaft. Schon damals konnte nicht jeder nach Belieben bauen. Das preußische Ansiedlungsgesetz von 1876 ließ für außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile eine Beschränkung der Bebauung zu. Die heutige Bucher Straße, damals noch Zepernicker Allee, zählte nicht zu den „anbaufähigen“ Straßen, sondern galt als Außenbereich. Seit einer Novellierung des Ansiedlungsgesetzes im Jahre 1904 war für Bauten im Außenbereich eine Ansiedlungsgenehmigung erforderlich. Darüber hinaus bestand in Zepernick ein „ortsstatutarisches Bauverbot“ auf der Grundlage des preußischen Fluchtliniengesetzes von 1875. So konnte die Gemeinde die Errichtung von Wohngebäuden an unfertigen Straßen unter Ausnahmevorbehalt ausschließen und die Ausnahme an Bedingungen knüpfen, wie die Vorauszahlung von Anliegerbeiträgen oder anderen Zahlungen.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 03/2011.

„Es flüstert die Quelle der Wiese: Luise“

Samstag 19 März 2011 um 11:38 Uhr von nmuth in ORTSGESCHICHTE

Bibliothek am Luisenbad Welche Bedeutung die Panke einst hatte, kann man heutzutage kaum mehr erahnen. Reguliert, begradigt und verrohrt fristet sie ein Schattendasein und ist als lebendiges Stück Natur nur an wenigen Stellen erfahrbar. Der Verein panke.info setzt sich dafür ein, dass der Fluss, der in der Geschichte Berlins und seiner nordöstlichen Umlandgemeinden eine große Rolle gespielt hat, neu ins Zentrum der Wahrnehmung rückt. Mit Touren, Führungen und einem umfangreichen Informationsportal vermitteln sie Geschichte, Gegenwart und Zukunft dieser Lebensader. Die Gelegenheit, einen besonders geschichtsträchtigen Abschnitt der Panke zu besichtigen, bot sich Anfang März bei der Führung „Von Bildhauern und Büchern“ in Berlin-Gesundbrunnen.
Das Gefälle der Panke machte man sich schon früh zunutze, um Mühlräder von bis zu acht Mühlen anzutreiben. Auch an der heutigen Badstraße gab es eine Mühle. Sie wurde 1714 als Walkmühle erbaut und ab 1731 als Papiermühle weitergeführt, die die Residenzstädte Berlin und Cölln mit Post-, Herren-, Konzept-, Druck-, Lösch- und Zuckerpapier belieferte. Letzte Nutzung erfuhr die Mühle nach einem Wiederaufbau 1844 als Getreidemühle. Als der Tresorfabrikant Carl Arnheim 1891 das Gelände erwarb, wurde der Betrieb eingestellt, das Mühlrad entfernt und in dem Gebäude ein Restaurant eingerichtet. Heute hat dort ein Planungsbüro seinen Sitz.
Gegenüber der Mühle, hinter den Häusern an der heutigen Badstraße Nr. 35-39, wurde 1748 erstmals eine Quelle erwähnt, deren Wasser nach einer Untersuchung als heilend galt. Ab 1757 errichtete Hofapotheker Behm mit königlicher Finanzhilfe ausgedehnte Kureinrichtungen, zu Ehren König Friedrich II. namens „Friedrichs-Gesundbrunnen“: ein Badehaus, Behandlungshäuser und eine Gastwirtschaft. Doch der Boom als Heilbad hielt nur wenige Jahre an, das zwischenzeitlich verfallene Kurbad wurde vom neuen Besitzer ab 1809 in Luisenbad umbenannt. Die Namensgeberin war die damals sehr beliebte Königin Luise, die selbst Gast des Kurbads gewesen sein soll. Zu der feierlich enthüllten Büste dichtete Friedrich Wilhelm Gubitz: „Es hauchen die Stimmen vom Paradiese: Luise/ Es flüstert die Quelle der Wiese: Luise“.
Bald schon sorgte die Verschmutzung der Panke, maßgeblich durch die flussaufwärts liegenden Gerbereien verursacht, für den stetigen Niedergang des Luisenbads als Kurort.
Die Brüder Galuschki kauften um 1870 das Gelände und begannen mit umfangreichen Baumaßnahmen: Das Restaurant Luisenbad wurde abgerissen, das historische Brunnenhaus zunächst verlegt. Es musste aber 1906 dem Bau der Travemünder Straße weichen. Eine Badeanstalt mit Duschkabinen, Wannenbädern und Dampfsauna entstand. Auch der Name änderte sich: Fortan sprach man vom Marienbad. In den Jahren 1887/88 wurde das Vestibül-Gebäude mit dem Restaurant Marienbad errichtet. Es gab einen Ballsaal, eine Kaffeeküche, Kegelbahnen, Theater und Varieté.
Am Rand der stark wachsenden Hauptstadt gelegen, wurde der Gesundbrunnen mehr und mehr zu einer Vergnügungsmeile mit Ausflugslokalen, was er bis in die 1960er Jahre auch blieb. Und die Quelle? 1869 bei Bauarbeiten lädiert, versiegte sie später bei der vollständigen Bebauung des Areals mit Miethäusern. An der Hauswand des so genannten Luisenhauses an der Badstraße Ecke Travemünder Straße lebt sie aber noch weiter, als Reliefdarstellung des Brunnenhauses von 1809.

