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Erinnerung an Helmut Rosenberg

Donnerstag 16 September 2010 at 3:39 pm

Der Musiker und Komponist gründete 1963 den Zepernicker Schau- und Lehrgarten

„… wie die Zeit und ein unbegreifliches Geschick an meinem großen und guten Wollen nagte, bis es zerbrach“

Diese Zeilen schreibt Helmut Rosenberger 1946, ein halbes Jahr vor seinem 40. Geburtstag, in einem zweiseitigen Resümee seines bisherigen Lebens. Nach seiner Ausbildung hatte er zwei Jahre in der Buchhaltung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft gearbeitet. „Da kam mir zu Bewusstsein, dass das Leben so nicht gemeint sein könne. Ich sah die Insassen der Büroschemel neben mir: Alte Herren, deren ganzer Lebensinhalt die gleichen nichtssagenden Zahlen waren, die mich täglich anglotzten.“ Er flüchtet, wird Wandervogel. Reist nach Italien und verbringt dort die wohl schönste Zeit seines Lebens. Wieder zu Hause steht er vor der Frage, wie er seinen Lebensunterhalt bestreiten sollte. „Musste nehmen, was sich gerade bot: Musik mit Alkohol.“ Abends spielt er in Cafés, Kneipen, Kinos tagsüber studiert er Musik am  Konservatorium. Anfang der 30er Jahre, nach Abschluss des Studiums, bemüht er sich vergeblich um eine Stellung in Staats- oder städtischen Orchestern.
Er schreibt Gedichte und Lieder, schickt sie an Zeitungen und Verlage und seine Mappe füllt sich mit Absagen. „Ein Erfolg hätte mir Auftrieb geben können. Er kam nicht, und mein Wollen versank weiter.“ 1938 versucht er, noch einmal an die Zeit als „Fahrender“ anzuknüpfen, doch es gelingt ihm nicht. „Verschüttet war irgendwie Empfinden und Zusammenhang, ich vernahm die Sprache der Natur nicht mehr“, erinnert Rosenberg sich an seine zweite Reise, ostwärts die Donau entlang. Er kehrt zurück, ohne zu wissen, was werden sollte. Die Musik war ihm fremd geworden, nichts zieht ihn mehr zur Geige oder Gitarre. Er wird Werkstattschreiber bei AEG und arbeitet sich hoch, wird Lagerkontorist, Besteller. Dann kommt der Krieg. „Man musterte mich, fand, dass ich tauglich sei, und damit war eigentlich ein Leben beendet.“ Karl Foerster (links) und Helmut Rosenberg bei einem Rundgang im Zepernicker Schau- und Lehrgarten
Er überlebt das Grauen des Krieges und eine neue Zeit bricht an. Unmittelbar nach Kriegsende, im Sommer 1945, initiiert er zusammen mit Heinz Nitschke die Gründung der Ortsgruppen des „Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“ in Bernau und Zepernick. 1946 wird er Leiter des Bernauer Dezernats für Schule und Volksbildung. Er schreibt und komponiert. Seine Werke werden verlegt und aufgeführt.
Doch schon bald gewinnt etwas Neues an Bedeutung in seinem Leben. Schon in den 30er Jahren widmete er sich, inspiriert vom berühmten Staudenzüchter und Gartenschriftsteller Karl Foerster, der Gartengestaltung. Seit 1946 verband ihn mit diesem eine fruchtbare und mit den Jahren immer enger werdende Freundschaft. Von 1956 bis 1958 absolvierte er eine späte freiwillige Lehrzeit in einem Zierpflanzenbetrieb, damit „alles mit Sinn und Verstand geschehe“.

Den gesamten Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 05/2010

"Eigentlich wollte ich zur Kriminalpolizei"

Donnerstag 16 September 2010 at 3:26 pm

Sonja Ries, etlichen Schülergenerationen als Deutschlehrerin bekannt, gehört quasi zum Röntgentaler Ortsbild. Jeden Tag sieht man die mittlerweile 83-Jährige spazieren gehen. Sie findet es schade, dass heutzutage fast alle im Auto unterwegs sind und viele Altersgenossen gar nicht mehr rausgehen. Die Gelegenheiten für einen Plausch würden so immer seltener.
Doch immer wieder kommt es vor, dass ehemalige Schüler, die inzwischen selbst Eltern und sogar Großeltern sind, sie auf der Straße erkennen und ansprechen. „Wenn ich eines Tages umfalle, geht ein Aufschrei durch Zepernick: Die Ries ist tot!“, lacht sie, schnappt sich ihren Rollator und lädt mich zum Essen ins Kaffeehaus Madlen ein, wo sie regelmäßig zu Gast ist.

