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Neue Aufgaben für den Hort?

Donnerstag 19 Mai 2011 at 12:50 pm

Im Spannungsfeld zwischen Leistungsgesellschaft und Kindheitsidyll
Von Hagen Bonn

Der Berufsverband der Deutscher Psychologen warnt vor der Zunahme seelischer Probleme bei Kindern. 2007 litten ca. 20 Prozent unserer Kinder unter psychischen Störungen (in den 80er Jahren waren es 15 Prozent). Als Ursache gilt unter anderem der ständig steigende Leistungsdruck.
Carl Honoré beschreibt in seinem Bestseller „Kinder unter Druck“  eine typische Familienproblematik der Neuzeit so: „Bei vielen Familien finden sich kaum noch Lücken im Terminkalender. Der Spagat zwischen beruflichen und familiären Verpflichtungen lässt den meisten Eltern kaum Zeit für Freunde, für die Liebe oder auch nur für einen gesunden Nachtschlaf. Ihren Kindern ergeht es nicht besser, denn die Stunden, die sie nicht der Schule widmen, sind mit Freizeitaktivitäten aller Art voll ausgefüllt.“ Er fährt fort: „Eine Mutter schickt ihrem Mann und den beiden Söhnen per E-Mail jeden Abend die aktuelle Zeitplanung der Familie. Eine andere heftet ihre Termine an die Haustür und an die Sonnenschutzblende ihres Wagens. Wenn so viele Zeitpläne ineinander greifen und so viel los ist, kann es zum logistischen Alptraum werden, für zwei Kleinkinder ein Treffen zum Spielen zu vereinbaren.“
Schauen wir uns die Freizeitaktivitäten unserer Kinder genauer an, stellen wir immer häufiger fest, dass sich der Charakter der Betätigungen tendenziell verändert hat. Traf man sich vor einigen Jahrzehnten noch zwanglos zum Spiel beim Nachbarsjungen oder auf dem Spielplatz, ist man heute eher zu den oben beschriebenen „Terminen“ unterwegs. Diese Freizeitaktivitäten nehmen aber selbst immer mehr die Form von Bildungskursen neben der Schule an: Sprachkurse, Nachhilfe, Ergotherapie, zunehmend das Erlernen von Instrumenten, Tanz- und Schauspielunterricht, Reiten, aber auch der klassische Fußball im Verein sind die meistwahrgenommenen „Termine“ bei Schulkindern. Dabei achten die Eltern immer mehr auf die Verwertbarkeit dieser Freizeit. Kann das mein Kind weiterbringen?
Mittlerweile beklagen auch immer mehr Hort-Pädagogen in Brandenburg, dass die Verschulung von Freizeit überhand nehme. Unsere Leistungsgesellschaft hat schon lange die Kinder erreicht: Das Erbringen von Höchstleistungen, ein eiserner Wille und ausdauernder Fleiß sind zu Muss-Tugenden unserer Kinder geworden. Schon in der Grundschule wird der künftige Weg des Kindes per Empfehlung für einen Schultyp regelrecht festzementiert. Die Schulen selektieren dabei gnadenlos. Die OECD (führt u.a. PISA durch) kritisiert Deutschland zwar regelmäßig wegen dessen organisierter Benachteiligung sozial Schwacher mittels gegliedertem Schulsystem, hat aber selbst durch ihre Studien nicht unerheblich dazu beigetragen, den Druck auf Kinder und Jugendliche weiter zu erhöhen. Kinder heute müssen zuerst funktionieren. Sei es in der Schule, im Sportverein, beim Erlernen eines Instrumentes. Und im Hort?
In unserem Hort haben wir deshalb ganz bewusst ein Gegenmodell eingerichtet: Bei den Beteiligungsvoraussetzungen zu unseren Aktivitäten gilt meist: freie Zeiteinteilung,  Freiwilligkeit und Zwangslosigkeit.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 03/2011.

