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Ein Kleinbahnwagen als Gartenlaube

Montag 24 Januar 2011 at 11:38 am

Wolfgang Rexzeh ist Eisenbahner mit Leib und Seele. Der 73-jährige pensionierte Lokführer lebt heute in Schönow. Viele Zepernicker können sich noch an den Hobby-Kleinbahnhof „Neu-Wiek“ erinnern, den er bis 1996 in der Moselstraße betrieb. Vor 40 Jahren wurde der erste Kleinbahnwagen dort abgeladen. In den darauf folgenden 25 Jahren wuchs die Sammlung stetig an. Regelmäßig gab es Tage der offenen Tür, an denen Wolfgang Rexzeh seine liebevoll gepflegten und restaurierten Sammlerstücke den eisenbahnbegeisterten Gästen präsentierte.
Der PANKE-SPIEGEL traf den sympathischen Bahn-Freak und erhielt Einblick in seine umfangreiche Dokumentation zur Geschichte des Hobby-Kleinbahnhofs, der seinerzeit über die Grenzen des Ortes hinaus bekannt war.

PANKE-SPIEGEL: Modelleisenbahnen zu sammeln ist ein weit verbreitetes Hobby. Eine richtige Kleinbahn im Garten zu haben, ist dagegen recht exotisch. Wie kamen Sie auf die Idee?
Wolfgang Rexzeh: Ich habe 1970 mit meiner Frau ein Gartengrundstück von der Gemeinde gepachtet. Da ich mir den Bau eines massiven Bungalows nicht zutraute und auch nicht über die nötigen Verbindungen zur Beschaffung von Baumaterial verfügte, hatte ich die Idee, einen ausrangierten Kleinbahnwagen als Laube aufzustellen. Da zu dieser Zeit die Rügensche Kleinbahn auf dem Streckenabschnitt Bergen Ost – Wittower Fähre stillgelegt wurde, habe ich mich dort erkundigt, ob man einen Wagen erwerben könne. Eigentlich waren alle schon verkauft, aber ich hatte Glück – ein Käufer war abgesprungen. So kam ich zu einem Personenwagen.

PS: Und wie haben Sie den Wagen von Rügen nach Zepernick bekommen?
WR: Das war nicht einfach. Üblich war eigentlich, dass man nur den Kasten bekam, ohne Unterteil. Ich wollte aber den kompletten Wagen auf einem Stück Gleis in meinem Garten aufstellen. Ich musste etliche Male nach Rügen reisen. Mal war die Rangierlok defekt, mal stand kein Güterwagen zum Transport zur Verfügung. So lernte ich mit der Zeit die Kollegen vom Bahnhof Bergen gut kennen und es ergab sich, dass ich auch noch einen Gepäckwagen kaufen konnte. Im Februar und März 1971 wurden beide Wagen auf Güterzügen nach Bernau transportiert. Vom dortigen Bahnhof ging es weiter mittels Schleppachse und Schleppkran bis nach Zepernick.

Das gesamte Interview lesen Sie in Ausgabe 01/2011.

Ist Tafelwischen zumutbar?

Montag 24 Januar 2011 at 11:33 am

In Panketal entbrennt derweil eine Debatte über die Frage, ob es Schülern zuzumuten ist, die Tafel zu wischen. Seit Beginn des Jahres übernimmt die Reinigungsfirma an der Grundschule Schwanebeck aus Kostengründen nicht mehr die tägliche feuchte Grundreinigung. Nachdem die Idee aufkam, dass Schüler die Reinigung künftig selbst übernehmen sollen, wenden sich empörte Eltern an die Gemeindeverwaltung, um auf die „nicht zumutbare Situation“ aufmerksam zu machen. Abgesehen, dass die Kinder körperlich nicht in der Lage dazu seien, ist „den Kindern  die Belastung durch den Kreidestaub in unseren Augen (sic!) nicht zuzumuten“, heißt es in einem Elternbrief.
Bürgermeister Rainer Fornell hat für die Sorgen der Eltern wenig Verständnis. „Ich finde, in dieser Diskussion spiegelt sich ein Grundproblem unserer Gesellschaft. Was sollen Kinder lernen, wenn ihnen alles abgenommen wird?“ In der Schule sollte ein pädagogischer Anspruch bestehen, Kinder zu Selbständigkeit und Verantwortung zu erziehen. Dass in der ersten Klasse vielleicht nicht jedes Kind in der Lage sei, die Tafel zu wischen, räumt Fornell ein. Dann könne die Reinigung jedoch der Lehrer übernehmen.