PANKE-SPIEGEL: Wollten Sie immer schon Lehrerin werden?
Sonja Ries: Nein! Eigentlich wollte ich zur Kriminalpolizei. Meine ältere Schwester hat mich zur Lehrerausbildung angemeldet. Sie war ein Jahr älter als ich und selbst Lehrerin. Die Ausbildung dauerte damals acht Monate und dann folgten fünf Jahre Fernstudium. Ich hab zwei Jahre geheult. Aber eines Tages sagte ich mir, Sonja, jetzt ist Schluss mit Lamentieren! Gib dir Mühe, du wirst eine anständige Lehrerin! Von dem Tag an war ich mit ganzem Herzen dabei.

PS: Damals waren Sie aber noch nicht in Zepernick ...
SR: Nein, das war in Karstädt, in der Prignitz. Geboren bin ich in Königsberg, in Ostpreußen. 1945 mussten wir flüchten und sind schließlich nach Karstädt gekommen. Da meine Schwester schon Lehrerin war, konnten wir die dortige Lehrerwohnung beziehen. Mein Vater war im Krieg geblieben, meine Mutter war krank, und dann hatte ich noch einen sieben Jahre jüngeren Bruder, um den ich mich kümmern musste. Meine Schwester heiratete bald und dann war’s an mir, das Geld für uns zu verdienen. Nach Zepernick kam ich erst Ende der 50er Jahre – fragen Sie mich nicht nach Zahlen! Ich wollte in der Nähe meiner Schwester leben, die mittlerweile in Berlin wohnte. Dort gab es aber Zuzugsbeschränkungen. Ich stand eines Tages in Berlin auf einem Bahnhof und dachte, mal schauen, wohin der nächste Zug fährt. Oranienburg, Velten oder Bernau? Es kam der Bernauer Zug. Ich hab beim Schulrat nach einer Stelle dort gefragt. Er fragte ob ich „Disziplinprobleme“ hätte – was ich verneinte – und bot mir eine Stelle in Zepernick an, sofern ich „an die schlimmste Schule im Bezirk Frankfurt/Oder“ gehen würde. Das tat ich dann.

Das gesamte Interview lesen Sie in der Ausgabe 05/2010

Ein Gedenkstein für Helmut Rosenberg

Donnerstag 16 September 2010 at 3:18 pm

Kristine Neumann vom Verein Robert-Koch-Park Panketal e.V. im Gespräch mit dem PANKE-SPIEGEL

Wieviele Mitglieder hat der Verein Robert-Koch-Park e.V.?
Kristine Neumann: Unser Verein hat gegenwärtig 35 Mitglieder. Das ist die Höchstzahl in seiner sechsjährigen „Laufzeit“. Mehr als die Hälfte unserer Mitglieder ist auch aktiv, in dieser oder jener Form. Verstärkt werden wir durch etwa zehn Parkfreunde, die keine Mitgliedschaft wollen, aber mit Herz und Händen dabei sind.

Wie oft finden Arbeitseinsätze statt und wie ist die Beteiligung?
KN: Insgesamt leisten wir pro Jahr um die 1500 bis 2000 Stunden ehrenamtliche Arbeit im Park.  An unseren festgelegten praktischen Vorhaben arbeiten wir in den monatlichen Einsätzen von März bis Oktober. In der Regel nehmen daran um 15 Vereinsmitglieder und Parkfreunde teil. Die regelmäßige Pflege klappt dagegen besser, wenn Bereiche in die persönliche Verantwortung genommen werden. Leider ist die Gruppe der persönlichen Pfleger noch sehr klein. Wir wünschen uns hier, aber auch bei den Arbeitseinsätzen doch recht dringlich Verstärkung. Informationen und Kontaktmöglichkeiten sind auf der Informationstafel im Park und auf unserer Internetseite www.robert-koch-park.de zu finden.