Das Schweizerberger "Edelweiß"

Donnerstag 19 Mai 2011 at 12:42 pm

Edelweiß 60er JahreVon Nadine Muth und Karl Liebscher
Wenn man genau hinschaut, kann man auf dem Gelände an der Bucher Straße, wo einst das Gasthaus „Edelweiß“ stand, noch einige Spuren vergangener Zeiten finden. Beispielsweise einen verrosteten Laternenmast, der 1939 als „Kindlleuchte“ aufgestellt wurde oder auch, aus noch früheren Zeiten, Überbleibsel des urig gestalteten Gartens, der in den 20er Jahren Kulisse für Aufführungen von Schillers „Wilhelm Tell“ gewesen sein soll. Es gab eine „Burgruine“, eine „Tell-Kapelle“, ein Wasserbecken, das den Vierwaldstättersee darstellen sollte, einen „Hut auf der Stange“, einen „Aufstieg Rigi“ und andere Referenzen an die Schweizer Sagenwelt. Das „Edelweiß“ spielte bei der Entstehung der Kolonie Schweizerberge eine zentrale Rolle, von hier aus wurde der Verkauf der parzellierten Grundstücke organisiert. Schließlich war es lange Jahre Ausflugsziel und Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens, nicht nur für die Schweizerberger Kolonisten.

Ob die Begeisterung fürs Schweizerische einer persönlichen Vorliebe der Koloniegründer Robert Bludschus und Carl Bartzsch entspringt oder einem Trend der damaligen Zeit folgte, kann nicht mehr ergründet werden. Bartzsch, der in der Bahnhofstraße wohnte, hatte jedenfalls schon Erfahrung als Wirt der Schwanebecker „Alm“ und blieb sozusagen der Bergwelt treu, als er 1910 das „Edelweiß“ erbauen ließ.
Seine Berufsbezeichnungen wechseln in den Akten. Mal erscheint Bartzsch als Kaufmann, mal als Grundstückshändler, mal als Schankwirt. Ein tüchtiger Geschäftsmann wird er wohl gewesen sein.

Gastraum zu DDR-Zeiten

Anfang 1910 beantragt er eine so genannte Ansiedlungsgenehmigung zur Errichtung eines Wohnhauses mit Schankwirtschaft. Schon damals konnte nicht jeder nach Belieben bauen. Das preußische Ansiedlungsgesetz von 1876 ließ für außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile eine Beschränkung der Bebauung zu. Die heutige Bucher Straße, damals noch Zepernicker Allee, zählte nicht zu den „anbaufähigen“ Straßen, sondern galt als Außenbereich. Seit einer Novellierung des Ansiedlungsgesetzes im Jahre 1904 war für Bauten im Außenbereich eine Ansiedlungsgenehmigung erforderlich. Darüber hinaus bestand in Zepernick ein „ortsstatutarisches Bauverbot“ auf der Grundlage des preußischen Fluchtliniengesetzes von 1875. So konnte die Gemeinde die Errichtung von Wohngebäuden an unfertigen Straßen unter Ausnahmevorbehalt ausschließen und die Ausnahme an Bedingungen knüpfen, wie die Vorauszahlung von Anliegerbeiträgen oder anderen Zahlungen.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 03/2011.

"Das war mein Leben"

Donnerstag 19 Mai 2011 at 12:37 pm

Co2-Endlager bei Lindenberg?

Donnerstag 19 Mai 2011 at 12:33 pm

Der Protest gegen die Endlagerung von CO2 formiert sich nun auch im Barnim. Seit bekannt wurde, dass in Lindenberg die geologischen Voraussetzungen zur Verpressung von Kohlendioxid gegeben sind, organisieren alarmierte Bürger Widerstand. ­In Panketal gab es anlässlich eines Besuches von Wirtschaftsminister Ralf Christoffers bereits eine Demonstration auf dem Kirchplatz. Die Panketaler Fraktion von CDU, Unabhängigen und FDP organisierte einen Infoabend. In Ahrensfelde hat sich eine Bürgerinitiative gegründet.