Neue Hoffnung für Montessori-Grundschule?

Montag 24 Januar 2011 at 11:29 am

Momentan nur Hort - Schulgebäude in der Möserstraße in PanketalNach dem Lokaltermin an der Gesamtschule besuchte SPD-Fraktionschef Ralf Holzschuher als weitere Station auf seinem politischen Wandertag den Montessori-Hort in der Möserstraße.
Hortleiterin Anne-Katrin Kempfer und Bernd Kösters vom Verein Montessorischule Niederbarnim e.V. zeigten den Besuchern die Räume des erst kürzlich fertiggestellten Gebäudes. Der Hortbetrieb startete im Dezember und belegt die untere Etage. Im Obergeschoss befinden sich Klassenräume, denn das Haus wurde als Schulgebäude geplant. Leider verweigert das Ministerium bislang die Genehmigung zum Betrieb einer freien Grundschule. Der Lokaltermin bot Gelegenheit, das Thema im kleinen Kreis zu besprechen. Bürgermeister Rainer Fornell erläuterte die Lage an den Panketaler Grundschulen, die seit Jahren regelmäßig mehr Schüler aufnehmen als vorgesehen. Die Zepernicker Grundschule  sei die größte im Land Brandenburg. „Ein freier Träger wäre für uns keine Konkurrenz, sondern eine willkommene Entlastung“, so Fornell. Von Beginn an hatte sich die Gemeinde für die Errichtung einer Montessori-Grundschule eingesetzt. War behilflich bei der Standortwahl, verpachtet dem Verein Gelände und ebnete den Weg für den Start eines Hortes, der die kommunale Einrichtung entlastet.
Er könne verstehen, wenn sich die SPD landespolitisch dafür einsetze, dass in ländlichen Gebieten den staatlichen Schulen durch freie Träger nicht das Wasser abgegraben werde, so Fornell. „Aber in Panketal liegt der Fall gänzlich anders. Das muss man differenziert betrachten.“ Es könne nicht sein, dass man sich kommunalpolitisch seit Jahren für die Ansiedlung eines freien Trägers einsetze und dann landespolitisch aus prinzipiellen, aber im konkreten Fall nicht nachvollziehbaren Gründen, ausgebremst werde.
Das klang offensichtlich auch für Holzschuher plausibel. Er könne nichts versprechen, werde sich aber dafür einsetzen, den Fall noch einmal zu prüfen.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 01/2011.

IBM stiftet Software für Schüler

Montag 24 Januar 2011 at 11:20 am

(vl) Schulleiter Jürgen Flegel, Lehrerin Silke Renner, Chef der SPD-Landtagsfraktion Ralf Holzschuher und Britta Stark, SPD-LandtagsabgeordneteDie Vermittlung von Medienkompetenz gehört heute zu den besonderen Aufgaben einer Schule. Die Wilhelm-Conrad-Röntgen-Gesamtschule startet diesbezüglich ein ambitioniertes Projekt: Schüler ab Klasse acht, das Lehrerkollegium und die Verwaltung der Schule werden künftig gezielt im Umgang mit digitalen Medien geschult. Im Mittelpunkt steht neben dem normalen E-Mail-Verkehr und einem Kalendarium ein Online-Portal, das unter anderem den Austausch und die gemeinsame Bearbeitung von Unterrichtsmaterialien ermöglicht und eine erweiterte Zusammenarbeit auch mit den Eltern erlaubt. Die Schule wird damit zu einem echten E-Campus. IBM unterstützt diesen Prozess mit der Spende von 550 Lotus Software-Lizenzen.Weitere 60 Lizenzen für Lehrer und Verwaltung werden aus Schulmitteln erworben. Momentan mangelt es noch an der nötigen Hardware. In absehbarer Zeit sollen jedoch Notebooks für alle Schüler angeschafft werden. Die Schule wird im Rahmen der Kooperation mit IBM eine so genannte Referenzschule in der Rubrik „Smarter Education“.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 01/2011