Inwiefern fühlt sich der Verein dem Begründer des Parks verbunden?
KN: Der Gründer der Parkanlage, Helmut Rosenberg, scheint uns ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein. Deshalb finden wir es wichtig, an ihn im Park zu erinnern. Mit einem Staudenbereich und einem Gedenkstein wollen wir ihn würdigen. Wir haben in diesem Jahr begonnen, einige Sorten Phlox, Rittersporn und Iris in dem ausgewählten Bereich anzupflanzen. Ein bisher noch ungelöstes Problem ist die Beschriftung des Steins, die haltbar und bezahlbar sein soll. Die angedachte Geschichtsecke im Parkhäuschen wird natürlich auch genutzt, um an Helmut Rosenberg und seine Leistung zu erinnern.
An die Tradition eines Lehr- und Schaugartens können und wollen wir nicht anknüpfen, unser Ziel ist ein Naturpark zur Erholung und Entspannung und zum Schauen und möglicherweise zum Lernen.

(Foto: Parkfreunde Birgit und Wilfried Eggert bei der Arbeit an der Wegeeinfassung des Hauptweges um den Teich)

Das gesamte Interview lesen Sie in der Ausgabe 05/2010

Baufreiheit für künftiges Ortsteilzentrum

Donnerstag 16 September 2010 at 3:10 pm

Am Genfer Platz pulsiert nicht gerade das Gemeindeleben. Es sei denn, es findet eine Einwohnerversammlung zu einem brisanten Thema wie der Errichtung einer Kompostieranlage statt. Ansonsten rauscht der Verkehr vorbei, die Bibliothek und vor allem der Spielplatz sind die einzigen Magneten dort. Einst langjähriger Sitz der Gemeindeverwaltung, mittlerweile nur noch als „Außenstelle“ wahrgenommen, spiegelt der Baukörper in maroder Tristesse den mit der Gemeindefusion besiegelten Abstieg zum verwahrlosten Ortsteilzentrum. Von den Alpenberger Kolonisten Anfang des 20. Jahrhunderts als neues Zentrum jenseits des historischen Dorfkerns geplant – mit Kirche und Schulen (!) – erreichte es bislang noch nie die ihm einst zugedachte Pracht.
Die Geschichte könnte sich nun, gut hundert Jahre später, doch noch zum Guten wenden. Denn die Gemeindevertreter haben in ihrer letzten Sitzung den Neubau eines Begegnungszentrums am Genfer Platz beschlossen. Und nicht nur dass, sie bewiesen auch die nötige Weitsicht, indem sie dem Antrag von Bündnis Panketal folgten, der für eine bessere Platzierung des Neubaus einen vorherigen Abriss der alten Baracke vorsah. „Wir bauen schließlich für hundert und mehr Jahre“, so Dieter Schwertner in der Begründung des Antrages.

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 05/2010

"Schwanenhalle" sportlich eröffnet

Donnerstag 16 September 2010 at 3:07 pm

Zur offiziellen Eröffnung der neuen Sporthalle am Schwanebecker Schulstandort durfte ein Auftritt der „Blue White Swans“ natürlich nicht fehlen. Das Schwanebecker Wappentier ist auch Namenspatron der modernen Sportstätte: Die Mitglieder des Sportvereins SG Schwanebeck 98 e.V. entschieden sich für „Schwanenhalle“. Zwar stieß die Namensgebung nicht bei allen Gemeindevertretern auf Zustimmung, das von Bürgermeister Rainer Fornell vorgebrachte Argument, der Sportverein sei durch seine Mitgliederzahl von über 600 „ausreichend demokratisch legitimiert, eine solche Entscheidung zu treffen“, nahm der aufkommenden Diskussion zur Namensfindung sogleich jeden Wind aus dem Segel. Der Wunsch der Schwanebecker Sportfreunde wurde schließlich mit großer Mehrheit abgesegnet.

