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Neue Aufgaben für den Hort?

Donnerstag 19 Mai 2011 at 12:50 pm

Im Spannungsfeld zwischen Leistungsgesellschaft und Kindheitsidyll
Von Hagen Bonn

Der Berufsverband der Deutscher Psychologen warnt vor der Zunahme seelischer Probleme bei Kindern. 2007 litten ca. 20 Prozent unserer Kinder unter psychischen Störungen (in den 80er Jahren waren es 15 Prozent). Als Ursache gilt unter anderem der ständig steigende Leistungsdruck.
Carl Honoré beschreibt in seinem Bestseller „Kinder unter Druck“  eine typische Familienproblematik der Neuzeit so: „Bei vielen Familien finden sich kaum noch Lücken im Terminkalender. Der Spagat zwischen beruflichen und familiären Verpflichtungen lässt den meisten Eltern kaum Zeit für Freunde, für die Liebe oder auch nur für einen gesunden Nachtschlaf. Ihren Kindern ergeht es nicht besser, denn die Stunden, die sie nicht der Schule widmen, sind mit Freizeitaktivitäten aller Art voll ausgefüllt.“ Er fährt fort: „Eine Mutter schickt ihrem Mann und den beiden Söhnen per E-Mail jeden Abend die aktuelle Zeitplanung der Familie. Eine andere heftet ihre Termine an die Haustür und an die Sonnenschutzblende ihres Wagens. Wenn so viele Zeitpläne ineinander greifen und so viel los ist, kann es zum logistischen Alptraum werden, für zwei Kleinkinder ein Treffen zum Spielen zu vereinbaren.“
Schauen wir uns die Freizeitaktivitäten unserer Kinder genauer an, stellen wir immer häufiger fest, dass sich der Charakter der Betätigungen tendenziell verändert hat. Traf man sich vor einigen Jahrzehnten noch zwanglos zum Spiel beim Nachbarsjungen oder auf dem Spielplatz, ist man heute eher zu den oben beschriebenen „Terminen“ unterwegs. Diese Freizeitaktivitäten nehmen aber selbst immer mehr die Form von Bildungskursen neben der Schule an: Sprachkurse, Nachhilfe, Ergotherapie, zunehmend das Erlernen von Instrumenten, Tanz- und Schauspielunterricht, Reiten, aber auch der klassische Fußball im Verein sind die meistwahrgenommenen „Termine“ bei Schulkindern. Dabei achten die Eltern immer mehr auf die Verwertbarkeit dieser Freizeit. Kann das mein Kind weiterbringen?
Mittlerweile beklagen auch immer mehr Hort-Pädagogen in Brandenburg, dass die Verschulung von Freizeit überhand nehme. Unsere Leistungsgesellschaft hat schon lange die Kinder erreicht: Das Erbringen von Höchstleistungen, ein eiserner Wille und ausdauernder Fleiß sind zu Muss-Tugenden unserer Kinder geworden. Schon in der Grundschule wird der künftige Weg des Kindes per Empfehlung für einen Schultyp regelrecht festzementiert. Die Schulen selektieren dabei gnadenlos. Die OECD (führt u.a. PISA durch) kritisiert Deutschland zwar regelmäßig wegen dessen organisierter Benachteiligung sozial Schwacher mittels gegliedertem Schulsystem, hat aber selbst durch ihre Studien nicht unerheblich dazu beigetragen, den Druck auf Kinder und Jugendliche weiter zu erhöhen. Kinder heute müssen zuerst funktionieren. Sei es in der Schule, im Sportverein, beim Erlernen eines Instrumentes. Und im Hort?
In unserem Hort haben wir deshalb ganz bewusst ein Gegenmodell eingerichtet: Bei den Beteiligungsvoraussetzungen zu unseren Aktivitäten gilt meist: freie Zeiteinteilung,  Freiwilligkeit und Zwangslosigkeit.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 03/2011.