Panketal bekommt weitere Kinderärztin

Montag 24 Januar 2011 at 11:16 am

Voraussichtlich ab Mai wird es in Panketal eine zweite Kinderärztin geben. Drei Jahre ist es nun schon her, dass sich Bürgermeister Rainer Fornell mit einem Schreiben Hilfe suchend an die Kassenärztliche Vereinigung gewandt hatte, auch im Interesse der ortsansässigen Kinderärztin Dr. Plehm, die seit Jahren an der Belastungsgrenze arbeitet. Damals lautete die Antwort, dass es im Landkreis Barnim mit acht niedergelassenen Ärzten eine ausreichende Versorgung gebe. Jedoch wurde eine Sonderbedarfszulassung in Aussicht gestellt. Diese muss allerdings von einem niederlassungswilligen Arzt oder einer Ärztin beantragt werden. Frau Dr. Plehm konnte schließlich die Kinderärztin Marianne Kreibig für eine Praxiseröffnung in Panketal gewinnen.  Ende des letzten Jahres genehmigte der Zulassungsausschuss ihren Antrag auf Sonderbedarf. Nun müssen nur noch die passenden Räumlichkeiten gefunden werden.

Panke-Spiegel: Auf Ihrem Praxisschild steht auch der Begriff „Naturheilkunde“. Welche Rolle spielen Naturheilverfahren bei Ihrer Arbeit?
Marianne Kreibig: Die Grundorientierung ist schulmedizinisch. Aber Naturheilverfahren wende ich sehr gern an, weil sie plausibel, einfach, hilfreich und arm an Nebenwirkungen sind. Sie unterstützen die Kompetenz der Eltern und werden sehr gern angenommen. Neben der Infektiologie, die im Kindesalter natürlich die größte Rolle spielt, beschäftige ich mich sehr gern mit der Allergologie. Hier biete ich eine Grundversorgung bis hin zur Immuntherapie an und stehe mit spezialisierten Kollegen in gutem Kontakt.
PS: Um noch mal auf Naturheilverfahren zurückzukommen – was verbirgt sich konkret dahinter?
MK: Klima, Wasser, Bewegung, Ernährung, Kräuter. Wadenwickel und Zwiebelsaft kennen viele als alte Hausmittel. Thymian und Efeu sind  gute Hustenlöser, Eibischwurzel gut bei Halsentzündung. Aber man kann zum Beispiel auch Atemübungen oder Massagen anwenden. Mitunter setze ich auch die so genannte Ordnungstherapie ein. Im Mittelpunkt dieser Therapie stehen Regelmäßigkeit von Bewegung und Ruhe, ausgewogenes Essen und ein geordneter Lebensrhythmus, um Stress zu reduzieren und Selbstheilungskräfte zu mobilisieren.

Das gesamte Interview lesen Sie in Ausgabe 01/2011

Die Macht der Spiritualität

Donnerstag 20 Januar 2011 at 09:06 am

Von Thomas Steierhoffer

Dem Zuschauer verschlägt es den Atem, als islamistische Terroristen in Algerien eine Gruppe von kroatischen Bauarbeitern regelrecht abschlachten. Sie schneiden den Männern, die Aufbauarbeit leisten in dem nordafrikanischen Land, das einst französische Kolonie war, bestialisch die Kehlen durch. Nach einer wahren Begebenheit erzählt Xavier Beauvois, wie französische Trappisten-Mönche in Algerien zwischen die Fronten von Terroristen und korrupter Armee geraten. Die Inszenierung wird dabei vom ritualisierten Klosteralltag bestimmt. „Von Menschen und Göttern“ (Des hommes et des dieux) erlebte nach seiner Uraufführung in Cannes ein enormes Medienecho und wurde zuletzt sogar mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. Der Grund für diese Begeisterungsstürme schien nicht allein mit dem Film selbst zu tun zu haben, sondern auch mit seinem Sujet. Schließlich ist das konfliktreiche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit nach wie vor ein aktuelles politisches Thema. 