Den ganzen Beitrag lesen Sie in Ausgabe 02/2011

Der Mord von Röntgental

Samstag 19 März 2011 um 11:28 Uhr von nmuth in ORTSGESCHICHTE

Wer sich die Inschriften auf dem Denkmal im Röntgentaler Goethepark anschaut, dem fällt auf, dass eines der dort geehrten Opfer der Nationalsozialisten nicht wie die anderen in den 40er Jahren ums Leben kam, sondern bereits 1930. Es handelt sich um Albert Kubow. Der brutale Nazi-Überfall auf Reichsbannerleute, die im Meisel’schen Lokal gegenüber vom Goethepark eine Versammlung abhielten, ging im Zuge des „Röntgentaler Mordprozesses“ in die Geschichte ein und findet beispielsweise in einem Studienbrief der Fernuniversität Hagen zum Thema Jugendgewalt in der Weimarer Republik Erwähnung.
Wie man der damaligen ausführlichen Berichterstattung des „Sozialdemokratischen Pressedienstes“ entnehmen kann, hat sich folgendes zugetragen: Am Abend des 5. März 1930 tagte im Lokal „Meisel“ das Tambour-Corps des Reichsbanners, während sich im „Edelweiss“  Röntgentaler Nationalsozialisten versammelt hatten. Beide Gruppen waren bereits am frühen Abend zusammengestoßen, es kam zu Pöbeleien. Eine Trommel wurde eingetreten. Dieses erste Zusammentreffen verlief jedoch vergleichsweise harmlos.

„Wer hat Lust, sich noch ein bisschen mit den Reichbannerleuten herumzuschlagen?“, fragte anschließend einer der Nazis und forderte Verstärkung aus Berlin an. Dass sowohl die Röntgentaler als auch die Berliner Nazis „Händel suchten“ sah das Gericht als erwiesen an. Auf der Fahrt nach Röntgental seien nationalsozialistische Kampflieder gesungen worden und es wurde davon gesprochen, „ganz Röntgental in Klump schlagen zu wollen“. Die Reichsbannerleute, die nach der ersten Begegnung Unheil befürchteten, baten den örtlichen Landjäger Gudat um polizeilichen Schutz. Auch Gastwirtin Meisel bat Gudat, aus Sicherheitsgründen zu bleiben. Dieser jedoch verließ gegen 10 Uhr abends das Lokal Meisel, nachdem er im „Edelweiß“ nur „ein paar Männeken“ gesehen hätte und die ganze Sache als „lächerlich“ einschätzte.
Als Reichsbannerleute und andere Gäste gegen 22.30 Uhr das Lokal Meisel verließen, wurde seitens der Nazis das Pistolenfeuer eröffnet.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 02/2011 

Ein Kleinbahnwagen als Gartenlaube

Montag 24 Januar 2011 um 11:38 Uhr von nmuth in ORTSGESCHICHTE

Wolfgang Rexzeh ist Eisenbahner mit Leib und Seele. Der 73-jährige pensionierte Lokführer lebt heute in Schönow. Viele Zepernicker können sich noch an den Hobby-Kleinbahnhof „Neu-Wiek“ erinnern, den er bis 1996 in der Moselstraße betrieb. Vor 40 Jahren wurde der erste Kleinbahnwagen dort abgeladen. In den darauf folgenden 25 Jahren wuchs die Sammlung stetig an. Regelmäßig gab es Tage der offenen Tür, an denen Wolfgang Rexzeh seine liebevoll gepflegten und restaurierten Sammlerstücke den eisenbahnbegeisterten Gästen präsentierte.
Der PANKE-SPIEGEL traf den sympathischen Bahn-Freak und erhielt Einblick in seine umfangreiche Dokumentation zur Geschichte des Hobby-Kleinbahnhofs, der seinerzeit über die Grenzen des Ortes hinaus bekannt war.

