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Am Pfingstberg hängt der Segen schief

Freitag 29 Mai 2009 at 3:12 pm

16 Familien durchleiden auf Erbbauland der Kirche einen Alptraum

Von Thomas Steierhoffer

Die monatlich erscheinende Zeitung der Linkspartei für den Barnim, „Offene Worte“, hatte in ihrer Mai-Ausgabe einen Beitrag von Familie Bellmann aus Zepernick unter der Rubrik „Post von Leserinnen und Lesern“ veröffentlicht. Darin geht es um die Vergabe von 16 Erbbaurechten auf dem „Pfingstberg“ an einen neuen Bauträger. Dieser habe den auf mindestens 99 Jahre gepachteten Besitz sofort mit je 150.000 Euro belastet und die 16 Familien, die hier bereits gebaut haben, quasi enteignet. Im Falle einer Rückübertragung würden für jedes Grundstück 150.000 Euro in Rechnung gestellt, empören sich die Verfasser des Leserbriefes. Anderenfalls drohe die „Zwangsräumung“.  Als der erste Bauabschnitt des neu erschlossenen Wohngebietes „Pfingstberg“ im Herzen Zepernicks im Frühsommer 1998 übergeben wurde und die ersten Erbpächter mit ihren Familien in ihre nagelneuen Häuser einzogen, schritt Gerd Natho mit stolzer Brust durch die in Sachen Grünanlagen noch unterentwickelten Neubaureihen. Am Anfang war alles wüst und leer, heißt es schon im Buch „Genesis“. Doch dann schickte der liebe Gott die Kleingärtner aus, um Pflanzen anzubauen zu des Menschen Nahrung und auch zu seiner Freude am satten Grün. Gerd Natho segnete das Werk der Arbeiter, Handwerker, Architekten, Farmer, Kleingärtner und der Kirchengemeinde St. Annen. Denn als Pastor der evangelischen Christen vor Ort war er von Amts wegen schon damals dazu berechtigt. Zugleich war er sich ganz bestimmt darüber bewusst, dass er als Chef der Zepernicker Pfarre quasi über Nacht zum größten privaten Eigentümer von Bauland im Ort geworden war. Dieses Bauland lag in den Jahrzehnten der kommunistischen Diktatur brach, doch mit der Wende hatte der „Pfingstberg“ immens an Wert gewonnen. Der Pastor segnete alles und fand sein Wohlgefallen daran. Doch der Segen von damals hängt für einige neu zugezogenen Bewohner des „Pfingstberges“ heute schief. Und das trotz der Tatsache, dass die Kirche die durchaus berechtigte Auffassung vertritt, an Gottes Segen sei grundsätzlich immer alles gelegen.

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Ein Volk steht still

Freitag 29 Mai 2009 at 08:42 am

Zum Holocaustgedenken in Israel und Deutschland

Von Franziska Tsufim

Ein Volk steht still. Sirenen heulen. Das alltägliche Leben wird abrupt, fast schon brutal unterbrochen. Es scheint als würde die Welt für zwei Minuten den Atem anzuhalten, für zwei Minuten aufhören sich weiterzudrehen. Autofahrer, die eben noch eine grüne Ampel erwischen wollten, halten mitten auf der Kreuzung an, steigen aus ihren Fahrzeugen aus und verharren schweigend. Die Verkäuferin, die gerade noch dabei war einen Kunden abzukassieren hält in ihrer Beschäftigung inne und erhebt sich. Die Lehrerin die vor einer Sekunde noch versuchte ihren Schülern komplizierte Mathematikaufgaben zu erklären, bricht ihre Ausführungen mitten im Satz ab und die Klasse verharrt schweigend. Selbst Menschen im hohen Alter in Seniorenheimen nehmen ihre letzte Kraft zusammen, stützen sich an ihren Stöckern ab und stehen auf, stehen auf für die Opfer, aber auch für die Überlebenden des Holocausts.
Es ist der Holocaustgedenktag (Jom HaShoah) in Israel, im Gelobten Land, dem Land des jüdischen Volkes, dem Volk das von 1933 bis 1945 in der Shoah durch Nazideutschland gejagt, gehetzt, gedemütigt und vernichtet wurde und nach langer Odyssee im Staat Israel eine neue und zugleich alte Heimat (wieder-)gefunden hat.  Jom HaShoah ist ein nationaler Trauertag. Die Fahnen an offiziellen Gebäuden wehen auf Halbmast, Kinos, Cafés oder Theater sind geschlossen, im Radio oder im Fernsehen ist das normale Unterhaltungsprogramm abgestellt und durch angemessene Alternativen ersetzt. Überall im Land finden Gedenkveranstaltungen statt. Der traurige und zugleich einschneidenste Höhepunkt des Gedenktages ist das Heulen der Sirenen in allen israelischen Städten, Dörfern und Provinzen um 10 Uhr morgens und das Verharren des ganzen Volkes.

Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 3/2009

"Rote Sonne grüßt Mao Tse-Tung"

Freitag 29 Mai 2009 at 08:40 am

20 Jahre Mauerfall - Die Serie im PANKE-SPIEGEL - 3. Teil: Wie der Berliner Schriftsteller Lutz Rathenow die Wende erlebte

Ein Interview von Thomas Steierhoffer

Bücher, Bücher und nochmals Bücher. Lutz Rathenow lebt zwischen bedrucktem Papier. Platz zum Auswerten und Archivieren hat er genug. Der ehemalige DDR-Dissident und Systemkritiker lebt heute in einer Wohnung am Straußberger Platz. Wenn das keine Ironie der Geschichte ist? Diese Wohnungen wurden einstmals für systemtreue SED-Kader an der Stalinallee nahezu großbürgerlich errichtet.
Geboren wurde Rathenow in Jena. Nach Abitur und NVA-Wehrdienst studierte er Pädagogik, Deutsch und Geschichte. Im Zuge der Biermann-Affäre flog er aus politischen Gründen von der Uni. Seit 1978 ist er als freiberuflicher Schriftsteller tätig. Nach dem Erscheinen des Prosadebüts „Mit dem Schlimmsten wurde schon gerechnet“ (in der Bundesrepublik) wurde er verhaftet und lehnte ein Ausreiseangebot in den Westen ab. Rathenow gehört zu den bekanntesten Autoren der unabhängigen Literaturszene Berlins. Mit Wolf Biermann und Jürgen Fuchs trat er nach der Wende für eine umfassende Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit ein. Der PANKE-SPIEGEL traf den Schriftsteller in seiner Wohnung in Berlin-Friedrichshain, um über seine Erfahrungen mit dem real existierenden Sozialismus und über die Wende zu sprechen.

PANKE-SPIEGEL: Herr Rathenow, an welchem Punkt sind Sie als späterer Dissident zum ersten Mal mit dem real existierenden Sozialismus der DDR aneinander geraten?
Rathenow: Das scheint schon bei meiner Geburt der Fall gewesen zu sein. Meine Zangengeburt muss sehr schmerzhaft gewesen sein. Bis heute sieht man auf meinem Kopf noch eine Delle. Es gab ja damals auch noch nicht genügend Medikamente. Meine Mutter hatte noch ein halbes Jahr zuvor heftig mitdemonstriert am 17. Juni in Jena. Aus den Fenstern des Gewerkschaftshauses warf sie Akten auf die Straße. Mein Vater musste sie kurz bevor die sowjetischen Panzer kamen, buchstäblich aus diesem Haus herausziehen.
 

Das ganze Interview lesen Sie in der Ausgabe 3/2009

Ein Fremdwort mit vertrautem Klang

Freitag 29 Mai 2009 at 08:36 am

"Unbeugsam" - der neue Film mit Daniel Craig

Von Matthias Horwath

Der neue Film mit Daniel Craig, „Unbeugsam – Defiance“, erzählt eine unbekannte wie wahre Geschichte aus dem jüdischen Widerstand. Die Bielski-Brüder Tuvia, Zus, und Asael, die nach dem Überfall ihres Dorfes im polnischen Weißrussland 1941 durch die Deutsche Wehrmacht ihre Familie sowie fast die ganze jüdisch geprägte Dorfgemeinde auf einen Schlag verlieren, bildeten eine bewaffnete Widerstandsgruppe.
Der Holocaust nimmt gerade seinen unfassbaren Verlauf zur Industrialisierung des Mordens. Noch werden von der SS in den Wäldern Massenerschießungen verübt, bevor später über SS und Wehrmacht die industrielle Tötung in Kollaboration mit der Deutschen Reichsbahn anläuft. Nichts von dem würde ohne bereitwillige Kollaborateure vor Ort funktioniert haben. So wird im Film mit dem Überfall der Wehrmacht auf das weißrussische Dorf ein relativ fokussiertes Szenario eingebracht, um der unfassbaren Dimension des Verbrechens wenigstens ein wenig habhaft werden zu können. Der Film zeigt einen Prozess, in dem die drei Brüder, die immer wieder Assoziationen an die Brüder Karamasow wecken, einen Leidensweg durchleben, bei dem ein symbolisches Charakteren -Dreieck letztlich auf Gott hinweist. Die Frage nach dem anwesenden oder den abwesenden Gott generell begleitet schlussendlich die jüdische Thematik des Films.

Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 3/2009

Keine Angst vorm schwarzen Mann

Freitag 29 Mai 2009 at 08:33 am

50 Jahre "Kind of Blue" von Miles Davis

Von Matthias Horwath

Was soll einen Panketaler Bürger im angehenden Sommer 2009 eine 50 Jahre alte Platte mit US-Jazzmusik noch interessieren? Was hat eine Platte, die eine „Art von Trauer“ vor sich her bewegt, mit all den aktuellen Problemen hier zu tun? Rezession, schlechte Geschäfte, Angst vor der Zukunft, Demütigung und dem oft schwankenden Willen, sich durchzubeißen? Mit von der Partie auf „Kind Of Blue“ sind neben dem Trompeter und Bandleader Miles Davis: Cannonball Adderley am Altsaxophon, John Coltrane am Tenorsaxophon, Wynton Kelly und Bill Evans am Piano sowie Jimmy Cobb am Schlagzeug. Die Platte ist das achte Studio-Album von Miles Davis. Sie erschien 1959 und gilt als Meilenstein des Jazz. Das Album wurde rein instrumental eingespielt und verbindet Stilrichtungen aus „Modalem Jazz“, „Instrumental Jazz“ und „Cool Jazz“. Selbst Elemente von Rock oder Pop sind hier zu finden.„Miles“, wie ihn Miles Davis-Fans einfach liebevoll nennen, entstammte einer relativ begüterten schwarzen Zahnarztfamilie aus den USA. Er lernte trotz seiner bürgerlichen Abstammung und seiner in den späten 40er Jahren gestarteten Weltkarriere zeitig die Bitternis des vorherrschenden Rassismus in den Staaten kennen. Ein Gefühl innerer Ohnmacht, nur weil du anders bist, als es die Mehrheit akzeptieren will, beschlich ihn recht bald.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 3/2009

"Ich glaube an die Songs"

Freitag 29 Mai 2009 at 08:31 am

Bob Dylan live in Berlin und ganz neu auf CD

Von Thomas Steierhoffer

Es ist kein Aprilscherz, als ein paar alte Männer in gedeckten Anzügen am 1. April 2009 tatsächlich auf der Bühne stehen und ihrem Handwerk nachgehen. Die Gitarristen an den Gitarren, der Bassist am Bass, der Drummer am Schlagzeug, der Keyboarder an den Tasten und Schaltern. Und dann ist da noch der ältere Herr, zu dem die Fans teilweise aus weit entlegenen Regionen im Norden Deutschlands, etwa aus Vorpommern, in die Berliner Max Schmeling Halle gepilgert sind. Robert Allen Zimmerman, der seit Jahrzehnten unter dem Künstlernamen Bob Dylan auf den Bühnen der Welt musiziert, Songs schreibt und Platten produziert, ist mal wieder in der deutschen Hauptstadt. Er trägt auch einen dunklen Anzug, dessen Kanten allerdings weiß abgesetzt sind. Dazu hat er einen seiner berühmten Hüte auf dem Kopf. Aus der Distanz betrachtet wirkt Dylan wie der „Pate“. Er zieht die Fäden, gibt die Einsätze an die Musiker weiter, manchmal lächelt er sogar! Jedoch bedient er bis auf eine Ausnahme fast nur noch die Keyboards, die diesmal eindeutig auf Orgel-Sound eingestellt sind und steht dabei mit dem Profil zum Publikum. Vielleicht auch deshalb, um die Blicke der Fans aus der ersten Reihe nicht immer direkt erwidern zu müssen? Die Band, von der Dylan kürzlich in einem Interview behauptete, sie sei „die beste Band“, die er jemals hatte, spielt großartig. (Für nicht ganz so in der Materie steckende Leser sei an dieser Stelle erwähnt, dass Dylan bereits mit allen Größen der Rock- und Popmusik spielen konnte: u.a. mit „The Band“, „Grateful Dead“, George Harrison, Eric Clapton, Joan Baez, „Tom Petty & The Heartbreakers“ oder „Peter, Paul & Mary“, die seinen großartigen Song „Blowin’ In The Wind“ 1964 zuerst coverten.) Die Gitarristen wechseln sich ab. Mal bedient der eine die Leadgitarre, mal der andere. An der Rhytmusgitarre passiert das gleiche ganz adäquat. Nahezu paritätisch kommen die „Fenders“ mit ihrem typischen Sound ebenso zum Klingen wie die „Gibsons“...

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 3/2009

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