Das Schweizerberger "Edelweiß"

Donnerstag 19 Mai 2011 at 12:42 pm

Edelweiß 60er JahreVon Nadine Muth und Karl Liebscher
Wenn man genau hinschaut, kann man auf dem Gelände an der Bucher Straße, wo einst das Gasthaus „Edelweiß“ stand, noch einige Spuren vergangener Zeiten finden. Beispielsweise einen verrosteten Laternenmast, der 1939 als „Kindlleuchte“ aufgestellt wurde oder auch, aus noch früheren Zeiten, Überbleibsel des urig gestalteten Gartens, der in den 20er Jahren Kulisse für Aufführungen von Schillers „Wilhelm Tell“ gewesen sein soll. Es gab eine „Burgruine“, eine „Tell-Kapelle“, ein Wasserbecken, das den Vierwaldstättersee darstellen sollte, einen „Hut auf der Stange“, einen „Aufstieg Rigi“ und andere Referenzen an die Schweizer Sagenwelt. Das „Edelweiß“ spielte bei der Entstehung der Kolonie Schweizerberge eine zentrale Rolle, von hier aus wurde der Verkauf der parzellierten Grundstücke organisiert. Schließlich war es lange Jahre Ausflugsziel und Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens, nicht nur für die Schweizerberger Kolonisten.

Ob die Begeisterung fürs Schweizerische einer persönlichen Vorliebe der Koloniegründer Robert Bludschus und Carl Bartzsch entspringt oder einem Trend der damaligen Zeit folgte, kann nicht mehr ergründet werden. Bartzsch, der in der Bahnhofstraße wohnte, hatte jedenfalls schon Erfahrung als Wirt der Schwanebecker „Alm“ und blieb sozusagen der Bergwelt treu, als er 1910 das „Edelweiß“ erbauen ließ.
Seine Berufsbezeichnungen wechseln in den Akten. Mal erscheint Bartzsch als Kaufmann, mal als Grundstückshändler, mal als Schankwirt. Ein tüchtiger Geschäftsmann wird er wohl gewesen sein.

Gastraum zu DDR-Zeiten

Anfang 1910 beantragt er eine so genannte Ansiedlungsgenehmigung zur Errichtung eines Wohnhauses mit Schankwirtschaft. Schon damals konnte nicht jeder nach Belieben bauen. Das preußische Ansiedlungsgesetz von 1876 ließ für außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile eine Beschränkung der Bebauung zu. Die heutige Bucher Straße, damals noch Zepernicker Allee, zählte nicht zu den „anbaufähigen“ Straßen, sondern galt als Außenbereich. Seit einer Novellierung des Ansiedlungsgesetzes im Jahre 1904 war für Bauten im Außenbereich eine Ansiedlungsgenehmigung erforderlich. Darüber hinaus bestand in Zepernick ein „ortsstatutarisches Bauverbot“ auf der Grundlage des preußischen Fluchtliniengesetzes von 1875. So konnte die Gemeinde die Errichtung von Wohngebäuden an unfertigen Straßen unter Ausnahmevorbehalt ausschließen und die Ausnahme an Bedingungen knüpfen, wie die Vorauszahlung von Anliegerbeiträgen oder anderen Zahlungen.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 03/2011.

"Das war mein Leben"

Donnerstag 19 Mai 2011 at 12:37 pm

Renate Körner war 25 Jahre die Wirtin vom „Edelweiß“

Christa Glage, Renate Körner, Gisela Krüger (v.l.n.r.) in zünftiger KleidungDas Teewasser kocht bereits, als ich mich zum Interview einfinde. Schon bei unserer Verabredung hatte sie mich gefragt, ob ich gern Kaffee hätte oder lieber Tee. Und welchen Tee. Mit Zucker oder Honig? Als ich mich setze, breitet sie ein blütenweißes Damastplatzdeckchen vor mir aus. In der Küche wird bereits ein Brötchen aufgebacken. Sie sieht mir wohl an, dass ich’s vertragen kann. Ich bekomme es fertig belegt, mit Schinken und Käse. Dazu ein paar Weintrauben und eine aufgeschnittene Tomate. Dass ich es hier mit einer Gastwirtin aus Leidenschaft zu tun habe, ist unschwer zu erkennen. Zu Ostern hat sie eine Käsetorte gebacken, für die Nachbarschaft. Ihr Mann Hartmut ist momentan zur Kur.