PANKE-SPIEGEL: Modelleisenbahnen zu sammeln ist ein weit verbreitetes Hobby. Eine richtige Kleinbahn im Garten zu haben, ist dagegen recht exotisch. Wie kamen Sie auf die Idee?
Wolfgang Rexzeh: Ich habe 1970 mit meiner Frau ein Gartengrundstück von der Gemeinde gepachtet. Da ich mir den Bau eines massiven Bungalows nicht zutraute und auch nicht über die nötigen Verbindungen zur Beschaffung von Baumaterial verfügte, hatte ich die Idee, einen ausrangierten Kleinbahnwagen als Laube aufzustellen. Da zu dieser Zeit die Rügensche Kleinbahn auf dem Streckenabschnitt Bergen Ost – Wittower Fähre stillgelegt wurde, habe ich mich dort erkundigt, ob man einen Wagen erwerben könne. Eigentlich waren alle schon verkauft, aber ich hatte Glück – ein Käufer war abgesprungen. So kam ich zu einem Personenwagen.

PS: Und wie haben Sie den Wagen von Rügen nach Zepernick bekommen?
WR: Das war nicht einfach. Üblich war eigentlich, dass man nur den Kasten bekam, ohne Unterteil. Ich wollte aber den kompletten Wagen auf einem Stück Gleis in meinem Garten aufstellen. Ich musste etliche Male nach Rügen reisen. Mal war die Rangierlok defekt, mal stand kein Güterwagen zum Transport zur Verfügung. So lernte ich mit der Zeit die Kollegen vom Bahnhof Bergen gut kennen und es ergab sich, dass ich auch noch einen Gepäckwagen kaufen konnte. Im Februar und März 1971 wurden beide Wagen auf Güterzügen nach Bernau transportiert. Vom dortigen Bahnhof ging es weiter mittels Schleppachse und Schleppkran bis nach Zepernick.

Das gesamte Interview lesen Sie in Ausgabe 01/2011.

Ausstellung zum Bahnhof Zepernick

Dienstag 24 August 2010 um 10:43 Uhr von nmuth in ORTSGESCHICHTE

Am 12. September, dem „Tag des offenen Denkmals“ wird im Bahnhof Zepernick eine kleine Ausstellung daran erinnern, welche Bedeutung die Berlin-Stettiner Eisenbahn für Entwicklung des Ortes hatte.
Seit 1881 ist Zepernick mit einer eigenen Station an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Täglich verkehrten je acht Dampfzüge in beide Richtungen zwischen dem Stettiner Bahnhof in Berlin und Bernau. Durch die gute Anbindung und moderate Fahrpreise wird Zepernick zu einem interessanten Wohnstandort für Berliner.
Damals verlaufen die Gleise noch ebenerdig, durch Schranken gesichert. Eine Verlegung auf einem Bahndamm erfolgt 1909/10. Zu dieser Zeit wird auch die Errichtung eines Empfangsgebäudes geplant. Die baupolizeiliche Prüfung erfolgte am 14. Juli 1910 auf Antrag des Vorstandes der Königlichen Eisenbahnbauverwaltung.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 04/2010.

Der Goethepark im Wandel der Zeit

Montag 24 Mai 2010 um 22:29 Uhr von nmuth in ORTSGESCHICHTE

Wenn man sich auf der Karte von 1904 die Kolonie Röntgental anschaut, kann man erkennen, welche große Entwicklung in der Zeit der ersten Besiedelung um 1885, der Gründung des Grundbesitzervereins 1899 und den Jahren bis 1904 vonstatten gegangen war. Auf etwa einem Quadratkilometer entlang der Bahnlinie, zwischen der Winklerstraße im Westen und der Schönerlinder Straße östlich war ein Straßensystem entstanden, und eine weitgehende Parzellierung war vollzogen worden. Der Haltepunkt Röntgental an der Berliner Vorortbahn war 1903 eingeweiht worden. Eine rege Bautätigkeit hatte eingesetzt. All das war von den Mitgliedern des Grundbesitzervereins erdacht und geplant.
Da nimmt es nicht Wunder, dass man auch eine Kirche als gesellschaftlichen Mittelpunkt bauen wollte. Dazu war der Platz  Bahnhofstraße/ Ecke Bärwolfstraße (heute Heinestraße) vorgesehen. Er wurde zwei Jahrzehnte lang Kirchplatz genannt, und es wurde Geld für den Bau der Kirche gesammelt. Auf dem Programmzettel zu einem Kirchenkonzert in Zepernick am 15. November 1903 steht: „zum besten des Kirchplatzes in Röntgental“. Zur Verwirklichung des Planes kam es nicht. Der Ausbruch und das Ende des 1. Weltkrieges hatten eine neue Situation geschaffen. Wie es mit der Nutzung des etwa 6.000 Quadratmeter großen Areals weiterging,  dazu gibt es keine Aktenunterlagen, aber dem Protokollbuch des Zepernicker Bürgervereins kann man etwas entnehmen. Am 5. September 1922 heißt es: „Das bei Besprechung der  Gemeindeangelegenheiten gefallene Wort Gemeindeplatz gibt Herrn Bartelt Veranlassung, an Herrn Schmidt die Frage zu richten, ob es sich um den Kirchplatz in Röntgental handelt. Herr Schmidt bejaht und teilt mit, dass dieser Platz Eigentum der politischen Gemeinde sei, da die Kirchengemeinde aus ganz nichtigen Gründen die Auflassung nicht entgegengenommen habe.“
Unter dem 3. April 1923 steht: „Ein ganz besonderes Interesse erweckt die Mitteilung des Vorsitzenden, dass der Grundbesitzerverein Röntgental aus eigener Kraft und unter Zuhilfenahme der auf dem Platz vergrabenen Münzen den Kirchplatz in einen würdigen Zustand versetzen will“. Leider ist Nichts zu erfahren, um was für vergrabene Münzen es sich handelt.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 03/2010