Die gesamte Rezension lesen Sie in der Ausgabe 01/2011 

Wie Wikileaks die Mächtigen das Fürchten lehrt

Donnerstag 20 Januar 2011 at 09:00 am

Von Thomas Grund

Macht durch Information setzt kein ausdrückliches Wissen voraus. Nötig sind nur der Zugang zu den Informationen und die Kontrolle über die Kommunikationskanäle. (Wikipedia)

Im Jahr 2006 gründete eine kleine Gruppe von Hackern verschiedner Länder ein Projekt, dass sie Wikileaks nannten. Die Idee war, eine Plattform zu schaffen, auf der geheime Dokumente für alle erreichbar im Internet veröffentlicht werden. Neue Ideen benötigen Zeit zur Reife und so konnte sich ursprünglich niemand recht vorstellen, dass es wirklich funktionieren könnte. Später ergaben sich zwei Hauptprobleme bei der Realisierung des Wikileaks-Projektes: Das eine war die softwaretechnische Ausarbeitung des Webhostings und relativ leicht lösbar. Das andere und deutlich schwierigere Problem war die Beschaffung der geheimen Papiere.

Im Jahr 2007 veröffentlichte Wikileaks Daten über Korruption in Milliardenhöhe durch die kenianische Präsidentenfamilie. Diese Daten wurden daraufhin im Guardian veröffentlicht und verschafften so Wikileaks den Durchbruch in die Presse. Weitere mehr oder weniger Aufsehen erregende Geheimdaten wurden in Folge darauf veröffentlicht. Die Guantanamo Bay Handbücher, Material über die Scientology, die Mitgliederliste der rechtsextremen British National Party, die isländische Kaupthing Bank sowie die Liste der Repressalien gegen Wikileaks. Dies änderte aber noch nichts daran, dass Wikileaks ein vom großen Teil der Welt kaum wahrgenommenes Schattendasein führte. Das änderte sich erst im Jahre 2010, mit der Veröffentlichung eines Videos aus dem Irakkrieg. Die Aufnahme eines Videos aus einem fliegenden Helikopter, von dem aus eine Gruppe von Reporten mit panzerbrechenden Waffen niedergeschossen wurde, ging um die Welt. Es zeigte das, was alle ohnehin schon wussten, dass Krieg grausam ist und dabei Unschuldige getötet werden. Es zeigt es mit schockierender Authentizität, aus der Sicht der Schützen und zeigt die Wirkung der Waffen aus dieser Perspektive.

Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 01/2011

Eine Zumutung des Fernsehens?

Donnerstag 20 Januar 2011 at 08:55 am

Von Lutz Nehk

Am Allerheiligentag 2010, also am 1. November, mutete das Erste Deutsche Fernsehen dem Publikum eine ganz besondere Vorstellung zu: Papst Pius XII., zwei Folgen eines Filmes in voller Spielfilmlänge hintereinander. Ob das eine versteckte Botschaft war, diesen Film gerade am Fest Allerheiligen ins Programm zu nehmen? Alle Meldungen über eine bevorstehende Seligsprechung dieses Papstes lösen ja immer wieder Proteste aus. Wie kann man so einem Papst, der in der Nazizeit zur Judenvernichtung geschwiegen hat, eine solche Ehrung zuteil werden lassen. Als historischer Beleg seiner verwerflichen Schweigsamkeit wird immer wieder das Schauspiel „Der Stellvertreter“ von Rolf  Hochhut angeführt. In diesem 1963 uraufgeführten Stück spricht Hochhut das vernichtende Urteil über Pius XII.: „Ein Stellvertreter Christi, der das vor Augen hat und dennoch schweigt, […] ein solcher Papst ist … ein Verbrecher.“ Der ARD Film hat nun eine ganz andere Seite beleuchtet und das vehemente Engagement des Papstes zur Rettung vieler in Rom lebenden Juden herausgearbeitet. Mittlerweile ist auch die historische Forschung weiter. Hochhut indes und seine Jünger halten mit dem Anspruch der Unfehlbarkeit an ihrer Position fest. Und weiterhin wird damit suggeriert, dass mit Pius XII. die ganze katholische Kirche versagt habe. Auch hier ist die Forschung weiter und hat eine Reihe von Personen herausgestellt, die innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland beachtliches geleistet haben. Zu ihnen gehört Konrad Kardinal Graf von Preysing. Der 1880 in Niederbayern geborene Adlige war von 1935 bis zu seinem Tode 1950 Bischof von Berlin. Im letzten Jahr wurde seines 60. Todestages gedacht. Preysing war zusammen mit dem Bischof von Münster Clemens August Graf von Galen der wohl entschiedenste Gegner der Nazis unter den deutschen Bischöfen. Nicht nur in privaten Gespräche sondern auch in öffentlichen Stellungnahmen. Als Kardinal Adolf Bertram, damals Vorsitzender der Bischofskonferenz, Hitler 1940 ein Telegramm zum Geburtstag schickte und dem „hochgeliebten Führer“ „heiße Gebete“ zusagte, bot Preysing dem Papst seinen Rücktritt an. Pius XII. drängte ihn zu bleiben. Der Berliner Priester, Publizist und Kirchenhistoriker, Wolfgang Knauft, hat seiner beachtlichen Preysing- Biographie den Titel gegeben „Konrad Preysing. Anwalt des Rechts“. (Berlin: Morus 1998) Damit hat er vor allen Dingen dessen Grundanliegen herausgestellt. All die bedrängenden Fragen jener Zeit sind von Preysing immer wieder unter dem Gesichtspunkt des Rechts und eben auch des Unrechts betrachtet und öffentlich kommentiert worden.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 01/2011