Wie im Februar bekannt wurde, hat GREENPEACE eine Karte und Liste mit 408 Standorten erstellt, die nach Einschätzung der Bundesanstalt für Geowissenschaften als CO2-Endlager in Betracht kommen. Darunter befindet sich ein Standort „Berlin-Lindenberg“. Dieser potentielle CO2-Endlager-Standort hat eine Fläche von 55 km2, die geschätzte Speicherkapazität beträgt zwischen 6,2 und 77,27 Megatonnen.
CO2-Endlager werden für die so genannte CCS-Technik (Carbon Capture and Storage) benötigt. Kohlendioxid aus den Abgasen z.B. von Kraft-, Stahl- oder Zementwerken wird abgeschieden, verflüssigt und ca. 1.000 Meter tief unter die Erde verpresst, um klimaschädliche CO2-Emissionen zu vermeiden. Dieses Verfahren birgt jedoch zahlreiche, völlig unkalkulierbare Risiken, wie Leckagen, Versalzung des Grundwassers oder gar Erdbeben.
Das potentielle CO2-Endlager Berlin-Lindenberg würde sich auf Panketaler Gebiet unter dem gesamten Ortsteil Schwanebeck erstrecken.
Bürgermeister Rainer Fornell sieht das Thema jedoch gelassen: „Es gibt mehrere Gründe, die für Lindenberg/Panketal eine solche Entwicklung höchst unwahrscheinlich machen.“ So werde das entsprechende Bundesgesetz für die einzelnen Bundesländer Ausstiegsklauseln enthalten. Nachdem Niedersachsen und Schleswig Holstein, die Länder mit den potentiell größten und meisten Lagerstätten, bereits angekündigt haben, dass sie keine CO2-Endlager wollen, hat auch Brandenburg erklärt, in diesem Fall nicht im Alleingang bzw. als einziges Bundesland diese Technik voran zu treiben. „Darüber hinaus ist die Gesamtspeichermenge der in Deutschland potenziell geeigneten 408 Lagerstätten insgesamt viel zu gering, um nachhaltig das Problem CO2 zu lösen“, so Fornell weiter. Eine Lagerstätte unter so dicht besiedeltem Gebiet hält er für nicht gerade sinnvoll und naheliegend. Obendrein sei der energetische Aufwand zur Verpressung zumindest bei der Braunkohleverstromung so hoch, dass es unwirtschaftlich erscheine.

Diamanten und Rost

Samstag 07 Mai 2011 at 09:15 am

Die Menschen suchen Religion, nicht die Kirchen

Samstag 07 Mai 2011 at 08:52 am

Karl Rahner - Einer der ganz großen Theologen des 20. Jahrhunderts

Von Lutz Nehk

Religion ist wieder gefragt. Das behaupten Meinungs- und Trendforscher. Die neue Offenheit der Menschen für Glaubensfragen, religiöse Riten und mystische Stimmung habe etwas mit der Auseinandersetzung mit dem aggressiven Islamismus zu tun, wird vermutet. Andere behaupten, die eindrucksvolle Persönlichkeit Papst Johannes Paul II. habe einen ganz großen Impuls gegeben. Und die aus der Finanzkrise erwachsene Einsicht, dass zeitliche Güter ziemlich unsicher sind, wird auch als Grund angeführt. Wie auch immer, das Phänomen ist erkennbar. Die Menschen sind auf der Suche nach Religion, nach einem Gott oder wenigsten nach „jenem höheren Wesen, dass wir verehren“ (Heinrich Böll „Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“). Dass bei der Suche dann tatsächlich eine hübsche Melange aus traditionellem Glaubensgut, Esoterik, Aberglaube und Wellness herauskommt, wer könnte es den Menschen verübeln? Die beiden großen Kirchen in Deutschland sollten es nicht tun, wenn sie sich nicht dem Vorwurf aussetzen wollen, eine Neiddebatte zu provozieren. Denn erkennbar ist, dass sie nicht davon profitieren. Die Menschen sind auf der Suche nach Religion und nicht auf der Suche nach Kirche. Es wäre in der Tat auch fatal, dem Menschen seine nicht-kirchlich geleitete Suche zu zeihen. Denn Suchen und Fragen allein ist schon der entscheidende Beginn. Wenn in einem Menschen die Frage aufkommt, ob es nicht doch eine all unsere Begrenztheit übersteigende und unserer Endlichkeit entbundene Wirklichkeit gibt, dann nimmt dieser Mensch eine ihm ganz wesentliche Anlage wahr: „Der Mensch ist ein Wesen der Transzendenz.“ Diese Formulierung stammt von dem deutschen Theologen Karl Rahner (1904 – 1984). Der Jesuit Rahner ist einer der bedeutendsten  katholischen Theologen aller Zeiten. In seiner Arbeit betrachtet er auf der einen Seite die Glaubensnot, das Leiden an Gott und den Gottesverlust unserer Zeit. Das führt auf der anderen Seite zu der Frage, wie Glaube heute zu rechtfertigen ist – nicht eine Verteidigung des Glaubens gegen die böse Welt, sondern als eine Frage nach der Möglichkeit und der Bedingung des Glaubens. Rahner setzt mit der Antwort hier nicht bei der Kirche an.