Panke-Spiegel: Wann kamen Sie ins „Edelweiß“?
Renate Körner: Im März 1966 fing ich als Gaststättenleiterin im Edelweiß an. Vorher hatte ich in Pankow und in Bernau als Serviererin gearbeitet.

PS: War das der Beruf, den Sie gelernt hatten?
RK: Ich habe 1960 meinen Facharbeiter gemacht. Aber ich kannte das Geschäft von klein auf. Meine Großmutter hatte in Altlandsberg, wo ich geboren bin, ein Lokal. Meine Mutter besaß in Werneuchen einen Laden für Wirtschaftsartikel, mein Vater war im Krieg geblieben. Kurz vor meiner Einsegnung brach sich meine Mutter den Fuß. Da musste ich den Laden führen und das Geld verdienen. Ich habe also schon frühzeitig gelernt, Verantwortung zu übernehmen.

PS: Sie führten das Edelweiß aber nicht von Anfang an gemeinsam mit Ihrem Mann?
RK: Zu dieser Zeit war ich noch mit meinem ersten Mann, Hans-Günther Kessler, verheiratet. Er war 15 Jahre älter und Direktor der HO-Gaststätten Bernau. Wir haben uns 1972 scheiden lassen. Mit Hartmut bin ich seit 1975 verheiratet. Er war Maschinenschlosser beim VEB Kombinat Textima und auf Montage in Berlin, als wir uns kennenlernten. Er hat dann eine Umschulung zum Koch und Kellner gemacht. Die erste Zeit wohnten wir über der Gaststätte, dann hatten wir die Gelegenheit, ein Haus zu kaufen von jemandem, der in den Westen ging.

Das Interview in voller Länge lesen Sie in Ausgabe 03/2011

Co2-Endlager bei Lindenberg?

Donnerstag 19 Mai 2011 at 12:33 pm

Der Protest gegen die Endlagerung von CO2 formiert sich nun auch im Barnim. Seit bekannt wurde, dass in Lindenberg die geologischen Voraussetzungen zur Verpressung von Kohlendioxid gegeben sind, organisieren alarmierte Bürger Widerstand. ­In Panketal gab es anlässlich eines Besuches von Wirtschaftsminister Ralf Christoffers bereits eine Demonstration auf dem Kirchplatz. Die Panketaler Fraktion von CDU, Unabhängigen und FDP organisierte einen Infoabend. In Ahrensfelde hat sich eine Bürgerinitiative gegründet.