Vom Gasthof zum Rathaus

Donnerstag 08 April 2010 um 13:59 Uhr von nmuth in ORTSGESCHICHTE

Baumeister Schönfeldt und seine Spuren in der Ortsgeschichte

Einen offiziellen Namen hat das Haus in der Heinestraße 1 derzeit nicht. Umgangssprachlich redet man im Ort von der „alten Gemeinde“ oder auch vom „alten Rathaus“. Die älteste uns bekannte Abbildung zeigt das Gebäude als „Deutsche Ecke“ auf einer Postkarte, die aufs Jahr 1910 datiert wird. Lange Zeit im Dunkeln lag das genaue Jahr der Errichtung. Nachforschungen des Geschichtsvereins haben nun mit der Auffindung des „Gebrauchsabnahmeprotokolls“ aus dem Jahre 1904 Licht in das Kapitel der Entstehung dieses für Zepernick historisch recht bedeutsamen Hauses gebracht. Aus den beiliegenden Unterlagen geht hervor, dass der Rohbau bereits im April 1904 fertiggestellt wurde. Im September erfolgte schließlich die so genannte Gebrauchsabnahme.
Ein Auszug aus dem Grundbuch verrät darüber hinaus, dass das Grundstück bereits 1900 parzelliert war. Die Anschrift lautete damals noch Kaiser Friedrichstraße 1 Ecke Möserstraße. Es gehörte zu dieser Zeit Karl Winkler, einem Berliner Rentier, der bei der Besiedlung Röntgentals eine maßgebliche Rolle spielte. Noch heute trägt deshalb die Winklerstraße in Röntgental seinen Namen.
Nachdem das Grundstück innerhalb kürzester Zeit mehrfach den Besitzer gewechselt hatte, erwarb es 1904 ein Herr Schönfeldt, Maurer- und Zimmermeister aus Lanke. Ein Jahr zuvor errichtete er bereits den Saal des Restaurants „Waldhaus“ von Ferdinand Küsel. Schönfeldt verewigt sich in zahlreichen Gebäuden im Ort, zum überwiegenden Teil in Röntgental. Er erwirbt die angrenzenden Grundstücke in der Möserstraße und errichtet beispielsweise das „Jagdschlösschen“, „Tom’s Hütte“ oder die „Villa Edelweiß“.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 02/2010

"Mit Blumen wird man Sie nicht empfangen"