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Ausgabe 05/2010

"Ich war kein Widerstandskämpfer"

Sonntag 12 September 2010 at 09:13 am

Arnold Fritzsch und die Gruppe Kreis

Ein Interview von Thomas Steierhoffer

Arnold Fritzsch brachte sich mit zehn Jahren das Klavierspielen autodidaktisch bei und sammelte erste musikalische Erfahrungen in der Schülerband „The Teenager Stars“. Von 1966 bis 1970 absolvierte er am Robert-Schumann Konservatorium in Zwickau eine musikalische Ausbildung. Während dieser Zeit spielte er in seiner zweiten Schülerband „The Yellow Stockings“. Nachdem Fritzsch ein Semester Mathematik studiert hatte, ging er von 1971 bis 1975 an die Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin, um dort ein Studium in den Fächern Komposition/Arrangement und Trompete abzulegen. Gemeinsam mit anderen Studenten gründete er hier 1973 die Gruppe Kreis. Mit seinem 1975 geschriebenen Hit „Doch ich wollt´ es wissen“ gelangte die Band in die Hitparaden der DDR. Nach der Auflösung der Band zog sich Fritzsch 1982 aus dem öffentlichen Musikgeschäft zurück und arbeitete fortan im Studio. Er schrieb unter anderem für Olaf Berger, Ines Paulke, Arnulf Wenning und Wolfgang Lippert Songs und produzierte deren Alben. Ende der 1980er Jahre ging Fritzsch als Solist wieder in die Öffentlichkeit.

PANKE-SPIEGEL: Hatte das „Kahlschlagplenum“ der SED vom Herbst 1965 Einfluss auf Deine künstlerische und musikalische Entwicklung?

Fritzsch: Für diese Geschichten, etwa den „Rockeraufstand“ oder den „Beataufstand“ in Leipzig bin ich einfach zu jung. Ich bin 1971 nach Berlin gekommen. Das war der Umbruch, Honecker kam damals an die Macht. Und plötzlich hatte die DDR eine eigene Beatszene. Vorher war ich in Zwickau am Konservatorium, also von der neunten Klasse bis zum Abitur. Da hatten wir zwar auch eine Band, aber da haben wir eigentlich immer nur bei Gemeindefesten in der katholischen Kirche gespielt. Eigentlich nie öffentlich. Es war vielmehr der Deckmantel Kirche, unter dem wir uns bewegten. Nach Berlin kam ich dann als Musikstudent, wenn man so will war das schon auch eine privilegierte Position. Und dann habe ich aus der „College Formation“ die Gruppe Kreis gegründet. Also, persönlich kann ich sagen, dass ich mit dem Druck der 60er Jahre nie etwas zu tun hatte. Allerdings habe ich nach der Wende immer gesagt, die DDR war ein Land der Angst! Es gab eine flächengreifende Doppelsprachigkeit. Ich erinnere mich noch ganz plastisch an 1961, als sich meine Eltern beim Abendbrot unterhielten. Es ging um einen Arbeiter aus ihrem Betrieb, der von der Stasi einfach totgeschlagen wurde, weil er etwas gegen die Mauer gesagt hatte... 