Wie im Februar bekannt wurde, hat GREENPEACE eine Karte und Liste mit 408 Standorten erstellt, die nach Einschätzung der Bundesanstalt für Geowissenschaften als CO2-Endlager in Betracht kommen. Darunter befindet sich ein Standort „Berlin-Lindenberg“. Dieser potentielle CO2-Endlager-Standort hat eine Fläche von 55 km2, die geschätzte Speicherkapazität beträgt zwischen 6,2 und 77,27 Megatonnen.
CO2-Endlager werden für die so genannte CCS-Technik (Carbon Capture and Storage) benötigt. Kohlendioxid aus den Abgasen z.B. von Kraft-, Stahl- oder Zementwerken wird abgeschieden, verflüssigt und ca. 1.000 Meter tief unter die Erde verpresst, um klimaschädliche CO2-Emissionen zu vermeiden. Dieses Verfahren birgt jedoch zahlreiche, völlig unkalkulierbare Risiken, wie Leckagen, Versalzung des Grundwassers oder gar Erdbeben.
Das potentielle CO2-Endlager Berlin-Lindenberg würde sich auf Panketaler Gebiet unter dem gesamten Ortsteil Schwanebeck erstrecken.
Bürgermeister Rainer Fornell sieht das Thema jedoch gelassen: „Es gibt mehrere Gründe, die für Lindenberg/Panketal eine solche Entwicklung höchst unwahrscheinlich machen.“ So werde das entsprechende Bundesgesetz für die einzelnen Bundesländer Ausstiegsklauseln enthalten. Nachdem Niedersachsen und Schleswig Holstein, die Länder mit den potentiell größten und meisten Lagerstätten, bereits angekündigt haben, dass sie keine CO2-Endlager wollen, hat auch Brandenburg erklärt, in diesem Fall nicht im Alleingang bzw. als einziges Bundesland diese Technik voran zu treiben. „Darüber hinaus ist die Gesamtspeichermenge der in Deutschland potenziell geeigneten 408 Lagerstätten insgesamt viel zu gering, um nachhaltig das Problem CO2 zu lösen“, so Fornell weiter. Eine Lagerstätte unter so dicht besiedeltem Gebiet hält er für nicht gerade sinnvoll und naheliegend. Obendrein sei der energetische Aufwand zur Verpressung zumindest bei der Braunkohleverstromung so hoch, dass es unwirtschaftlich erscheine.

Diamanten und Rost

Samstag 07 Mai 2011 at 09:15 am

Forever young - zum 70. Geburtstag von Jan Baez & Bob Dylan

Von Matthias Horwath 

Joan Baez erblickt wenige Monate vor Bob Dylan, am 9. Januar 1941, in Staten Island, New York, das Weltenlicht. Aus der Familie Baez stammt noch eine weitere Berühmtheit, die Folksängerin Mimi Farina, Joans Schwester. Für die einen erklingt mit Joan Baez' kräftigem Sopran die himmlischste Folkstimme der Welt, für andere ist sie eher eine nervige wie umtriebige Politaktivistin. In der mit 70 Jahren noch immer schönen US-Amerikanerin, deren Mutter Schottin und deren Vater Mexikaner ist, vereinen sich vielleicht beide Aspekte zu einem einzigartigen Spannungsgeld. Die Erfahrungen der aus einem  intellektuellen wie kosmopolitischen Elterhaus stammenden Schöheit Joan werden durch die Politik der Atomrüstung und des beginnden Kalten Krieges sowie über die antikommunistische Hysterie in den USA in den  50er Jahren entscheidend geprägt. Folksongs und ihre Interpreten sind in den USA derzeit populär. Baez folgt in der Tradition von Sängern und Aktivisten  wie Woodie Guthrie, Peete Seeger und vielen eher links  und antirassistisch  orientierten US-Künstern. Schon 1960 erscheint Joans erste LP. Zum eigenen Gesang und Gitarrenspiel lässt sie sich hier von einem zweiten Gitaristen begleiten. Joan Baez  wird bald mit ihrer klaren und starken Sopran-Stimme  weit über die Staaten hinaus zur Größe, bevor sie ein damals noch unschuldig wirkendes Milchesicht  mit dem Künsternamen Bob Dylan berühmt macht. Bob verfasst geniale Songs, Joan interpretiert sie mit kompetenter Stimme. Mitte der Sechziger brachten die Briten mit den Beatles,  Stones, Yardbirds und anderen  eine musikalische  Erneuerung und gleichzeitig  die Elektrifizierung der amerikanischen Folkmusik mit. Den eher naiven und quasi unpolitischen Popsongs der Zeit setzen Dylan und Baez mit ihren nun unter Protesten elektrifizierten Folksongs bewusst gesellschaftliche und politische Aspekte entgegen. Baez politisches Engagement erscheint gegenüber Dylan wesentlich stärker und eher im Fokus der aktuellen Zeitereignisse, die spätestens um 1968 mit dem Vietnamkrieg in den Staaten auf ein sehr kritisches Level zusteueren.  Ihr Soloaufritt von Woodstock grub sich dafür beinahe verklärend und symbolisch über die legendären  Woodstock- Alben und den noch berühmteren Scorsese-Film in's kollektive Gedächtnis der Menschheit ein.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 03/2011 