Dienstag 24 November 2009 um 12:23 Uhr von nmuth in ORTSGESCHICHTE

Gedenktafel soll an das Zentrale Aufnahmeheim Röntgental erinnern

Auf dem Gelände des Seniorenheims an der Schönerlinder Straße in Zepernick findet man heute nicht mehr viele Spuren, die darauf hinweisen, dass sich hier einst das Zentrale Aufnahmeheim der DDR für Übersiedler aus dem Westen befand. Hierher wurden Menschen gebracht, die sich für ein Leben in der DDR entschieden hatten. In der Mehrzahl handelte es sich bei den „Aufnahmeersuchenden” – so die offizielle Behördensprache – um ehemalige DDR-Bürger, die durch Republikflucht oder legale Ausreise in der Westen gelangt waren und die zumeist aus persönlichen und familiären Gründen nun wieder zurück wollten. Doch es gab auch Bundesdeutsche, die sich ein besseres Leben in der DDR erhofften oder die die Liebe in den Osten zog.  Man hätte meinen können, sie wurden mit offenen Armen empfangen – stattdessen wurden sie über Wochen und Monate in einem Lager festgehalten und überprüft. Schließlich war jeder Zuzügler ein potenzieller westlicher Spion.
Vor dem Bau der Mauer sind es jährlich noch Zehntausende, die dem Westen den Rücken kehren und in die DDR gehen. Darunter auch Prominente wie Stefan Heym, Lothar Bisky oder Wolf Biermann. Ihnen erscheint der real existierende Sozialismus als das bessere System.  
In den Anfangsjahren nimmt die Überprüfung in den verschiedenen Aufnahme- und Meldestellen mit anschließendem Aufenthalt in einem Quarantänelager nur wenige Tage in Anspruch. Doch schon Mitte der 50er Jahre verlängert sich die Prozedur, mit der die Polizei und die Staatssicherheit die Übersiedler auf Vergangenheit und Gesinnung überprüfen.
Im Dezember 1957 verschärft die DDR das Passgesetz. Rückkehrern drohen nun bis zu drei Jahre Haft aufgrund von Republikflucht. Dennoch gelingt es dem MfS, mit so genannten „Rückgewinnungsversuchen” – unter falschen Versprechungen und mittels Erpressung – Übersiedler und Flüchtlinge zur Rückkehr zu bewegen. „Mit Blumen wird man Sie nicht empfangen” – so und ähnlich umschreibt die Stasi verharmlosend, was die Rückkehrer erwartet. Dennoch hoffen viele, nach ein paar Tagen im Lager schnell an ihr altes Leben in der DDR anknüpfen zu können.[...]
In Zepernick soll künftig zumindest eine Gedenktafel an die Flüchtenden in die andere Richtung erinnern. Ein Weg, den aus gutem Grunde weitaus weniger Menschen beschritten. Denn ihre Flucht führte sie in ein Land, dessen ideologische Borniertheit ihnen Anpassung bis zur Selbstverleugnung abforderte. Ein fast vergessenes, dunkles Kapitel des Kalten Krieges.

Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 06/09

Ein Denkmal für die Hobrechtsfelder Wirtschaftsbahn

Montag 21 September 2009 um 12:53 Uhr von nmuth in ORTSGESCHICHTE

Die Hobrechtsfelder Wirtschaftsbahn soll mit einem Denkmal geschichtlich gewürdigt werden. Die Gemeindevertretung stellt zu diesem Zweck 2.500 Euro zur Verfügung.
Ein Konzept für die Gestaltung haben die Initiatoren Matthias Manske, Uwe Klaus und Bildhauer Reinhard Jakob bereits erarbeitet.
„Das Denkmal soll aus Installationen an drei verschiedenen Standorten bestehen”, erläutert Matthias Manske. Die drei Module sollen originale Schwellen und Schienen der Feldbahn zeigen, auch eine alte Lore soll perspektivisch installiert werden. Es existieren einige demontierte Gleisteile, die beim Bauhof eingelagert sind. „Sie müssen jedoch zuvor aufgearbeitet werden”, so Manske.
[...]

Aus der Geschichte der HWB
Das Hobrechtsfelder Stadtgut entstand ab 1906. Um eine ökonomische Bewirtschaftung zu ermöglichen, war ein Transportsystem nötig. Da zur damaligen Zeit die Motorisierung noch nicht sehr weit vorangeschritten war, entschied man sich zum Bau eines Feldbahnnetzes.
Vom Gut Hobrechtsfelde, dass das Zentrum bildete, gab es Verbindungen zu den Wirtschaftsflächen der Rieselfelder, auf denen Landwirtschaft betrieben wurde sowie zu den Einschlagplätzen der Forstwirtschaft, von wo aus die Holzstämme ins Hobrechtsfelder Sägewerk transportiert werden konnten.
Ans Netz angeschlossen waren auch die Bucher Krankenhäuser sowie der Bahnhof Buch.
Außerdem gab es Verbindungen zu anderen Stadtgütern wie Schmetzdorf, Albertshof und Blankenfelde.
1928 hatte das Netz eine Länge von etwa 60 Kilometern.

Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 05/2009

"Wer anonym leben will, ist bei uns falsch"

Freitag 31 Juli 2009 um 01:07 Uhr von nmuth in ORTSGESCHICHTE

Aus der Geschichte der Wohnungsgenossenschaft "Heinrich Heine" e.G.

Gemeinsames Feiern hat hier ebenso Tradition wie gemeinsame Arbeitseinsätze. Die Wohnungsgenossenschaft „Heinrich Heine”, die auf ein 83-jähriges Bestehen zurückblicken kann, hat im Laufe der Jahrzehnte viele politische Umstürze überdauert und wirtschaftlich Herausforderungen gemeistert. Die vier Säulen genossenschaftlichen Lebens – Selbsthilfe, Selbstbestimmung, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung – sind damals wie heute die Eckpfeiler der ehrenamtlich geführten Genossenschaft, die mit 45 Wohneinheiten zu den kleinsten ihrer Art in Deutschland zählt.