Das ganze Interview lesen Sie in der Ausgabe 05/2010

Der verirrte Messias

Sonntag 12 September 2010 at 09:07 am

Das Jerusalem-Syndrom oder Die Wahrheit über Jesus

Von Heike Geilen 

Das Jerusalem-Syndrom oder Die Wahrheit über Jesus, der sich nie Christus nannte
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Peter Henischs neuer Roman "Der verirrte Messias" spielt zum Teil vor über 2.000 Jahren. Ist er ein historischer Roman? Keineswegs, denn die Geschichte beginnt in der Gegenwart. "Allerdings reicht sie weit zurück in die Vergangenheit und womöglich reicht sie auch irgendwie in die Zukunft.", erklärt die Protagonistin, die 39-jährige Literaturkritikerin Barbara einem ehemaligen Studienkollegen, "Eine ziemlich verrückte Geschichte." Und außerdem "finde sie biblische Geschichten in der Gegenwartsliteratur ja völlig jenseitig. In diesem Buch aber - also wie soll ich sagen ... Einige Szenen, die ich letzthin gelesen habe, sind mir richtig unter die Haut gegangen." Damit umreißt sie sehr grob den Rahmen des neuesten Werkes des österreichischen Autors, der am 27. August 66 Jahre alt wird.
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Ziemlich verrückt ist die biblische Handlung wahrhaftig. Spricht doch ebenjene Literaturkritikerin in der Ablugzone des Flughafens Frankfurt ein ziemlich eigenartiger Typ an. "Nein, er sah nicht außergewöhnlich aus. Ganz bestimmt nicht wie eine dieser Ikonen. Auch nicht wie irgendein Fanatiker oder Psychopath. Allerdings hatte sein Blick etwas Beharrliches." Er will genau wie Barbara, die einen dringend benötigten Urlaub bei ihrer Halbschwester Esther anvisiert, nach Israel, allerdings mit anderem Bestreben. Mischa Myschkin, wie er sich nennt (offensichtlich entleiht Henisch nicht ohne Grund den Namen seines Titelhelden aus Dostojewskis Roman "Der Idiot"), ein aus Russland stammender, aber in Deutschland lebender dreißigjähriger Mann, hat eine andere "Mission". Diese erweist sich indessen im Grunde genommen als genauso aussichtslos, wie die seines literarischen Namensvetters und an Naivität steht er Dostojewskis Myschkin in nichts nach, auch wenn Henischs Protagonist eine überaus ernste Angelegenheit verfolgt: "Es ist überhaupt die ernsteste Angelegenheit, die du dir vorstellen kannst.", erzählt er Barbara, "Es geht um die ersten und die letzten Dinge! Es geht um die ganz Heil- und Unheilsgeschichte! Es geht, ja verdammt noch einmal, um alles oder nicht!"
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Was ist denn nun so eigenartig an ihrem Flugbegleiter? Dass sein Profil etwas Schafartiges hat, gewiss nicht. Dass er während der Lektüre der Bibel mehrfach laut auflacht und bestimmte Passagen anders deutet und erzählt, als sei er tatsächlich vor Ort gewesen, verwundert schon mehr. Seine beruhigenden Worte, als das Flugzeug unversehens in Turbulenzen gerät, "Sie brauchen keine Angst zu haben, sagte er. Dieses Flugzeug stürzt nicht ab." - "So? Und warum nicht?" - "Weil ich an Bord bin." und die Behauptung, dass er offensichtlich Jesus von Nazareth sei, oder Jeschua wie er auf Aramäisch heißt, lassen Barbara schließlich am Wohlbefinden seines psychischen Gesundheitszustandes zweifeln. 

Die gesamte Buchbesprechung lesen Sie in der Ausgabe 05/2010 

240 Jahre Freimaurerorden

Sonntag 12 September 2010 at 08:56 am

Die Berliner Großloge feiert ihr Jubiläum und lädt ein

Von Tim Fabian Kloss 

Immer noch wissen viele Menschen nicht, was sich hinter dem mysteriös anmutenden Männerbund verbirgt, dabei gibt es die Bruderschaft schon seit 240 Jahren. Der königlich-preußische Militärarzt Johann Wilhelm Kellner von Zinnendorf gründete die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland, auch Freimaurerorden genannt, 1770 in Berlin. Vorbild für den Orden war die rituelle Lehrart, nach der die meisten skandinavischen Freimaurerlogen auch heute noch arbeiten. Maßgeblich hierfür ist vor allem das klare Bekenntnis eines jeden Mitgliedes zum Christentum, das nicht in allen Freimaurer-Lehrarten verlangt wird. Trotzdem versteht sich der Freimaurerorden als dogmenfrei: „Bei uns muss niemand Mitglied einer Kirche sein, um dem Freimaurerorden beizutreten. Es geht nur um das Bekenntnis zur reinen Lehre Christi, wie sie in der Heiligen Schrift geschrieben steht. Die Auslegung des Glaubens ist reine Privatsache eines jeden Bruders“, erklärt Dr. Achim Strassner, Landesgroßmeister des Freimaurerordens. Freimaurerei sei weder Kirchen-Ersatz noch Kirchen-Konkurrenz.