Der Fisch stinkt vom Kopf

Donnerstag 20 Januar 2011 at 08:50 am

Zum Tod von Captain Beefheart

Von Matthias Horwath

Am  17. 12. 2010 verstarb ein verschrobener Mann in Kalifornien. Die Welt dreht sich weiter, während die Leiche Don van Vliets aus dem Sterbezimmer gebracht wird. Ich gehe dabei zeitversetzt meiner Arbeit nach, in Berlin  fährt vielleicht eine S-Bahn und in Russland kühlt ein KGB-Offizier mit seinen eisigen Augen das Klima. Sonderbar, die Thermometer schlugen an dem  17.12.  im Sekundentakt wechselnd Wellen nach unten und nach oben. Es hat nur fast keiner bemerkt! Wer braucht denn, bitteschön, auf dem platten Lande wie hier einen toten Holländerabkömmling aus Amerika, der seinen bürgerlichen Namen Don Van Vliet auch noch in CAPTAIN BEEFHEART umbenannte! Die Äcker wären aber nicht die Äcker und das Korn nicht das Korn, wenn manche Menschen zuvor nicht das Klima der Herzen mit ihrem Gebet erwärmten.  Dabei ist es einerlei, ob das von der Masse der Menschen wahrgenommen wird oder nicht.  Der Künstler lebt natürlich vom aufmerksamen Publikum. Eine kleine Gemeinde in der Welt.   Don Van Vliet alias Captain Beefheart nutzte die letzten 30 Jahren fast ausschließlich für das Gebet seine Bilder, die er im Stillen malte.

Den gesamten Nachruf lesen Sie in der Ausgabe 01/2011 

100 Jahre Kibbuz-Bewegung in Israel

Donnerstag 20 Januar 2011 at 08:46 am
Von Thomas Steierhoffer
Etwa 20 Millionen Menschen verlieren in Europa durch den Zweiten Weltkrieg ihre Heimat: Polen, Tschechen, Deutsche - darunter viele Juden. „Bevölkerungstransfer“ nennt sich das in der Sprache der Diplomaten. Für die Juden ist die Flucht die einzige Möglichkeit, der Deportation ins Konzentrationslager zu entgehen. Doch es gibt nur wenige Orte der Zuflucht.
Nach dem Krieg, im Sommer 1947, drängen Überlebende der Shoah aus ganz Europa nach Süden. Den Mittelmeerhäfen entgegen. Die Heimat verloren, aber mit dem Leben davongekommen, haben sie alle nur ein Ziel: "Erez Israel". Unter den Abertausenden, die zumeist auf kleinen, rostigen Kähnen der gelobten neuen Heimat entgegen schippern, ist auch Hadassa Zuker: "Es war nicht einfach als wir während des Krieges nach Russland kamen. Es hat ein Jahr und acht Monate gedauert, bis ich in Israel angekommen bin. Deutschland war ein Zwischenstopp und wir sind einige Zeit dort geblieben. Wir haben viele Länder durchreist, aber Deutschland war eine Station, bevor wir in Frankreich, in Marseille angekommen sind, um von dort illegal nach Israel einzuwandern."
Die heute 88-jährige Hadassa Zuker wurde in Lettland geboren. Sie gehörte zu jenen beigeisterten jungen jüdischen Einwanderern, die in einem der ersten Kibbutzim anpackten, um ihre alte Heimat neu zu erobern. In diesem Jahr feiern diese Kibbutzim ihr 100-jähriges Bestehen.
„Kibbutz“ ist die hebräische Bezeichnung für eine kollektive Siedlung. Es handelt sich um ein einzigartiges ländliches Gemeinwesen; eine Gesellschaft, die auf den Prinzipien gegenseitiger Hilfe und sozialer Gerechtigkeit beruht; ein sozialwirtschaftliches System, in dem Menschen Arbeit und Besitz teilen; die Verwirklichung des Gedankens: Jeder gibt nach seinen Möglichkeiten und erhält gemäß seinen Bedürfnissen.
 
Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 01/2011 

Chris Barber - Der Hüter der Flamme

Donnerstag 20 Januar 2011 at 08:38 am
Von Lutz Eikelmann
Am 17.April 2010 feierte der englische Jazzmusiker und Bandleader Chris Barber seinen 80.Geburtstag. Dies war Anlass für eine Vielzahl von Presseartikeln und etliche Ehrungen, auch in Deutschland, denn sein Einfluss auf die deutsche Jazzszene war und ist enorm. So verlieh ihm der Park Lane Jazz Club (Osnabrück) am 26.9.2010 bei Barbers Konzert im Theater am Domhof den Preis “Keeper Of The Flame“ oder Swinging Hamburg e.V. am 20.10.2010 bei seinem Konzert in der Hamburger Laeiszhalle das Bild „Freie und Barberstadt Hamburg“.
Nachdem er als Jugendlicher klassischen Musikunterricht auf der Violine erhalten hatte, erlernte er ab 1948 das Posaunenspiel. Bereits 1949 formierte er seine eigene Amateurjazzband mit dem Klarinettisten Alex Revell. Parallel dazu studierte er Posaune, Kontrabass und Kompositionslehre. 1952/53 tat er sich mit dem Klarinettisten Monty Sunshine(1928-2010) und dem Banjospieler Lonnie Donegan(1931-2002) zusammen, weil sie gemeinsam den Wunsch hatten täglich Jazz zu spielen und sich musikalisch zu verbessern, so war der Weg in die Professionalität vorgegeben. Man wollte den Trompeter Pat Halcox für diese neue Band gewinnen, doch dieser durfte von seinen Eltern aus diesen Weg nicht beschreiten und so setzte dieser sein Chemiestudium fort. 1953 kehrte jedoch der englische Trompeter Ken Colyer(1928-1988) aus New Orleans von seiner musikalischen Studienreise zurück, er hatte sich durch die Veröffentlichung seiner Berichte über die Geburtsstadt des Jazz in der britischen Musikzeitschrift Melody Maker bereits einen legendären Ruf geschaffen, stand jedoch ohne eigene Band da. Chris Barber bot ihm die Trompetenposition in der jungen Band an, die wegen Kens Popularität von nun an “Ken Colyer´s Jazzmen“ genannt wurde. Als die Band dann im November 1953 die LP “From New Orleans To London“ einspielte, deren Single-Auskoppelung “Isle Of Capri“ immerhin Platz 35 der Single-Charts erreichte, festigte sich der Ruf der jungen Band als beste Traditional Jazzband des Landes. Differenzen der Band vor allem mit Kens Bruder Bill Colyer, der als Bandmanager die Band geschäftlich leitete, führten zur Trennung von Ken Colyer im Frühjahr 1954. Inzwischen war Pat Halcox doch bereit, Berufsmusiker zu werden und so stieg er in die Band ein, die dann am 31.5.1954 ihren ersten Auftritt als “Chris Barber´s Jazzband“ in der neuen Besetzung darbot und damit eine beispiellose Bandgeschichte als Europas erfolgreichste Jazzband begann.
 
Das ganze Porträt lesen Sie in der Ausgabe 01/2011 

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