Die Menschen suchen Religion, nicht die Kirchen

Samstag 07 Mai 2011 at 08:52 am

Karl Rahner - Einer der ganz großen Theologen des 20. Jahrhunderts

Von Lutz Nehk

Religion ist wieder gefragt. Das behaupten Meinungs- und Trendforscher. Die neue Offenheit der Menschen für Glaubensfragen, religiöse Riten und mystische Stimmung habe etwas mit der Auseinandersetzung mit dem aggressiven Islamismus zu tun, wird vermutet. Andere behaupten, die eindrucksvolle Persönlichkeit Papst Johannes Paul II. habe einen ganz großen Impuls gegeben. Und die aus der Finanzkrise erwachsene Einsicht, dass zeitliche Güter ziemlich unsicher sind, wird auch als Grund angeführt. Wie auch immer, das Phänomen ist erkennbar. Die Menschen sind auf der Suche nach Religion, nach einem Gott oder wenigsten nach „jenem höheren Wesen, dass wir verehren“ (Heinrich Böll „Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“). Dass bei der Suche dann tatsächlich eine hübsche Melange aus traditionellem Glaubensgut, Esoterik, Aberglaube und Wellness herauskommt, wer könnte es den Menschen verübeln? Die beiden großen Kirchen in Deutschland sollten es nicht tun, wenn sie sich nicht dem Vorwurf aussetzen wollen, eine Neiddebatte zu provozieren. Denn erkennbar ist, dass sie nicht davon profitieren. Die Menschen sind auf der Suche nach Religion und nicht auf der Suche nach Kirche. Es wäre in der Tat auch fatal, dem Menschen seine nicht-kirchlich geleitete Suche zu zeihen. Denn Suchen und Fragen allein ist schon der entscheidende Beginn. Wenn in einem Menschen die Frage aufkommt, ob es nicht doch eine all unsere Begrenztheit übersteigende und unserer Endlichkeit entbundene Wirklichkeit gibt, dann nimmt dieser Mensch eine ihm ganz wesentliche Anlage wahr: „Der Mensch ist ein Wesen der Transzendenz.“ Diese Formulierung stammt von dem deutschen Theologen Karl Rahner (1904 – 1984). Der Jesuit Rahner ist einer der bedeutendsten  katholischen Theologen aller Zeiten. In seiner Arbeit betrachtet er auf der einen Seite die Glaubensnot, das Leiden an Gott und den Gottesverlust unserer Zeit. Das führt auf der anderen Seite zu der Frage, wie Glaube heute zu rechtfertigen ist – nicht eine Verteidigung des Glaubens gegen die böse Welt, sondern als eine Frage nach der Möglichkeit und der Bedingung des Glaubens. Rahner setzt mit der Antwort hier nicht bei der Kirche an.

Den ganzen Essay lesen Sie in der Ausgabe 03/2011 

Der begehrte Doktorgrad

Samstag 07 Mai 2011 at 08:49 am

Vom Vertrauen des Patienten in seinen Arzt

Von Thomas Grund

Wenn jemand sagt, er gehe zum Doktor, dann versteht man allgemein darunter die Aussage, dass sich betreffender in ärztliche Behandlung begibt. Oder einen Arzt konsultiert, um sich eine Krankmeldung ausstellen zu lassen. Weil sich die Bezeichnung „Doktor“ eingebürgert hat, für denjenigen, den man nach dem Warten in der Warteschlange der Anmeldung und dort erfolgten Anmeldeformalitäten, dem Warten im Wartezimmer mit Kurzweil aus herumliegenden Tratschblättern vom Lesezirkel und dem anschließenden Warten in einem leeren Sprechzimmer, mit weißem Kittel und teilnahmsvollem Gesicht herein treten sieht, die Worte formulierend: „Na Herr Meier, wie geht’s uns denn heute?“ Woraufhin man antwortet: „Ach, Herr Doktor...“