Herzstück der Freimaurerei sind die rituellen Zusammenkünfte, auch Tempelarbeiten genannt. Über konkrete Inhalte dürfen die Freimaurer nicht sprechen, dazu haben sie sich bei ihrer Aufnahme verpflichtet. „Wir tun aber nichts, was anrüchig oder gar verboten wäre, im Gegenteil. Wir wollen an uns selbst arbeiten und unseren Mitmenschen gegenüber ein positives Beispiel abgeben. Diese Arbeit am rauen Stein, wie wir sie nennen, ist gar nicht so einfach. Das Ritual hilft uns dabei. Freimaurerei ist erst durch das Erleben zu erkennen“, so Landesgroßmeister Achim Strassner. Zu den prominentesten Mitgliedern der christlichen Freimaurerei zählen sicherlich Kaiser Wilhelm I., sein Sohn, der spätere Kaiser Friedrich III., der Schriftsteller Gotthold Ephrahim Lessing, sowie der Aufklärer Freiherr Adolph Knigge. Vor allem das preußische Königshaus prägte den Freimaurer-Ritterorden. Sowohl Wilhelm I., als auch Friedrich III. sowie weitere Mitglieder des Königshauses standen als Ordensmeister an der Spitze der Großloge.

Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 05/2010 

Vorsicht Abzocker!

Sonntag 12 September 2010 at 08:52 am

Wie Abzocker im Internet agieren

Von Thomas Grund

Man erreicht im Leben nicht immer alles, was man sich wünscht. Mit dieser profanen Feststellung wird jeder im Leben mehr oder minder konfrontiert oder eines Tages ganz von selbst auf diese Erkenntnis stoßen. Es lohnt auch nicht, dies zu beklagen. So ist nun mal das Leben. Ideal und Wirklichkeit gehen nie ganz übereinander. Der mehr oder weniger lebenserfahrene Mitbürger wird auch zuweilen feststellen, dass sich nicht alle Versprechen und Versprechungen erfüllen bzw. erfüllt werden. Und dass eine erstandene Ware nicht das ist, was die Werbung versprochen hatte. Nur ein Depp oder ein Verbraucherschützer würde sich darüber beklagen. Um von seinem Umfeld einen mitleidigen Blick zu erhaschen und eine 'Das weiß doch jeder' Phrase erdulden zu müssen.Nerviger als Gewinne die keine sind und Waren deren Qualität nicht den Versprechungen der Werbung entspricht, sind Dinge die gar nicht vorhanden sind aber dennoch angepriesen werden. Im realen Leben ist es nicht – oder noch  nicht – denkbar, ginge man in ein Geschäft, welches mit der Aufschrift „Hier frische Brötchen“ lockte, um feststellen müsste, bei einem Fotografen gelandet zu sein. Im Internet ist Derartiges völlig normal. Um mit einem sanften Beispiel zu beginnen, welches ohne Verlusste – jedenfalls sofern man sich nirgendwo registriert und mittels setzen eines Häkchens irgendwo zustimmt – nachvollziehbar ist und dabei noch ein wenig der Muse Vorschub leistet. Man sucht einen beliebigen Songtext im Internet. Die Suchmaschine spuckt Ergebnisse aus, der Klick auf einen der angezeigten Links bringt uns auf den Songtext oder auch nicht. Im Falle von 'nicht' landet man auf einer Seite auf der dieser Text zwar noch fehlt, dieses aber dem Leser verdeutlicht wird, welcher ihn eventuell noch eintragen kann, sofern man sich der Mühe unterzieht und besagten Text verfügbar hat. Aber man hat immerhin schon die Werbung gesehen. Und der inhaltlosen Seite mit beinhaltender Werbung einen Klick verschafft. Dieses ist aber nun wirklich harmlos.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 05/2010

Die Kraft der Musik sprengt alle Ketten

Sonntag 12 September 2010 at 08:39 am

Sommerkino aus Frankreich: "Das Konzert"

Von Jochen Schmachtel 

Der Abend verspricht ein Fiasko zu werden. Auf dem Programm steht Tschaikowskys Konzert für Violine und Orchester – das Stück gilt als wenig populär und ist längst nicht abendfüllend. Zwei der verlottert aussehenden Musiker stolpern verspätet auf die Bühne, schief und krumm stimmt das Orchester an, das Publikum im Pariser Théâtre du Châtelet tauscht skeptische Blicke aus. Auch die in letzter Sekunde zum Auftritt überredete Violinsolistin Anne-Marie Jacquet stellt sich, das verrät ihr Gesicht, aufs Schlimmste ein. Doch dann spielt sie sich mit Andreї Filipovs aus Moskau angereisten Musikern in einen Rausch. Der Abend wird ein Triumph. 