Es ist Donnerstagabend, Sprechzeit im Büro der Genossenschaft, und ich bin auf dem Weg dorthin, um mit den Herren vom Vorstand ins Gespräch zu kommen. Der Sand links und rechts neben den Gehwegplatten ist ordentlich geharkt, eine niedrige Backsteinmauer umgrenzt ein gepflegtes, mit Blumen und Sträuchern bepflanztes Grün. Man merkt gleich, dass es sich bei dieser Anlage nicht um gewöhnliche Mietwohnungen handelt, deren Außenanlagen heutzutage lieblos-praktisch mit ein paar pflegeleichten Dornenbüschen auf Rindenmulch bestückt werden.
Vor dem Haus steht Joachim Beer, der gerade seine Urenkel verabschiedet hat, wie er mir berichtet.
Die Beers gehören zu den Familien, deren Geschichte eng mit der Genossenschaft verknüpft ist. Joachim Beer wohnt seit seiner Kindheit hier. „1932 bin ich, damals dreijährig, mit meinen Eltern von Buch hierher gezogen.” Schon sein Vater sei in den Anfangsjahren Mitglied des Aufsichtsrates gewesen. Er selbst hat über viele Jahre die Buchhaltung gemacht. Auch seine Tochter, heute Vorsitzende des Aufsichtsrates und sein Sohn, der im Vorstand tätig ist, sind der Genossenschaft treu geblieben.

Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 4/2009

Auf den Spuren der Zepernicker Mühle

Freitag 31 Juli 2009 um 00:32 Uhr von nmuth in ORTSGESCHICHTE

Viele Bewohner des Zepernicker „Mühlenberges" kennen sicher nicht mehr den Anblick der alten Bockwindmühle, ganz zu schweigen von der Mühlengeschichte, die nachweisbar bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Alte Akten des Berliner Doms geben einen anschaulichen Einblick in die Schicksale der Müllerfamilien im Laufe von vier Jahrhunderten. Sucht man jedoch nach „handfesten" Erinnerungsstücken, muss man sich aufmachen in die Uckermark, wo im Örtchen Pinnow die morschen Überreste der Zepernicker Mühle wohl vergeblich auf eine weitere Verwendung warten.

Als Reminiszenz vor Ort kündet nicht nur die Wohngebietsbezeichnung „Mühlenberg” von der einstigen Bedeutung des Standorts, auch  eine „Mühlenstraße” und ein „Mühlenbergring” erinnern an die Zeit, als just dort – einsam auf weiter Flur – die Bockwindmühle weithin sichtbar von ihrem Hügel grüßte. Sogar zwei Mühlsteine finden sich im alten Zepernicker Ortskern noch: Der eine vor der „Alten Schmiede”, ein weiterer im Pflaster des heutigen Reiterhofs, Alt Zepernick 2, der einst dem Mühlenmeister Kahlberg gehörte. Auch einen „Mühlenweg” gab es einmal, doch diese Bezeichnung wurde längst durch „Straße der Jugend” abgelöst und ist in Vergessenheit geraten.
Wann die allererste Mühle in Zepernick errichtet wurde, bleibt im Dunkeln. Dass es im Jahr 1541 bereits eine Mühle gegeben hat, erfährt man aus einem Visitationsprotokoll, in dem die Abgaben der Einwohner an die Obrigkeit aufgelistet werden und das diesbezüglich auch einen „moller” erwähnt. Vielleicht handelte es sich hierbei um einen „Wassermüller”, denn auch nebenan in Bernau („Malzmühle”) und in Buch wurden an der Panke einst Wassermühlen betrieben. Laut den Akten des Berliner Doms erteilte Joachim II. im Jahre 1564 seine kurfürstliche Zustimmung zum Bau einer Windmühle. Ob diese Mühle bereits auf der Anhöhe errichtet wurde, die wir heute als Mühlenberg kennen oder ob sie damals möglicherweise auf dem Iselberg stand, lässt sich nicht belegen.

Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 3/2009

Das Sanatorium Heidehaus

Montag 06 April 2009 um 13:32 Uhr von nmuth in ORTSGESCHICHTE

Fährt man vom Bahnhof Zepernick kommend Richtung Schönow, fällt linker Hand der Blick auf ein parkähnliches Gelände. Die meisten Häuser, die sich darauf befinden, wurden in den letzten Jahren saniert: Die Kita Traumschloss, ein Wohnhaus, ein Pflegeheim und ein Wirtschaftsgebäude. Nur das bald 100-jährige Haupthaus steht grau und runtergewirtschaftet da und wartet darauf, seine Geschichte fortzuschreiben. Eine Geschichte, die über viele Jahre mit dem Schicksal einer Familie verbunden war.