Kein Arzt war der ehemalige Doktor und Verteidigungsminister, der jüngst mit einem sensationellen Zapfenstreich in die Arbeitslosigkeit salutiert wurde. Das führt uns vor allem vor Augen, dass volkstümliche Bezeichnungen selten die Dinge exakt darstellen. So ist auch der Begriff „Doktortitel“ den man mit ungefähr 735000 Suchergebnissen in Google findet, schlichtweg falsch. Nicht nur der des ehemaligen Verteidigungsministers mit dem Adelstitel, sondern die Bezeichnung als solche. Ein „Doktor“ ist nämlich ein akademischer Grad und kein Titel. Und zwar der höchste akademische Grad. Was vielleicht einige Leute wundern wird, die sich fragen, was denn dann ein „Professor“ ist und es allenthalben lohnenswert macht, einen Artikel über akademische Grade und andere Irrtümer zu verfassen.

„Professor“ ist die Bezeichnung des Inhabers einer Professur oder Dozentur und ist ein Amtstitel oder Ehrentitel. Dieser Titel wird in verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich gehandhabt. Der Professor ist ein Dozent (nach dem lateinischen Wort „docere“) und hat die Aufgabe an Hochschulen zu lehren.

Ein „Doktor“ (von lat. docere  oder doctus  bzw. doctor) hingegen, ist ein akademischer Grad. Der erste nachweisbare Doktorgrad wurde 1219 in Bologna vom Papst Honorius III. vergeben. Seinerzeit wurde der Doktorgrad nur in theologischen, medizinischen und juristischen Fakultäten vergeben.

Den ganzen Essay lesen Sie in der Ausgabe 03/2011 

Aufmarsch der Mauerschützen

Samstag 07 Mai 2011 at 08:45 am

Von Tim Fabian Kloss

Der renommierte Berliner Filmregisseur Leander Haußmann (52, „Sonnenallee“), produzierte 2005 den Spielfilm NVA, der mittlerweile auch als DVD erhältlich ist. Das Werk ist eine satirische Zustandsbeschreibung der sogenannten „Volksarmee“, von der „DDR“-Zeit bis zu den letzten Monaten der kommunistischen Armee 1990. So parodistisch der Film ist – so nah ist er traurigerweise an der Wahrheit.

Die weltfremden und völlig entrückten Anhänger dieser selbsternannten „Friedensarmee“ gibt es heute noch und so humoristisch deren Getue anmutet, wirklich lustig ist es nicht. Anfang März trafen sich rund 100 Ex-Militärs der Nationalen Volksarmee (NVA) der „DDR“ im Café des Berliner Tierparks, um das 55-jährige Bestehen einer Armee zu feiern, die es seit gut 20 Jahren nicht mehr gibt. Der eine oder andere Passant wird sich die Augen gerieben haben. Zwar fielen die Feierlichkeiten mitten in die Karnevalszeit, aber dass die stolzen Männer in ihren NVA-Uniformen und zum Teil sogar mit Paradesäbel erschienen, war nicht karnevalistisch gemeint, sondern ihr voller Ernst. Star-Gast des Tages, war der im Politbüro-Prozess zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilte „DDR“-Verteidigungsminister Heinz Kessler (91). Am Abend war die Jugend dran: Egon Krenz (72) und Hans Modrow (83) feierten im vietnamesischen Kulturzentrum den 65. Geburtstag der „Freien Deutschen Jugend“ (FDJ). Die Militär-Nostalgiker sind im sogenannten „Traditionsverband Nationale Volksarmee“ organisiert. Dabei handelt es sich um einen eingetragenen Verein, der im Dezember 2008 gegründet wurde und sich offiziell der Traditionspflege und „Friedenssicherung“ widmet. Die Bundesgeschäftsstelle befindet sich in der Josef-Orlopp-Straße 89, einem gewöhnlichen Wohnhaus im Ost-Berliner Stadtteil Lichtenberg. Zu den Gründern und Unterstützern des Vereins gehören ehemalige ranghohe NVA-Offiziere, darunter auch der umstrittene „DDR“-Kriminalist Jürgen Cain Külbel - jetzt selbsternannter Journalist und Verfasser kurios anmutender Verschwörungstheorien. 