Den ganzen Essay lesen Sie in der Ausgabe 03/2011 

Der begehrte Doktorgrad

Samstag 07 Mai 2011 at 08:49 am

Aufmarsch der Mauerschützen

Samstag 07 Mai 2011 at 08:45 am

40 Jahre "Blue" von Joni Mitchell

Samstag 07 Mai 2011 at 08:43 am

Von Daniel Killy

1971 – der „Summer Of Love“ ist vier Jahre her, und die Weltlage alles andere als liebevoll. In Vietnam tobt ein gnadenloser Krieg, zwischen Ost und West herrscht Eiszeit. Willy Brandt erhält für seinen Versuch, das Eis zu brechen, den Friedensnobelpreis. Erich Honecker beerbt Walter Ulbricht als Erster Sekretär des ZK der Sie wissen schon und die Schweiz führt, immerhin, das Frauenwahlrecht ein. Auf dem amerikanischen Kontinent passiert auch Bemerkenswertes – in Gestalt einer Schallplattenveröffentlichung. „Blue“, das vierte Album der kanadischen Sängerin und Liedermacherin Joni Mitchell, erscheint. Zum 40. Geburtstag des Long Players lohnt sich nochmals ein genauerer Blick auf das legendäre Werk.

„Blue“ ist ein Album voller Liebe. Beziehungsweise über deren Facetten und Brüche. Nachdem sich Joni Mitchell lang und schmerzlich von ihrem Lebensgefährten Graham Nash getrennt, 1970 eine Konzertpause eingelegt und eine ausführliche Europareise unternommen hatte, war „Blue“ die musikalische Gelegenheit, Erlebtes und Erlittenes in Sachen Liebe aufzuarbeiten.  Zehn Tracks, deren Auswahl mehrfach von Mitchell verändert wurde, bilden Liebesdramen von Verblendung bis Verbitterung, von Romanze bis Resignation ab. All das in dem merkwürdig aus der Zeit gefallenen Mitchell-Duktus, jener Mischung aus eingängigen Harmonien und dem beinahe überfallartig anmutenden Einsatz ihres Falsett-Gesangs. „This Flight Tonight“ ist dafür vielleicht das treffendste Beispiel. Der Song erzählt die Geschichte einer Frau, die ihren Liebsten verlassen hat. Nun sitzt sie im Flieger von der Ost- an die Westküste – und hängt ziemlich in der Luft. Denn sie bereut ihre Entscheidung und möchte umkehren. Doch ähnlich gegenläufig wie Flug- und Wunschrichtung verhalten sich der lyrische Sopran Mitchells und der rockige Charakter des Liedes. Der komplexe Text erweist sich als gänzlich rhythmus-resistent – wenn da nicht der Refrain wäre. Die vordergründig verstörende Kopfstimme brennt sich ein auf der musikalischen Festplatte der Erinnerung. 

Die ganze Rezension lesen Sie in der Ausgabe 03/2011

Die Schöne an der Orgel

Samstag 07 Mai 2011 at 08:39 am

Der Papst kommt nach Berlin

Samstag 07 Mai 2011 at 08:37 am

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