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Der Schillerpark

Montag 06 April 2009 um 13:25 Uhr von nmuth in ORTSGESCHICHTE

Der Schillerpark – oder auch Schillerwäldchen genannt – war eine unparzellierte Freifläche zwischen der Schillerstraße und der Triftstraße etwa dort, wo der Uhlandweg an der Schillerstraße und die Solothurnstraße an der Triftstraße enden. Das Gelände war zirka 9.000 Quadratmeter groß.
Eine Postkarte des Schillerparks, etwa von 1930, zeigt einen Herrn mit Stock und Hut in einem losen Baumbestand von  knorrigen Kiefern und Birken. Auch eine Bank ist zu erkennen. Wege, eher Trampelpfade zu nennen, durchkreuzten den kleinen Wald, dessen sandiger Boden mit spärlichem Graswuchs und Kiefernnadeln bedeckt war.
Die Gründer, Planer und Gestalter der ältesten Zepernicker Kolonie Röntgental hatten extra unparzellierte Flächen für kommunale und gesellschaftliche Nutzung frei gehalten.
Während die Freifläche Bahnhofstraße- Ecke Heinestraße um 1925 vom Grundbesitzerverein zu einem Park gestaltet wurde, der den Namen Goethepark erhielt, blieb das kleine Wäldchen an der Schillerstraße weitgehend in seinem natürlichen Zustand.
Am 29. April 1932 kam es im Bereich des Schillerwäldchens in der Triftstraße zu einem Zwischenfall. Der Postsekretär Schwiede wurde von zwei Männern überfallen und mit einem Revolver bedroht, als er wie jeden Monat auf dem Weg zur Gemeinde war, um dort die Heeres- und Invaliden-renten an die Rentner auszuzahlen. Es wurden ihm 2.900 RM geraubt. Die Täter flüchteten in einem Auto, wurden aber später in Berlin gefasst.
Ende der 30er Jahre lag in der östlichen Ecke des Parks an der Triftstraße ein ungeordneter Haufen großer Granitquader. Ein herrlicher aber verbotener Spielplatz für Kinder auf dem Schulweg. Mit diesen Steinen hatte es folgende Bewandtnis: Am 22. Juni 1935 wurde in der „Kommunalpolitische Rundschau”, dem Nachrichtenblatt der Kommunalpolitischen Arbeitsgemeinschaft Zepernick (so nannte man nunmehr die gleichgeschalteten Vereine der Grundbesitzer, Hauseigentümer und Siedler) ein Aufruf an die Einwohnerschaft von Zepernick und Röntgental ver-öffentlicht, in dem es hieß: „Der Schillerpark wird in einen Ehrenhain umgewandelt werden, in dessen naturgegebener Stille das Gefallenen-Denkmal seine Aufstellung finden wird”.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2009

Kaisertreu und patriotisch

Dienstag 10 Februar 2009 um 14:56 Uhr von nmuth in ORTSGESCHICHTE
Zum 100. Todestag des Schwanebecker Lehrers
und Ortschronisten Gottlieb Tuchnitz

Im April jährt sich zum hundertsten Mal der Todestag des Schwanebecker Lehrers und Ortschronisten Gottlieb Tuchnitz. 24 Jahre lang unterrichtete er Schwanebecker Kinder und führte nebenbei eine Chronik, die uns heute einen lebendigen Einblick in die Kaiserzeit um die Jahrhundertwende vermittelt.
Klaus Ulrich vom Förderverein Dorfkirche Schwanebeck würde gern den Grabstein des Ortschronisten restauriert sehen. Der 100. Todestag sei schließlich ein würdiger Anlass, der Verdienste des engagierten Lehrers zu gedenken. „Die Finanzierung des Vorhabens ist allerdings noch nicht geklärt”, so Ulrich. Eine Würdigung für diesen charismatischen Mann, der in der Schwanebecker Ortsgeschichte einen wichtigen Platz einnimmt, soll es aber auf jeden Fall geben, in welcher Form auch immer.
Gottlieb Tuchnitz wird 1849 in Beerfelde bei Fürstenwalde geboren. 1870 besteht er seine Lehrerprüfung und tritt eine Stelle in Kappe bei Zehdenick an.
1873 schließt er darüber hinaus seine Ausbildung zum Organisten ab. Ab 1877 ist er als Lehrer in Blumberg tätig, lernt seine spätere Frau, Anna Wernicke, kennen und heiratet schließlich.
Nach Schwanebeck kommt er im Jahr 1885, nachdem sein Vorgänger, Lehrer Friedrich Wilhelm Fischer, nach 45-jähriger Dienstzeit auf eigenen Wunsch zurückgetreten war. Bereits im selben Jahr führt Kaiser Wilhelm ein Manöver ganz in der Nähe von Schwanebeck durch, was Lehrer Tuchnitz begeistert dokumentiert. Auch die jährlichen Sedansfeste, anlässlich des Sieges über die Franzosen im Jahr 1870, werden ausgiebig beschrieben. Die Schwanebecker sind zu jener Zeit, wie wohl die meisten Deutschen nach der Reichsgründung 1871, sehr patriotisch und kaisertreu gesinnt.