Die Sause der roten Veteranen zum 55. Jahrestag der NVA, stieß in Berlin auf breites Unverständnis. Der Pächter des Cafés, der seine Räumlichkeiten für die skurrilen Gäste zur Verfügung stellte, wurde durch die Tierpark Berlin GmbH abgemahnt. 

Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 03/2011 

40 Jahre "Blue" von Joni Mitchell

Samstag 07 Mai 2011 at 08:43 am

Von Daniel Killy

1971 – der „Summer Of Love“ ist vier Jahre her, und die Weltlage alles andere als liebevoll. In Vietnam tobt ein gnadenloser Krieg, zwischen Ost und West herrscht Eiszeit. Willy Brandt erhält für seinen Versuch, das Eis zu brechen, den Friedensnobelpreis. Erich Honecker beerbt Walter Ulbricht als Erster Sekretär des ZK der Sie wissen schon und die Schweiz führt, immerhin, das Frauenwahlrecht ein. Auf dem amerikanischen Kontinent passiert auch Bemerkenswertes – in Gestalt einer Schallplattenveröffentlichung. „Blue“, das vierte Album der kanadischen Sängerin und Liedermacherin Joni Mitchell, erscheint. Zum 40. Geburtstag des Long Players lohnt sich nochmals ein genauerer Blick auf das legendäre Werk.

„Blue“ ist ein Album voller Liebe. Beziehungsweise über deren Facetten und Brüche. Nachdem sich Joni Mitchell lang und schmerzlich von ihrem Lebensgefährten Graham Nash getrennt, 1970 eine Konzertpause eingelegt und eine ausführliche Europareise unternommen hatte, war „Blue“ die musikalische Gelegenheit, Erlebtes und Erlittenes in Sachen Liebe aufzuarbeiten.  Zehn Tracks, deren Auswahl mehrfach von Mitchell verändert wurde, bilden Liebesdramen von Verblendung bis Verbitterung, von Romanze bis Resignation ab. All das in dem merkwürdig aus der Zeit gefallenen Mitchell-Duktus, jener Mischung aus eingängigen Harmonien und dem beinahe überfallartig anmutenden Einsatz ihres Falsett-Gesangs. „This Flight Tonight“ ist dafür vielleicht das treffendste Beispiel. Der Song erzählt die Geschichte einer Frau, die ihren Liebsten verlassen hat. Nun sitzt sie im Flieger von der Ost- an die Westküste – und hängt ziemlich in der Luft. Denn sie bereut ihre Entscheidung und möchte umkehren. Doch ähnlich gegenläufig wie Flug- und Wunschrichtung verhalten sich der lyrische Sopran Mitchells und der rockige Charakter des Liedes. Der komplexe Text erweist sich als gänzlich rhythmus-resistent – wenn da nicht der Refrain wäre. Die vordergründig verstörende Kopfstimme brennt sich ein auf der musikalischen Festplatte der Erinnerung. 

Die ganze Rezension lesen Sie in der Ausgabe 03/2011

Die Schöne an der Orgel

Samstag 07 Mai 2011 at 08:39 am
Barbara Dennerlein: Weltgewinn an Hammond- und Kirchenorgel
 