Mehr noch als die Musik schlägt ein Blickwechsel in seinen Bann. Die Schlusssequenz in „Das Konzert“ (Le concert), furios geschnitten und gespielt, fasst die Vorgeschichte von Andreї (Alexeї Filipov) und Anne-Marie (Mélanie Laurent) noch einmal in Blicken und Tönen zusammen. Eine lange, privat wie politisch vertrackte Vergangenheit verbindet die zwei – den einstigen Stardirigenten des Bolschoi-Orchesters, der in der Breschnew-Ära entlassen wurde, weil er sich weigerte, jüdische Musiker hinauszuwerfen, und die gefeierte, streng protegierte Stargeigerin, die als Kind verschlungene Wege von Moskau nach Paris führten. Während des Konzerts eingestreute Flashbacks reichen die letzten Bausteine ihrer Geschichte nach, an deren Ende eine musikalische und menschliche Befreiung steht. 

Ein zufällig abgefangenes Fax steht am Beginn dieser Geschichte. Der längst zum Hausmeister degradierte Ex-Dirigent putzt gerade das Büro seines Chefs, als die Einladung aus Paris eintrifft. Weil ein US-Orchester abgesagt hat, sucht man preisgünstigen Ersatz aus Russland. Andreї unterschlägt das Schreiben, und mit dies- und jenseits der Leinwand ansteckendem Enthusiasmus macht er sich an die Verwirklichung seines Lebenstraums: die „Band wieder zusammenbringen.“ Und eben jenes Tschaikowsky-Konzert, mit dessen Unterbrechung seine Karriere endete, noch einmal aufzuführen. Neben seiner Frau (Anna Kamenkova Pavlova) und seinem besten Freund Sasha (Dmitri Nazarov) hilft ihm dabei auch ein früherer Feind – der linientreue Kommunist Ivan (Valeri Barinov), einst Manager des Theaters und noch heute brillanter Organisator, der richtige Mann für ein Täuschungsmanöver dieses Ausmaßes. 

Die ganze Rezension lesen Sie in der Ausgabe 05/2010

POND live auf Schloss Börnicke

Sonntag 12 September 2010 at 08:37 am

Von Thomas Steierhoffer

Langsam, ganz langsam erwacht das altehrwürdige Schloss Börnicke in der Nähe von Bernau aus seinem Dornröschenschlaf. Seit ein paar Jahren sind es vor allem die Künstler und Musiker, die den alten Schlosspark in lauen Sommernächten mit zahlendem Publikum füllen, um Konzerte zu geben. Ende August war es diesmal Wolgang Fuchs, den seine Freunde nur „Paule“ nennen. „Herzlich willkommen für das Mastermind von Pond“, ruft ein Sprecher dem altersmäßig sehr gemischten Publikum zu. Es solle zwischen den einzelnen Stücken möglichst nicht, am Ende des Gesamtwerkes dafür umso mehr Beifall gespendet werden, bittet er. Dann ist es endlich so weit. „Paule“ Pond tritt als der Hohepriester der elektronischen Musik Ostdeutschlands in das gleißende Licht der weißen Scheinwerfer. Nicht enfach so! Seinen stämmigen Körper umwallt ein schwarzer, knöchellanger Talar, der allerdings am Stehkragen offen bleibt - anders als bei einem Priester vom Schlage Don Camillos. Los geht es mit der Pond-Hymne „Planetenwind“, die vielen Zuschauern noch gut in Erinnerung ist. Schließlich waren die in Berlin-Prenzlauer Berg Ende der 70er Jahre gegründeten Pond die erste Band der DDR, die ein Album bei „Amiga“ mit rein elektronischer Musik aufnehmen konnten. Die Platte erreichte bald Kultstatus.