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Ausgabe 01/2009.

100-jährige Schulweihe

Dienstag 10 Februar 2009 um 14:43 Uhr von nmuth in ORTSGESCHICHTE

Ein besonderes Jubiläum kann die Zepernicker Grundschule in diesem Jahr begehen: die 100-jährige Schulweihe. Aus diesem Anlass wird es am 20. Juni eine Festveranstaltung geben. Eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe widmet sich bereits mit Hochdruck der inhaltlichen und organisatorischen Ausgestaltung der Feierlichkeiten. So wird neben einem Festakt zum Beispiel auch eine kleine Ausstellung zum Thema „Grundschule Zepernick - früher und heute” vorbereitet.
Stetig zunehmende Schülerzahlen hatten Anfang des 20. Jahrhunderts den Schulneubau nötig werden lassen, da das 1838 erbaute Schul- und Küsterhaus in der Nähe der Kirche nicht mehr ausreichte. Die Gemeinde kaufte daraufhin ein Wiesengrundstück an der heutigen Schönerlinder Straße, da es günstig zwischen dem alten Dorfkern und der neuen Siedlung Röntgental lag. Der Bau wurde 1908 begonnen und bereits im darauffolgenden Jahr fertiggestellt. Die feierliche Einweihung fand am 9. August 1909 statt. In der Schule gab es sechs Unterrichtsräume. Bis 1920 war im Schulgebäude gleichzeitig die Gemeindeverwaltung untergebracht. Doch bald schon erwies sich auch der Neubau als zu klein. Der Ruf nach einer Erweiterung wurde laut. Im Herbst 1931 wurde der Ostflügel abgerissen und wesentlich größer wieder aufgebaut. 1937 folgte ein weiterer Anbau.
Zu DDR-Zeiten, in denen die Schule als 10-klassige Polytechnische Oberschule den Namen „Max Lenk” führte, wurde der Ostflügel aufgestockt, so dass weitere Unterrichtsräume eingerichtet werden konnten. Mitte der 70-er Jahre bekam Zepernick auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen Schulneubau. Fortan gingen die Zepernicker Kinder in die „neue” Schule, während den Röntgentalern die „alte” Schule vorbehalten war.

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Ausgabe 01/2009.

Kintopp & Kultur

Donnerstag 18 Dezember 2008 um 21:09 Uhr von nmuth in ORTSGESCHICHTE

Zu Ostern 1939 öffnete das Zepernicker Lichtspieltheater „Capitol” seine Türen für die erste Vorstellung. Es lief der Film „Das Lied der Wüste” mit dem damaligen Ufa-Star Zarah Leander in der Hauptrolle. Über ein halbes Jahrhundert war das Kino nicht nur Anlaufpunkt für Filmbegeisterte, sondern auch ein Ort für Feierlichkeiten und Kulturfeste.

Das „Capitol” war nicht das erste Kino in Zepernick. Bereits seit 1932 gab es in der heutigen Heinestraße, im Saalanbau eines Restaurants den „Tonfilmpalast Blaue Grotte”. 1938 beantragte der Gastwirt Gustav Packert, der den „Gasthof zum Deutschen Hause” nahe der Zepernicker Kirche in der Dorfstraße 20 betrieb, eine Genehmigung zum Umbau seiner alten Scheune, die bis dato als Markt-halle gedient hatte. Den Lichtspielbetrieb übernahm der Berliner Dirk Kuipers, der das Filmtheater pachtete. Der Zuschauerraum fasste zu dieser Zeit 303 Sitze, davon 16 Logenplätze.

Den ganzen Artikel lesen Sie in Ausgabe 04/2008.

Vom Krug zum Industriewarengeschäft

Freitag 17 Oktober 2008 um 11:53 Uhr von beatOpa in ORTSGESCHICHTE

Von Nadine Muth

Bereits im Landbuch Kaiser Karls IV. aus dem Jahre 1375, das der Erfassung aller landesherrlichen Einkünfte und Besitzungen diente, ist von einem Krug in Zepernick die Rede. 1642, nach dem 30-jährigen Krieg, in dem nicht nur der Krüger Kalb von der Pest dahingerafft worden war, sondern auch der Krug Opfer eines Feuers wurde, suchten die ehemaligen Nutznießer der Zins- und Pachteinkünfte angesichts der fehlenden Einnahmequelle jemanden, der den Krug wieder aufbauen und betreiben würde. Schließlich findet sich mit dem Bernauer Bürger Peter Mann ein Interessent, dem der Berliner Dom als Lehnsherr des Dorfes Zepernick den Krug inklusive Laßbauernstelle „erb- und eigenthümlich“ verkauft ...

Den ganzen Artikel finden Sie in der Ausgabe 3/2008