Von Lutz Eikelmann
 
Eine der bemerkenswertesten Musikerinnen der deutschen Jazzszene, die 1964 in München geborene Organistin Barbara Dennerlein, schenkte mir im August 2010 dankenswerterweise ausgiebig Zeit, um meine Fragen über ihr Leben, ihre internationale Karriere und den Jazz im Allgemeinen ausführlich zu beantworten und mich an dem Reichtum ihrer Gedanken und Erfahrungen teilhaben zu lassen. Es war für mich eine große Freude ihr zuzuhören und wir hätten uns auch noch etliche weitere Stunden unterhalten können. Ein Teil unseres Gespräches wird im Herbst 2011 im Buch „Begegnungen – wie der Jazz unsere Herzen gewann“ (Herausgeber: Klaus Neumeister & Lutz Eikelmann; Sonrrie Verlag) veröffentlicht werden.
Barbara Dennerlein hat viel erlebt, viel erreicht und viel zu sagen – als Musikerin ebenso wie als eine menschliche Persönlichkeit, die weiß, was sie will und was sie nicht will. Wenn ich mit einer Frage einen Anstoß gab, sprudelte es aus ihr nur heraus wie man es auch von ihren musikalischen Improvisationen kennt. Es wäre wünschenswert, wenn möglichst viele Menschen ein so erfülltes Leben mit innerer Beteiligung führen würden. Es wäre an der Zeit, ein Buch über diese Künstlerin zu schreiben – ein Gedanke, den ich noch etwas reifen lassen muss! Zunächst will ich nun jedoch, liebe Musikfreunde, Ihr Augenmerk durch diesen Artikel auf die musikalische Kunst der virtuosen Organistin richten!
 
Das ganze Porträt lesen Sie in der Ausgabe 03/2011 

Der Papst kommt nach Berlin

Samstag 07 Mai 2011 at 08:37 am
Katholische Eventkultur, die nur Sieger kennt
 
Von Christian Rogler 

Dass wir Papst waren, liegt gerade mal etwas mehr als sechs Jahre zurück. 2006 – da waren wir es weitgehend immer noch, zumal George W. Bush und der Libanonkrieg immer noch alle mobilen Empörungseinsatzkommandos unseres Landes gebunden hatten – besuchte das Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche seine Heimat in Bayern. 

In der Zeit vom 22.-25.September 2011 – mittlerweile ist, spätestens seit dem Missbrauchsskandal des letzten Jahres, nur noch Joseph Ratzinger Papst - wird dieser wiederum in Deutschland weilen. Neben einem Tag in Berlin und einem Tag im Bistum Erfurt sollen noch eineinhalb Tage in Freiburg den auf Einladung des Bundespräsidenten Christian Wulff zustande gekommenen Papstbesuch komplettieren. 

Für die Proponenten der Aktion „Wir fahren zum Papst!“ und die Initiative „Deutschland pro Papa“ bedeutet dies Einsatz rund um die Uhr. Aus der gesamten Republik planen sie Jubelperser zusammenzukarren, da Journalisten und Politiker ihrer Meinung nach den Papstbesuch klein reden würden und auch innerhalb der Gemeinden noch keine rechte Vorfreude zu spüren wäre. Dabei unterstreichen doch sowohl die Erfahrungen aller vorangegangenen Deutschland-Besuche Benedikts XIV. und seines Vorgängers als auch die ungeschriebenen Gesetze des Verhältnisses zwischen Staat, Kirche und Medien in unserem Land jedes Mal aufs Neue eindrucksvoll, dass der Papstbesuch als integraler Bestandteil einer katholischen Eventkultur wie kaum ein anderes Ereignis für alle Beteiligten und Interessierten eine eindeutige und geradezu pareto-optimale Win-Win-Situation schafft. 

Ob die Gemeinden in den taufscheinkatholischen Hochburgen im Süden oder Westen der Republik oder in der östlichen Diaspora über den neuerlichen Besuch ihres Oberhirten nun frohlocken oder ihm in satter Gleichgültigkeit gegenüberstehen mögen, ob der Besuch die Volksfrömmigkeit anzustacheln vermag oder – was wahrscheinlicher sein dürfte – an der Situation der römischen Glaubensgemeinschaft oder des Christentums in Deutschland insgesamt keinerlei Änderung in jedwede Richtung bringen wird: Es ist im Ergebnis völlig unerheblich. Am Ende werden einmal mehr alle als Sieger dastehen. 
 
Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 03/2011 

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