Die ganze Konzertkritik lesen Sie in der Ausgabe 05/2010 

Musik aus New Orleans für die ganze Welt

Sonntag 12 September 2010 at 08:35 am
Von Lutz Eikelmann
 
Wie ein Halbmond liegt New Orleans, das ehemalige französische Nouvelle Orleans, südlich des Lake Pontchartrain an den Mississippi geschmiegt. Die einstige Hauptstadt der französischen Kolonie Louisiana, die sich vom Mississippi-Delta bis nördlich zu den großen Seen und westlich über die Prärien bis hin zum großen Felsengebirge erstreckte und die Napoleon Bonaparte 1804 an die USA zur Finanzierung seiner europäischen Kriege verkaufte, sollte zur Geburtsstadt der zwei wichtigsten Musikrichtungen der Populärmusik werden: zunächst des Jazz, später des Rock´n´Roll. Großartige Musiker erblickten in der “Crescent City“ das Licht der Welt – Namen wie Louis Armstrong, Mahalia Jackson, Fats Domino, Dave Bartholomew, Dr.John oder Wynton Marsalis werden von Musikliebhabern in aller Welt geschätzt.
Viele musikalische Legenden ranken sich um New Orleans, seien es die musikalischen Ekstasen der Afro-Amerikaner in den 1840er Jahren am Congo Square, die von den weißen Herren verboten worden sein sollen, weil man befürchtete, die Sklaven könnten sich mittels geheimer Codes in der Musik über einen Aufstand verständigen – sei es der erste „König des Jazz“, Buddy Bolden (1868-1931), ein Bandleader, Barbier, Saloonbesitzer und Zeitungsherausgeber, der in den frühen 1890er Jahren zu lokalem Ruhm gelangte und bis zum Ende seiner musikalischen Karriere um 1907 der kraftvollste Trompeter der Stadt gewesen sein soll – sei es die Geschichte des Rotlichtviertels Storyville, auf die ich später noch eingehen werde. 
 
Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 05/2010 

Bedeutende Frauen in Brandenburg

Sonntag 12 September 2010 at 08:31 am
 
Bettina von Arnim (1785 – 1859)
Von Georg von Glowczewski

Das Themenjahr von „Kulturland Brandenburg“ ist in diesem Jahr: „Mut und Anmut – Frauen in Brandenburg – Preußen“. Thematisiert werden unterschiedliche Frauen, die Geschichte machten – angefangen von der berühmten Königin Luise von Preußen bis hin zu der beliebten Arbeits- und Sozialministerin Regine Hildebrandt ( 1941 – 2001). Der „PANKE-SPIEGEL“ wird in einer Serie einige dieser Frauen vorstellen. In der letzten Ausgabe war die Königin Luise die erste. Heute geht es um Bettina von Arnim. 
Es gibt wohl keine Frau in den vergangenen zwei Jahrhunderten, die so kontrovers in die Geschichte einging, wie Bettina von Arnim (1785 – 1859). Die Dichterin und Schriftstellerin der Romantik hat bis heute zwiespältige Urteile über ihr Leben und Werk bekommen: „Deutschlands geistreichste Frau“ wurde sie schon zu Lebzeiten genannt, „die wirkungsmächtigste Frau in Preußen der Vormärz-Zeit“,  eine „vielfach begabte Frau“ und ein „Multitalent“  bis hinein in unsere Zeit.  Doch dann gab es auch die andere Seite: Sie galt als „Sozialistin mit feministischen Ideen“, bei einigen Zeitgenossen sogar als „Oberpriesterin des Kommunismus“, als „Anstifterin des schlesischen Weberaufstandes 1844“. Und selbst in unserer Zeit gibt es über sie das Urteil: sie war eine „Universaldilettantin“. Was war Bettina von Arnim aber wirklich?
Zunächst ihr Lebenslauf: Geboren wurde sie am 4. April 1785 in Frankfurt/Main als Tochter einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie. Ihr Taufname: Catharina Elisabetha Ludovica Magdalene Brentano. Ihr älterer Bruder Clemens Brentano wurde ja auch später berühmt als romantischer Dichter. Sie erhielt eine großbürgerliche Erziehung. Ihre Eltern starben jedoch recht früh, so dass Bettina schon als junges Mädchen bei ihrer Großmutter Sophie von La Roche aufwuchs. 
Diese war eine schon zu Lebzeiten berühmte Schriftstellerin und schrieb 1771 den ersten deutschen „Frauenroman“ mit dem Titel „Die Geschichte des Fräulein von Sternheim“.
 
Das ganze Porträt lesen Sie in der Ausgabe 05/2010 

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